Eishockey:Prokop outet sich als erster NHL-Profi

Ein junger Profi von den Nashville Predators macht seine Homosexualität öffentlich. Drei Basketballer verlassen den FC Bayern. Kroos beendet seine Fußballkarriere.

Meldungen im Überblick

Eishockey, Homosexualität: Nächster Meilenstein im US-Sport: Eishockey-Profi Luke Prokop hat sich als erster Spieler aus der nordamerikanischen Profiliga NHL offen zu seiner Homosexualität bekannt. Dies teilte der 19-Jährige, der bei den Nashville Predators unter Vertrag steht und in der vergangenen Saison für die Calgary Hitmen in der unterklassigen WHL spielte, bei Instagram mit. "Es war eine ganz schöne Reise, aber ich könnte jetzt nicht glücklicher sein mit meiner Entscheidung, mich zu outen. Ich habe keine Angst mehr, zu zeigen, wer ich bin", schrieb Prokop: "Ich habe seit meiner Kindheit davon geträumt, ein NHL-Spieler zu werden. Wenn ich mein Leben authentisch lebe und mich nicht mehr verstelle, glaube ich, dass ich meinen Träumen näher komme."

NHL-Commissioner Gary Bettman gratulierte Prokop in einem Telefonat zu diesem Schritt. "Jeder, der mit der NHL zu tun hat, egal ob im Büro, als Trainer oder als Spieler - wir möchten allen sagen: Ganz gleich, wer ihr seid - ihr alle habt einen Platz in unserer Familie", sagte Bettman: "Ich habe ihm gesagt, dass sein Schritt mutig war - und ich habe ihm meine Nummer gegeben. Wann immer er Probleme oder Sorgen hat, soll er sich gerne melden." Zuletzt hatte sich Ende Juni Football-Profi Carl Nassib geoutet und mit einem vermeintlichen Tabu gebrochen. Nassib, der für die Las Vegas Raiders spielt, erhielt für seine Entscheidung, öffentlich über seine Homosexualität zu sprechen, viel Zuspruch und Anerkennung.

Basketball, FC Bayern: Die Münchner haben Aufbauspieler Diego Flaccadori verliehen. Der Italiener kehrt in seine Heimat zu Aquila Basket Trento zurück und wird in der kommenden Saison für den EuroCup-Teilnehmer auflaufen. Das teilten die Münchner am Dienstag mit. Der 25-Jährige hat bei den Bayern noch einen Vertrag bis 2023. Flaccadori spielt seit 2019 für München. "Die Möglichkeit für Diego, per Leihe auf so hohem Niveau wie in Trento wieder konstant Spielzeit als tragender Ball-Handler im EuroCup erhalten zu können, erschien allen Beteiligten sinnvoll", sagte Sportdirektor Daniele Baiesi und sprach von einem "logischen nächsten Schritt in seiner Entwicklung". Unterdessen haben die Bayern den Transfer von Jalen Reynolds zu Maccabi Tel Aviv bestätigt. Das Spitzenteam aus Israel hatte die Rückkehr des 28 Jahre alten Amerikaners bereits vor Wochen gemeldet - bei den Münchnern aber war damals nach eigenen Angaben keine offizielle Nachricht von Maccabi eingegangen. Der Center konnte Bayern dank einer Vertragsklausel verlassen. Er ist der vierte Weggang neben Wade Baldwin, Robin Amaize und David Krämer.

Fußball, 2. Liga: Der FC Schalke 04 hat sich wenige Tage vor dem Start in die neue Saison der 2. Fußball-Bundesliga nach einem Corona-Fall im Kader in ein freiwilliges Quarantäne-Trainingslager in Billerbeck begeben. Wie der Bundesliga-Absteiger am Dienstag mitteilte, sollen damit "mögliche Infektionsketten" verhindert "und auch die Familien der Spieler und Staff-Mitarbeiter" geschützt werden. Die Austragung der Auftaktpartie gegen den Hamburger SV am Freitag (20.30 Uhr) sei aber "aktuell nicht gefährdet".

