Eishockey Trotz Artenschutz

Verdrängungswettbewerb: Der Berliner Danny Richmond (links) und der Münchner Frank Mauer kämpfen um den Puck.

(Foto: Britta Pedersen/dpa)

Der EHC München startet mit einem Auswärtssieg in die Jubiläums-Saison der DEL. In einer umkämpften Partie mit 38 Strafminuten setzt sich der Titelverteidiger freilich erst im Schlussdrittel beim letztjährigen Finalgegner Berlin durch.

Von Christian Bernhard, Berlin/München

Zu ihrer 25. Saison hat sich die Deutsche Eishockey Liga (DEL) etwas einfallen lassen: Sie unterstützt die Naturschutzorganisation WWF beim Kampf gegen das Artensterben. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke begründete die Zusammenarbeit damit, dass es "dramatisch" wäre, wenn "faszinierende" Tierarten wie Eisbär oder Tiger "nur noch auf den Vereinslogos" überleben würden. Der EHC Red Bull München hielt sich zum Beginn der Jubiläums-Spielzeit freilich nicht an den Artenschutz. In einem Spiel mit 38 Strafminuten gewann der Meister am Freitagabend 4:2 bei den Eisbären Berlin und entschied somit auch die erste Neuauflage der letztjährigen Endspielserie für sich.

Dabei gehörte die Anfangsphase noch den Eisbären - die Münchner brauchten lange, um Maximilian Franzreb im Berliner Tor zu prüfen. Die spektakuläreren Aktionen hatten die Gastgeber, Daniel Fischbuch verfehlte das Münchner Tor nach einer feinen Einzelaktion knapp (12.). Die Einschätzung von Münchens Trainer Don Jackson, dass die vier Berliner Niederlagen in der Champions Hockey League nichts zu bedeuten hätten, schien sich zu bewahrheiten.

Erst in der Schlussphase des Startdrittels wurde der Meister gefährlich, das reichte zur Führung: Nachdem Kapitän Michael Wolf mit einem Alleingang an Franzreb gescheitert war, erzielte Maximilian Kastner kurz darauf das 1:0 (16.). Matt Stajan, der Anfang September mit der Empfehlung von mehr als 1000 NHL-Spielen nach München gewechselt war, verbuchte gleich in seinem ersten Spiel für den EHC eine Torvorlage. "Wir sind besser ins Spiel gestartet, haben unsere Chancen aber nicht genutzt", sagte Berlins Kai Wissmann.

Nachdem die Münchner auch ihr drittes Unterzahlspiel überstanden hatten, erhöhte ihr Verteidiger Konrad Abeltshauser aus kurzer Distanz auf 2:0 (25.). Doch die Eisbären kämpften sich zurück: Thomas Oppenheimer verkürzte nach Vorarbeit von Danny Richmond auf 1:2 (31.), ehe die Stunde eines Berliners schlug, den die Münchner gut kennen: Florian Kettemer gehörte zu den drei vergangenen Meister-Mannschaften, nach dem Titel-Hattrick wollte er seine Karriere beenden. Ein Angebot der Eisbären konnte der Verteidiger aber nicht ausschlagen, am Freitag traf er mit einem präzisen Schuss zum 2:2 (38.). Für München hatte er in vier Spielzeiten nur neun Treffer erzielt. Im Schlussdrittel sorgten dann Justin Shugg (45., in Überzahl) und Abeltshauser (54., per Penalty) noch für die Entscheidung zugunsten des Titelverteidigers. Der gibt am Sonntag (16.30 Uhr) seine Heim-Premiere gegen die Straubing Tigers. Die Niederbayern starteten mit einem 4:2 über Ingolstadt in die Saison.