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Eishockey-WM: deutsches Team:Fragen der Zeit

Die deutsche Nationalmannschaft glänzt bei der WM, der Verband hat dennoch ein Problem: Trainer Uwe Krupp geht - und ein Kandidat für den Posten des Interims-Bundestrainers ist: Uwe Krupp.

Ralph Krueger steht in der dritten Etage der Ondrej Nepela Arena von Bratislava, der Boden ist mit Teppich ausgelegt, es ist schick hier oben: Die dritte Etage ist die, auf der die Vip-Logen sind. Kruegers Sohn Justin spielt in der deutschen Mannschaft, offiziell also ist Ralph Krueger bei dieser WM in der Slowakei nur ein Unbeteiligter, ein Vater eben, der zuschaut.

Uwe Krupp

Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp erklärt seinen Spielern die Taktik.

(Foto: dpa)

In Wahrheit aber ist er ein wichtiger Mann, jedenfalls im Umfeld des deutschen Nationalteams: Über keinen wird dieser Tage so häufig gesprochen wie über ihn. Ralph Krueger, 51, geboren in Winnipeg, ist der Wunschkandidat des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) bei der nach der WM nötigen Neubesetzung des Bundestrainer-Postens.

Diese Mannschaft, sagt Krueger und deutet durch die Glasscheibe hinunter auf die Eisfläche, gefalle ihm ausgesprochen gut. Es ist Samstagnachmittag, Deutschland spielt gegen Dänemark, jetzt ist die erste Drittelpause.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der WM bislang in der Tat für Aufsehen gesorgt; die Partie gegen Dänemark hat sie zwar wie schon gegen Finnland nach Penaltyschießen verloren (3:4), trotzdem war das Team bislang bei keinem Spiel in der regulären Spielzeit unterlegen.

Für das Viertelfinale ist Deutschland bereits qualifiziert, an diesem Montagabend im letzten Zwischenrundenspiel gegen Tschechien geht es nun noch darum, mit welcher Platzierung das Team abschließt, auf welchen Gegner es also im Viertelfinale trifft.

Wie weit es für Deutschland bei dieser WM gehen kann, das ist auch eine Frage, die man immer wieder gehört hat in den vergangenen Tagen, aber darum geht es jetzt nicht mehr, als Ralph Krueger die SZ in der Vip-Etage empfängt. Neben dem Sport ist das dominierende Thema dieser WM für Deutschland die Zukunft des DEB: Der Verband sucht einen Nachfolger, und er will Krueger, weil er ideal passen würde.

Er hat ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft, ist als Spieler in der Bundesliga für Düsseldorf, Schwenningen und Iserlohn aufgelaufen, und er ist ein international renommierter Trainer. Von 1998 bis 2010 trainierte er die Schweizer Nationalmannschaft, mit ihm etablierte sie sich in den Top Acht der Eishockey-Welt. Seit der vergangenen Saison ist Krueger Associated Coach des NHL-Klubs Edmonton Oilers, erster Co-Trainer also, und genau das ist nun das Problem.