"Wir werden die professionelle Vorbereitung weiter hegen und pflegen und tragen dem Corona-Fall in der Mannschaft Rechnung", kommentierte Sportdirektor Rouven Schröder am Dienstag. Um das Risiko zu minimieren, wird das Team erst am Freitag aus Billerbeck nach Gelsenkirchen zurückkehren. Einen Nachteil für die Vorbereitung auf den kniffligen Ligastart gegen den vermeintlichen Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg aus Hamburg sieht Schröder trotz der widrigen Umstände nicht: "Der Fokus ist noch mal mehr auf dem Spiel, der Teamspirit enorm hoch."

Wie Schröder am Dienstag bestätigte, ist Ralf Fährmann der betroffene Spieler. Die Auswertung des PCR-Tests beim Torhüter bestätigte den positiven Befund des Schnelltestes am Vortag. Fährmann bleibt deshalb in häuslicher Isolation. Für ihn dürfte die derzeitige Nummer zwei Michael Langer gegen den HSV im Tor stehen. Gleichwohl stellte Schröder die schnelle Verpflichtung eines weiteren Torhüters in Aussicht: "Wir wollen kurzfristig vor Hamburg reagieren. Beim Auftakt gegen den HSV dürfen wir nichts dem Zufall überlassen."

Fußball, Felix Kroos: Felix Kroos beendet nach dem Zweitliga-Abstieg mit Eintracht Braunschweig seine Laufbahn als Fußball-Profi. "Ich kann voller Überzeugung sagen, meine Karriere ist vorbei und ich bin sehr glücklich damit", verkündete der 30 Jahre alte Bruder des 2014er-Weltmeisters Toni Kroos am Dienstag in der neuen Folge des gemeinsamen Podcasts "Einfach mal Luppen". Er habe sich schon längere Zeit mit der Entscheidung beschäftigt. Zuletzt spielte Felix Kroos für Eintracht Braunschweig.

Der gebürtige Greifswalder Felix Kroos wurde wie Toni Kroos in der Jugend von Hansa Rostock ausgebildet und kam 2010 zu Werder Bremen. Nach sechs Jahren wechselte er zunächst auf Leihbasis und später fest zu Union Berlin und erlebte den Bundesliga-Aufstieg des Klubs. Zur Saison 2020/21 nahm ihn Eintracht Braunschweig unter Vertrag. Insgesamt absolvierte er 80 Spiele in der Bundesliga und 154 Partien in der 2. Bundesliga.

Basketball, Olympia: Für Nationalspieler Johannes Voigtmann war die Zeit vor Olympia für das deutsche Team nach dem Wirbel um Joshiko Saibou und dem Fehlen von NBA-Star Dennis Schröder alles andere als optimal. "Das war die reinste Katastrophe, was da alles gegen uns gelaufen ist. Zum Teil selbstverschuldet, zum Teil unverschuldet. Aber wir haben das einzig mögliche getan und uns auf unser Ding konzentriert", sagte der Center der DBB-Auswahl in einem Interview der Mediengruppe Münchner Merkur tz. "Aber ich glaube auch, dass diese Mannschaft ein guter Mix aus neuen Leuten und Leuten mit Erfahrung ist", betonte Voigtmann. "Und in der vor allem jeder seine Rolle gefunden und angenommen hat. Wenn das der Fall ist, passiert meistens etwas Gutes. Wenn dir ein Fehler passiert, bügeln ihn andere aus."

Was der DBB im Fall Saibou gemacht habe, wolle er "eigentlich nicht kommentieren. Das ist nicht meine Aufgabe. Aber hätte es eine klare Aussage gegeben, dann wäre mein Statement vielleicht gar nicht notwendig gewesen", meinte der bei ZSKA Moskau spielende Voigtmann. Mitte Juni hatte er deutlich gemacht, dass er auf eine weitere öffentliche Distanzierung des Rückkehrers setze und auch seine Zukunft im Nationalteam vom weiteren Verlauf abhängig mache. Der 31 Jahre alte Saibou hatte im vergangenen Jahr an Demonstrationen gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie teilgenommen. Bei den Veranstaltungen waren auch Anhänger von Verschwörungstheorien und rechte Gruppierungen dabei.

