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Eishockey:Topspiel-Makel

Eishockey, Herren, DEL, Saison 2020-2021, ERC Ingolstadt - EHC Red Bull München, 25.02.2021 Brandon DeFazio (Nr.24 - ER

Da hilft auch die neue Maske nichts: Münchens Torhüter Danny aus den Birken kassiert den 1:2-Anschlusstreffer von Brandon DeFazio.

(Foto: Johannes Traub/Imago)

Mit dem 2:3 nach Penaltyschießen bei m ERC Ingolstadt setzt der EHC München die Pleitenserie in Spitzenspielen fort und bleibt hinter Mannheim und den Panthern Tabellendritter

Von Christian Bernhard, München

Eishockey-Torhüter und ihre Masken, das ist eine ganz spezielle Geschichte. Jeder Torwart "der Welt" wisse, dass man sich mit einer neuen Maske "einfach unglaublich" fühle, sagt der langjährige Erstliga-Goalie Patrick Ehelechner, der den Eishockeysport mittlerweile als TV-Kommentator und Experte begleitet. Damit wachse man noch einmal ein, zwei Zentimeter über sich hinaus, erklärt er.

Danny aus den Birken hat vor wenigen Tagen eine neue Maske erhalten, in den sozialen Netzwerken präsentierte der Torhüter des EHC Red Bull München diese stolz und bezeichnete sie liebevoll als sein "neues Baby". Aus den Birkens Leistung bei der Premiere der neuen Maske konnte sich dann auch sehen lassen. 30 Paraden zeigte er am Donnerstagabend im Derby beim ERC Ingolstadt, auch im Penaltyschießen war er zweimal nicht zu überwinden. All das reichte aber nicht zum Sieg, der EHC unterlag trotz einer 2:0-Führung mit 2:3 nach Penaltyschießen.

Mannheim, der Tabellenführer der Süd-Gruppe, ist schon auf elf Punkte enteilt

"Momentan schaffen wir es leider nicht, die Führung über die Bühne zu kriegen", befand EHC-Stürmer Philip Gogulla. "Daran müssen wir arbeiten." Gogulla blickte im Interview mit Magentasport direkt nach der Partie enttäuscht drein, obwohl er einen persönlichen Meilenstein erreicht hatte. Seine zweite Torvorlage des Abends war sein 600. Scorerpunkt in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), er ist erst der siebte Spieler, der diese Marke knackt. Seine Stimmung aufhellen konnte selbst das nicht. "Damit beschäftige ich mich nicht", sagte er, es sei vielmehr "frustrierend, dass wir heute keine drei Punkte mitgenommen haben".

Der Frust über die dritte Pleite der Saison gegen Ingolstadt hat viel mit den Münchner Spitzenspiel-Ergebnissen in dieser Spielzeit zu tun. Durch die knappe Niederlage setzte sich eine Serie fort, auf die der EHC allzu gerne verzichten würde: Er hat mittlerweile sechsmal in dieser Saison gegen die anderen Topteams in der Süd-Gruppe, die Adler Mannheim und Ingolstadt, gespielt - und alle sechs Partien verloren. Das hat Auswirkungen auf die Tabelle. Der EHC liegt als Tabellendritter (34 Punkte) einen Zähler hinter Ingolstadt, aber bereits elf hinter Mannheim.

Eishockey, Herren, DEL, Saison 2020-2021, ERC Ingolstadt - EHC Red Bull München, 25.02.2021 Tor zum 0:1 durch Yannic Se

Guter Beginn: Yannic Seidenberg (re.) trifft zum 1:0.

(Foto: Johannes Traub/Imago)

Dabei waren die Münchner über weite Phasen des Spiels sehr abgeklärt aufgetreten. Sie standen defensiv kompakt, hatten in aus den Birken einen starken Torhüter und brachten die nötige Intensität aufs Eis. Stellvertretend dafür stand Verteidiger Daryl Boyle, der mehrere harte, aber faire Checks auspackte und sich auch nicht von einem Puck, der in seinem Gesicht landete, aus dem Konzept bringen ließ. Dazu kam eine vielversprechende Effizienz im Angriff. Yannic Seidenberg traf auf Zuspiel von Gogulla in Minute 17 zum 1:0, Justin Schütz vollendete einen Konter zum 2:0 (33.) - wieder nach schöner Vorarbeit von Gogulla. Der hatte direkt vor dem ERC-Tor statt zu schießen noch einmal quer gelegt. Gogulla habe das "super gemacht", lobte Schütz, "er hat das Auge dafür".

Doch die Ingolstädter kamen zurück. Daniel Pietta spielte in Überzahl einen genialen Querpass auf Brandon DeFazio, der auf 1:2 verkürzte (35.). Und im besonders intensiven Schlussdrittel, in dem es alleine in der Schlussphase drei Pfostentreffer gab, glich ERC-Verteidiger Matt Bodie zum 2:2 aus (47.), da Frederik Storm dem Münchner Torhüter aus den Birken die Sicht nahm. Trevor Parkes schlug aus Frust über den Ausgleich seinen Schläger an die Plexiglasscheibe. DeFazio bescherte dem ERC dann als einziger Torschütze im Penaltyschießen den Sieg. "Wir sind nicht gut ins Spiel gestartet, aber unserem Spiel treu und mental stark geblieben", sagte er.

Münchens Trainer Don Jackson sprach von einer "guten und intensiven Auseinandersetzung", die seinem Team zumindest einen Punkt einbrachte. Damit hat der EHC, der am Sonntag zuhause auf die Straubing Tigers trifft (14.30 Uhr), in all seinen zehn Auswärtsspielen in dieser Saison mindestens einen Punkt mitgenommen. Was nichts am Makel der Topspiele ändert.

© SZ/toe/sewi
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