Eishockey:Söderholm wechselt in die Schweiz

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Eishockey: Letzter gemeinsamer Erfolg: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft gewann kürzlich noch den Deutschland Cup mit Bundestrainer Toni Söderholm.

Letzter gemeinsamer Erfolg: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft gewann kürzlich noch den Deutschland Cup mit Bundestrainer Toni Söderholm.

(Foto: Marius Becker/dpa)

Trotz Vertragsverlängerung bis 2026: Eishockey-Bundestrainer Toni Söderholm hört auf. Eine schnelle Nachfolgelösung wird es laut DEB nicht geben.

Toni Söderholm hakte das Kapitel Nationalmannschaft im Eiltempo ab. Nur wenige Stunden nachdem er seinen Abschied als Eishockey-Bundestrainer durchgedrückt hatte, stand der Finne bei seinem neuen Club SC Bern am Mittwoch auf dem Eis und gab erste Anweisungen. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) wurde von der Dynamik sichtlich überrumpelt und startet bei der Suche nach einem Nachfolger bei null. Außerdem sahen sich die Verbandsbosse mit der Frage einer möglichen Entwertung des nominell wichtigsten Postens im deutschen Eishockey konfrontiert.

Warum nur wollte der allseits geschätzte und größtenteils erfolgreiche Bundestrainer nur acht Monate nach seiner Vertragsverlängerung bis 2026 unbedingt zum Tabellensechsten der Schweizer Liga wechseln? Das sei eine "ganz normale Situation, die tagtäglich passiert", sagte DEB-Vizepräsident Andreas Niederberger in einer digitalen Medienrunde. Er empfinde es "nicht mal annähernd als Niederlage" für den Verband. Ähnlich äußerte sich Sportdirektor Christian Künast: "Es entwertet uns nicht - im Gegenteil: Es wertet uns auf und zeigt, wie gut wir Trainer ausbilden." Genau wie Vorgänger Marco Sturm, der nach dem sensationellen Silber-Coup von Olympia 2018 als Co-Trainer in die NHL gewechselt war, ermögliche der Verband nun Söderholm "den nächsten Schritt" - und zwar zu "einem der größten Klubs in Europa", wie Künast betonte.

"Im Moment ist alles denkbar", sagte der DEB-Sportdirektor Christian Künast

Am Schlusstag des diesjährigen Deutschland Cups, den die DEB-Auswahl mit drei Siegen gewann, hatte Söderholm seinen Wechselwunsch offiziell hinterlegt. Zuvor hatte er noch die Entwicklung der Mannschaft im Allgemeinen gelobt und im Besonderen Spieler wie die Verteidiger Leon Hüttl und Mario Zimmermann, beide Anfang 20, die für die gewachsene Breite auf internationalem Niveau stünden. Nach eiligen Beratungen entschlossen sich die Verantwortlichen am Montag, den Vertrag mit dem 44-Jährigen aufzulösen und ihm die Freigabe für Bern zu erteilen. Über die Modalitäten vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Eine schnelle Nachfolgelösung wird es nicht geben. "Die Findungsarbeit beginnt morgen", sagte Künast, um "mit der nötigen Sorgfalt und auch der nötigen Zeit diese wichtige Position" zu besetzen. Namen möglicher Kandidaten wie die von Tobias Abstreiter (U20-Nationaltrainer), Marcel Goc (Co-Trainer Adler Mannheim) oder Thomas Popiesch (Fischtown Pinguins) wollte Künast, der die Suche federführend leitet, nicht kommentieren. Der 51-Jährige betonte jedoch mehrmals: "Im Moment ist alles denkbar." Das betrifft sowohl die Nationalität des Trainers als auch eine mögliche Doppellösung, sollte der Topkandidat noch bei einem Klub angestellt sein.

Söderholm kehrt zu seinem Ex-Klub Bern zurück - und hinterlässt ein gewachsenes DEB-Team

Niederberger äußerte sich "sehr zuversichtlich, dass wir gute Bewerber bekommen werden", weil es sich durch die inzwischen besseren Voraussetzungen im deutschen Eishockey um eine "attraktive Aufgabe für jeden Trainer" handele. Bis zu einem Lehrgang mit U25-Spielern im kommenden Februar soll im Idealfall eine Entscheidung getroffen werden, die spätestens im April stehen muss. Dann beginnt die Vorbereitung auf die WM im Mai in Lettland und Finnland. Bei den drei Weltmeisterschaften unter Söderholm zog die DEB-Auswahl zweimal ins Viertelfinale und 2021 sogar ins Halbfinale ein. Unter seiner Regie kletterte Deutschland in der Weltrangliste zwischenzeitlich bis auf Platz fünf.

Eishockey: "Für mich war immer klar, dass ich eines Tages die Herausforderung der täglichen Arbeit im Klub suchen möchte": Toni Söderholm wechselt zum SC Bern.

"Für mich war immer klar, dass ich eines Tages die Herausforderung der täglichen Arbeit im Klub suchen möchte": Toni Söderholm wechselt zum SC Bern.

(Foto: ActionPictures/Imago)

Das frühe Olympia-Aus in diesem Jahr in Peking noch vor dem Viertelfinale war jedoch ein unerwarteter Rückschlag. Schon damals hatte der ehrgeizige Finne mit einem Engagement im Klub-Eishockey geliebäugelt und offen von der NHL als Ziel gesprochen. Gerüchte über Unstimmigkeiten zwischen ihm und Künast kamen auf. Nun zog es Söderholm in die Schweiz zum SC Bern, wo er von 2005 bis 2007 als Verteidiger gespielt hat. "Für mich war immer klar, dass ich eines Tages die Herausforderung der täglichen Arbeit im Klub suchen möchte", sagte der Finne und sprach von einer "attraktiven" Offerte. Beim SC, der ihn auch mit einer satten Gehaltserhöhung gelockt haben dürfte, wird er Nachfolger von Headcoach Johan Lundskog und trifft auf den deutschen Nationalspieler Dominik Kahun.

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