FC Bayern, Trainer: Präsident Herbert Hainer hat den neuen Cheftrainer Julian Nagelsmann in den höchsten Tönen gelobt. "Ich finde Julian Nagelsmann als Trainer wirklich herausragend. Er ist einer der gefragtesten Trainer in ganz Europa.", sagte der 67-Jährige in der am Dienstag erscheinenden Ausgabe von Münchner Merkur/tz. Der 33 Jahre alte Nagelsmann tue dem Verein "unheimlich gut, er lacht schon in der Früh, wenn er kommt und scheint einfach immer gute Laune zu haben", betonte Hainer: "In so jungen Jahren schon so eine Reife und Überzeugung auszustrahlen und ihm dabei zuzuhören, wenn er über Fußball spricht - Julian ist ein super Typ!" Laut Hainer habe Nagelsmann "auf der einen Seite dieses Spitzbübische, auf der anderen Seite aber auch das Professionelle und Respektvolle. Er weiß genau, wie er mit wem umgehen kann". Durch seine Art herrsche "an der Säbener Straße eine absolute Aufbruchsstimmung, Julian bringt einen unglaublichen Spirit rein", sagte Hainer.

Weitere Verstärkungen sind für den Fußballlehrer jedoch nicht mehr vorgesehen. "Aktuell ist nichts geplant", merkte Hainer an: "Wir haben einen starken Kader, den wir mit Dayot Upamecano, Omar Richards und Sven Ulreich auf hohem Niveau ergänzt haben. Wir haben früh unsere Hausaufgaben gemacht." Großen Transfers seien ohnehin nicht möglich gewesen, "weil wir wegen der Corona-Krise auf Sicht fahren und schauen müssen, dass wir das gut überstehen. Wir werden das Gehaltsgefüge nicht sprengen", sagte der Präsident: "Der FC Bayern wird seinen Pfad der wirtschaftlichen Stabilität nicht verlassen."

Triathlon, Frodeno: Der dreimalige Ironman-Weltmeister Jan Frodeno hat seinen eigenen Weltrekord über die Triathlon-Langdistanz pulverisiert. Beim privat mit Sponsoren organisierten Duell-Format "Tri Battle" im Allgäu gegen den Kanadier Lionel Sanders benötigte der 39-Jährige für die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2Kilometer Laufen 7:27:53 Stunden und unterbot seine fünf Jahre alte Bestmarke um 7:46 Minuten. "Ich bin sprachlos, davon habe ich geträumt", sagte der Kölner nach der Zielankunft, "es ist unglaublich. Es war so hart, so kalt, so regnerisch. Im Moment bin ich ein gebrochener Mann."

Trotz Dauerregen und einem schmerzhaften Sturz nach nur zehn Lauf-Kilometern gelang dem Olympiasieger von 2008 die nächste Fabelzeit, für die alle Voraussetzungen geschaffen worden waren: Die Rad- und die Laufstrecke waren für Allgäuer Verhältnisse sehr flach.

Um weniger abbremsen zu müssen, wurden beim Schwimmen die Ecken abgerundet und auf dem Radkurs gar eine Steilwandkurve eingebaut. Auf Tempomacher und andere Hilfsmittel wurde bewusst verzichtet, damit ein möglicher Weltrekord auch anerkannt würde. Frodeno lag schon nach dem Schwimmen (45:58 Minuten) in Führung. Nach 3:55:22 Stunden auf dem Rad behielt er mit rund fünf Minuten Vorsprung weiter die Nase vorn. Auch von Problemen in der linken Hüfte nach dem Malheur auf durchtränktem Geläuf in einer Kurve im Stadionbereich ließ sich der Hawaii-Champion nicht aufhalten.

© SZ/sid/dpa/bek
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