Eishockey-Playoffs In Unterzahl

Der EHC München kassiert in Berlin eine 0:4-Niederlage. Beim Titelverteidiger kochen die Emotionen über - die Strafzeiten nutzen die Eisbären eiskalt aus.

Von Christian Bernhard

Emotionen gehören zum Sport, zu viele können einer Mannschaft aber auch schaden. Das bekam am Freitagabend der deutsche Eishockeymeister EHC München zu spüren. "Die Emotionen sind ein bisschen übergekocht", sagte Nationalspieler Konrad Abeltshauser, deshalb habe sein Team ein paar Strafzeiten kassiert - und die kamen den Titelverteidiger der Deutschen Eishockey Liga (DEL) teuer zu stehen. Der EHC verlor Spiel zwei der Playoff-Viertelfinalserie bei den Eisbären Berlin 0:4 (0:2, 0:2, 0:0). In der Best-of-seven-Serie steht es nun 1:1, das dritte Spiel findet am Sonntag wieder in München statt (17 Uhr).

Die Münchner starteten gut, wurden aber gleich im ersten Unterzahlspiel bestraft. Sean Backman, der schon im ersten Spiel getroffen hatte, verwertete einen Nachschuss zum Berliner 1:0 (9.). Als sich der EHC halbwegs erholt hatte und wieder aktiver wurde, legten die Eisbären durch Austin Ortega das 2:0 nach (17.). Wenige Sekunden später verhinderte Torwart Danny aus den Birken den dritten Gegentreffer.

Berlins Stürmer Marcel Noebels verwies nach dem Startdrittel darauf, dass seine Mannschaft defensiv sehr gut gestanden sei; Münchens Manager Christian Winkler forderte derweil: "Wir müssen mehr Schlittschuh laufen." Da sein Angreifer John Mitchell aber zum zweiten Mal von der Strafbank aus mit ansehen musste, wie die Eisbären jubelten - diesmal über Brendan Ranfords Treffer (26.) - und Backman nur 66 Sekunden später einen Konter zum 4:0 vollendete, lief der EHC noch vor der Hälfte des Spiels einem deutlichen Rückstand hinterher. Andreas Eders Spieldauerdisziplinarstrafe für einen Bandencheck gegen Backman verbesserte die Lage keineswegs (30.). Die Münchner überstanden zwar die folgende fünfminütige Unterzahlsituation und erhöhten danach den Druck, doch der starke Kevin Poulin im Eisbären-Tor hielt alles, was auf seinen Kasten kam.