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Eishockey-WM in der Slowakei:Deutschland sucht den neuen Krupp

Bundestrainer Uwe Krupp ist auf dem Weg zu einem historischen WM-Erfolg. Weil er bald zu den Kölner Haien wechselt, sucht der DEB einen Nachfolger. Doch die Suche ist schwierig.

Uwe Harnos wird wütend, wenn er das mit dem Hintertürchen hört. Hat er nicht am Sonntagabend gesagt, man wolle in Sachen Trainersuche erst einmal die WM abwarten und dann weitersehen? "Nein", sagt Harnos, als er am Montagabend an einem Restaurant-Tisch in Bratislava sitzt, "unsere Einstellung zu dem Thema hat sich nie geändert." Aber natürlich kennt er die Gepflogenheiten der Branche. Schon länger ist klar, dass Bundestrainer Uwe Krupp den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) nach dieser WM in der Slowakei verlässt und als Cheftrainer und Sportdirektor zu den Kölner Haien wechselt, aber jetzt spielt Deutschland eine historisch gute WM bislang, und weil der DEB zu dem Thema beharrlich schweigt, wird eben jeder noch so unauffällige Halbsatz des Präsidenten irgendwie interpretiert.

Uwe Krupp

Seine Aufbauarbeit mündet nun in historische Erfolge für das deutsche Eishockey: Uwe Krupp. 

(Foto: dpa)

Der DEB hat noch keinen Nachfolger, das ist der Eindruck. Auch das aber, versichert Harnos nun der SZ, sei ein falscher Eindruck: "Wir sind so weit, dass wir unser Modell zum Abschluss bringen können."

Zuletzt wurde immer wieder spekuliert, Krupp könnte doch noch zumindest für ein Jahr in Doppelfunktion bleiben - Kölns Geschäftsführer Thomas Eichin jedenfalls signalisierte, nichts dagegen zu haben, und auch Krupp selbst schien nicht abgeneigt. Harnos findet es wie alle seine Amtskollegen beim Verband "mehr als bedauerlich", dass Uwe Krupp sich entschieden hat, den DEB zu verlassen.

Er hat zugleich Verständnis für Krupps Wunsch, auf Vereinsebene arbeiten zu wollen - eine Doppelfunktion jedoch hat Harnos, der die Trainersuche längst zur Chefsache erklärt hat, bereits mehrfach definitiv ausgeschlossen. Im November vergangenen Jahres habe die Suche intensiv begonnen: "Wir haben uns hingesetzt und überlegt: Woher kommt der Erfolg, den wir jetzt haben?"

Krupps Team war bei der Heim-WM vergangenes Jahr ins Halbfinale vorgedrungen, und Harnos und seine Kollegen sind dann zu dem Schluss gekommen, das liege besonders "daran, dass Uwe Krupp als hauptamtlicher Bundestrainer die Zeit und Möglichkeiten hat, sich voll und ganz auf den DEB zu konzentrieren".

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