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Eishockey:Was Wolf in München hinterlassen wird, geht weit über Titel hinaus

In München vollendete er seine beeindruckende Karriere mit jenen Dingen, denen er trotz 337 DEL-Tore so lange erfolglos hinterher gejagt war: mit Titeln. "Nichts wird je an das Gefühl deines ersten Meistertitels rankommen", sagte er. Was er in München hinterlassen wird, geht allerdings weit darüber hinaus. "Er ist ein Traum für unsere Mannschaft", sagt Münchens Co-Trainer Matt McIlvane: "Die Erfolge der letzten Jahre haben ihren Ursprung in Michael Wolf." Einer wie Wolf könne nicht so einfach ersetzt werden, betont Cheftrainer Don Jackson. Er sei der "ultimative" Spieler, ein gutes Vorbild: "Das wird er immer sein."

McIlvanes Hymne auf den Kapitän ist besonders beeindruckend. Für den Amerikaner, der seit 2014 für den EHC arbeitet, ist er "unglaublich und speziell", der "uneigennützigste Eishockeyspieler, den ich in meinem ganzen Leben gesehen habe". Normalerweise würden Top-Torjäger seiner Kategorie immer nur "ich, ich, ich, ich" denken, sagt McIlvane. Wolf dagegen denke nur Team, Team, Team, Team, "und das die ganze Zeit". Andreas Eder, einer der jungen Münchner Spieler, hebt hervor, dass alle nachkommenden deutschen Stürmer hochgeschaut haben zu Wolf, den er als "Wahnsinns Mensch und Spieler" bezeichnet. "Es sind ja nicht nur die Tore, es ist so viel mehr bei Wolfi", unterstreicht er.

Auch Mauer, der Schütze des entscheidenden Tores am Donnerstag, ist voll des Lobes für seinen Kapitän: "Er hat zu einer Zeit geglänzt, als die Liga von ausländischen Spielern dominiert wurde." Nach mehr als 30 Jahren im Eishockeygeschäft, in denen Wolf nach eigenen Angaben sein ganzes Leben danach ausgerichtete habe, ist in wenigen Tagen Schluss. München verliert dann einen Eishockeyspieler, der mehr hinterlässt als nur Tore und Vorlagen. "Ich denke, dass wir sehr, sehr froh sein können, dass er seine Karriere in München beendet", sagt Eder. Ob mit dem vierten Meistertitel nacheinander, wird sich spätestens am 30. April zeigen - das ist der Termin des siebten und letztmöglichen Finalspiels. Wolf dürfte dann nicht minder emotionalisiert sein als am letzten Hauptrundenspieltag.

Dann wird er sich verabschieden und München mit vielen Erinnerungen im Gepäck verlassen. Nur eines wird der Allgäuer, der sich selbst als "Kleinstadt-Mensch" bezeichnet, nicht vermissen: den Münchner Stadtverkehr. Mit dem, erzählte er kürzlich, hat er sich in all den Jahren niemals angefreundet.

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