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Deutschland bei der Eishockey-WM:Ziemlich nah an der Idealvorstellung

Eishockey-WM - Leon Draisaitl bejubelt ein Tor gegen Finnland

Leon Draisaitl traf bei der Eishockey-WM zweimal gegen Finnland.

(Foto: REUTERS)
  • Deutschland zeigt bei der Eishockey-WM weiterhin großen Sport: Gegen Finnland gelingt mit einem 4:2 der fünfte Vorrundensieg.
  • Entscheidend ist dabei NHL-Profi Leon Draisaitl mit zwei Toren.

Man muss Morten Green als Fachmann ernst nehmen, unbedingt. Der Mann versteht was von Eishockey. Der Rekordnationalspieler Dänemarks arbeitet bei der Weltmeisterschaft in Kosice als Experte fürs dänische Fernsehen. Im Normalfall seien die ersten drei Plätze in Gruppe A, in der Dänemark und Deutschland spielen, an Kanada, die USA und Finnland vergeben, sagte Green; um den vierten Platz fürs Viertelfinale würden sich Gastgeber Slowakei, Dänemark und Deutschland rangeln. Am ehesten, meinte Experte Green, seien wohl die Finnen schlagbar.

Green gab diese Einschätzung am Tag vor dem Turnierbeginn ab. Einen Tag, bevor die Finnen die Kanadier 3:1 schlugen und danach die Slowaken, die Briten und die Dänen; noch ehe in dem 18 Jahre alten Stürmer Kaapo Kakko ein neuer Stern am Eishockey-Himmel aufging. Nur gegen die USA gaben sie zwei Punkte ab. Dem deutschen Team mit seinem finnischen Trainer Toni Söderholm begegneten sie am Dienstag als Tabellenführer.

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Aber "die Mannschaft hat daran geglaubt, dass sie Finnland schlagen kann", sagte der Bundestrainer. Und sie schlugen Finnland, 4:2 (1:1, 1:1, 2:0). Es war der fünfte Sieg im siebten Spiel für das DEB-Team, das zuletzt 1983 bei einer WM so oft gewonnen hat - in einer Vorrunde aber noch nie. Und es war, wie Söderholm betonte, "ein verdienter Sieg". Das Abwehrverhalten seiner Mannschaft sei seiner Vorstellung von guter Organisation "ziemlich nah" gekommen. Beste Grüße an Morten Green.

Beide Teams waren schon vor der Partie fürs Viertelfinale qualifiziert. Und Söderholm hatte seine Reihen für dieses letzte Gruppenspiel vor dem Umzug nach Bratislava noch einmal neu modelliert. Erstmals seit seinem Kurzeinsatz gegen Frankreich stand NHL-Profi Philipp Grubauer (Colorado Avalanche) zwischen den Pfosten. Der 27-Jährige hatte zuvor drei Spiele aussetzen müssen. Verteidiger Moritz Seider, 18, pausierte weiterhin. Bei dem Verteidiger wollten die Trainer nach dessen Kopfverletzung aus dem Spiel gegen die Slowakei kein Risiko eingehen.

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In der Mannschaft hatte es nach dem 1:8 gegen Kanada, das nicht nur NHL-Stürmer Dominik Kahun als "furchtbar" und "nicht akzeptabel" empfand, ein leichtes Grummeln gegeben über die Arbeit im Verbund und die richtige Einstellung zum Backcheck. Als lobendes Beispiel für die Einheit auf dem Eis hatte Söderholm explizit die Finnen genannt. Gegen die USA (1:3) sahen dann alle die bis dahin beste deutsche Defensivleistung bei diesem Turnier. Bis zum Dienstag. "Wir haben über alle Reihen den Job gemacht, den man machen muss, um diese giftigen, sehr, sehr talentierten Finnen zu schlagen", sagte Doppeltorschütze Leon Draisaitl, der die interne Scorerwertung mit fünf Toren und drei Vorlagen anführt.