Eishockey-WMDeutschland unterliegt Finnland im Powerplay

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Jesse Puljujärvi überwindet den starken deutschen Torwart Philipp Grubauer zum 2:0, am Ende setzten sich die Skandinavier mit 3:1 durch.
Jesse Puljujärvi überwindet den starken deutschen Torwart Philipp Grubauer zum 2:0, am Ende setzten sich die Skandinavier mit 3:1 durch. Ennio Leanza/AFP

Trotz einer guten Leistung muss sich die deutsche Mannschaft zum Auftakt der Weltmeisterschaft in der Schweiz den favorisierten Finnen mit 1:3 geschlagen geben.

Von Johannes Schnitzler

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Dominik Kahun ahnte, was auf die deutsche Mannschaft zum Auftakt der Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz zukommt. „Wir werden sehr viel laufen müssen“, sagte der Nationalstürmer vor der Partie gegen Finnland am Freitag. Teams des viermaligen Weltmeisters gelten traditionell als defensiv stark und gut organisiert, alles folgt einem ausgeklügelten Sicherheitskonzept. „Ein bisschen wie ein Roboter“, sagte der deutsche Kapitän Moritz Seider und meinte es anerkennend: „Da sind alle kleinen Dinge bis ins Detail ausgefeilt.“ So wie im Jahr 2022, als die Finnen Olympiasieger und Weltmeister wurden.

In den vergangenen drei Jahren schieden sie stets im WM-Viertelfinale aus, aber nach der Olympia-Bronzemedaille in Mailand steckt sich das Team von Headcoach Antti Pennanen wieder höhere Ziele. „Sie haben den Anspruch, Weltmeister zu werden“, sagte Kahun. Am Freitag unterstrichen die Finnen diese Ambition und besiegten das Team des Deutschen Eishockey-Bundes in Zürich 3:1 (1:0, 0:0, 2:1). „Die Mannschaft hat sehr engagiert gespielt“, sagte Bundestrainer Harold Kreis. „Wir hatten auch einige Chancen, aber die Finnen haben einen Weg gefunden, in zwei Überzahlsituationen zwei Tore zu schießen. Wir nicht.“

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Nach dem zwiespältigen Olympia-Erlebnis – Platz sechs mit einem prominent besetzten Kader war einerseits kein Ergebnis, für das man sich schämen müsste, andererseits „wäre deutlich mehr drin gewesen“, wie (nicht nur) Kahun sagte – ging es für die deutsche Mannschaft zunächst darum, sich wieder als spielerische Einheit zu präsentieren. Das Team von Bundestrainer Kreis hatte am Donnerstag eine letzte personelle Veränderung erfahren, Lukas Reichel reiste mit neuem NHL-Vertrag aus Boston nach Zürich, für ihn musste der Kölner Dominik Bokk weichen. Am Freitag stand Reichel allerdings noch nicht im Line-up.

Rekordchampion Kanada hat seine Favoritenrolle bei der Eishockey-WM in der Schweiz direkt untermauert. 82 Tage nach dem verlorenen Olympia-Finale von Mailand gewann die Mannschaft um Altstar Sidney Crosby und Toptalent Macklin Celebrini das spektakuläre Topduell der Gruppe B zum Auftakt in Fribourg gegen Schweden mit 5:3 (2:0, 1:3, 2:0).

John Tavares (3.) und Ryan O'Reilly (17.) brachten die Kanadier in Führung. Schweden schlug aber zurück: Jacob Larsson (29.) und Lucas Raymond (32.) glichen aus. Nach Treffern durch den Kanadier Dylan Holloway (35.) und Matthias Ekholm (36.), Teamkollege von Leon Draisaitl bei den Edmonton Oilers, ging es mit einem Unentschieden ins Schlussdrittel. In diesem sorgten Connor Brown (44.) und Dylan Cozens (53.) für den Sieg der Ahornblätter. Crosby und Celebrini blieben ohne Scorerpunkt.

Tschechien gelang ein Start nach Maß. Der Weltmeister von 2024 besiegte Dänemark, das im Vorjahr als Co-Gastgeber noch den Deutschland-Schreck gespielt hatte und überraschend bis ins Halbfinale gestürmt war, mit 4:1 (2:0, 0:0, 2:1).

Unterdessen hat die Schweiz Eishockey-Olympiasieger USA gestürzt und zum Auftakt der Heim-WM eine kleine Revanche gefeiert. Der Gastgeber gewann beim Vorrundenstart in Zürich die Neuauflage des Vorjahresfinals gegen den ersatzgeschwächten Titelverteidiger in der deutschen Gruppe A mit 3:1 (2:0, 0:0, 1:1).

NHL-Profi Pius Suter (3.), Sven Andrighetto (12.) und Ken Jäger (57.) lösten in der ausverkauften Swiss Life Arena große Euphorie im eigenen Land aus, das nach zwei Finalniederlagen nacheinander und vier Silbermedaillen seit 2013 nach dem ersehnten ersten Titelgewinn lechzt. Alex Steeves (49.) erzielte den Treffer für das US-Team. sid

Nach guten Anfangsminuten der deutschen Mannschaft nutzten die Finnen ihr erstes Powerplay zum 1:0 (9. Minute) durch Anton Lundell. Das DEB-Team kam ebenfalls zu Chancen durch Andreas Eder und Joshua Samanski, ging aber mit Rückstand in die erste Pause. Bei Gleichzahl ließen die Finnen kaum etwas zu. Dann aber traf Nikolas Matinpalo Nico Krämmer mit dem Stock im Gesicht und bekam dafür zwei plus zwei Strafminuten aufgebrummt – die Gelegenheit für das deutsche Team auf den Ausgleich. Aber die Offensive fand bei insgesamt fünf Überzahlsituationen keinen Weg an Justus Annunen im finnischen Tor vorbei. „Das läuft noch gar nicht“, sagte Kahun in der zweiten Pause bei Magentasport. Die Finnen machten es besser. Zweites Powerplay, 2:0 durch Jesse Puljujärvi (44.).

Die Deutschen schlugen schnell zurück. Nach einem offensiven Scheibengewinn verkürzte der Straubinger Stefan Loibl auf 1:2 (49.). Noch war genügend Zeit auf der Uhr. Und das Selbstvertrauen der DEB-Auswahl wuchs mit jeder Sekunde. Bis Aatu Räty den ersten Fehler kühl zum 3:1 (56.) nutzte. Kreis nahm den starken Philipp Grubauer aus dem Tor, mit sechs Feldspielern wollte er die Finnen noch einmal unter Druck setzen. Aber es blieb beim 1:3. „Wir hätten heute auf jeden Fall Punkte holen können“, sagte Kapitän Seider, der mit einer spektakulären Rettungsaktion die frühe Entscheidung verhindert hatte. Das Endergebnis sei „etwas frustrierend“. Torschütze Loibl sagte: „Das Powerplay war heute entscheidend.“ Nächster DEB-Gegner ist am Sonntag (20.20 Uhr) Lettland. Dann vermutlich erstmals mit Lukas Reichel im Aufgebot.

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