NHL-FinaleSieger Sturm tröstet Verlierer Draisaitl

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Nichts zu machen: Spätestens nach dem 0:3 im sechsten Finalspiel, dem ein fataler Fehler von Edmontons Torhüter Stuart Skinner vorausging, wusste auch Leon Draisaitl (links), dass der Stanley Cup in Florida bleibt.
Nichts zu machen: Spätestens nach dem 0:3 im sechsten Finalspiel, dem ein fataler Fehler von Edmontons Torhüter Stuart Skinner vorausging, wusste auch Leon Draisaitl (links), dass der Stanley Cup in Florida bleibt. (Foto: Christian Petersen/Getty Images via AFP)
  • Die Florida Panthers gewinnen zum zweiten Mal in Folge den Stanley Cup, den NHL-Meistertitel, mit einem 4:2-Seriensieg gegen die Edmonton Oilers.
  • Nico Sturm, ein 30-jähriger Augsburger, gewinnt seinen zweiten NHL-Titel, während Leon Draisaitl, Deutschlands bester Eishockeyspieler, erneut im Finale scheitert.
  • Sturm freut sich auf eine Brotzeit und ein deutsches Bier, während Draisaitl trotz seiner herausragenden individuellen Leistungen in der Saison enttäuscht ist und auf einen zukünftigen Titelgewinn hofft.
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Wieder steht Leon Draisaitl, Deutschlands bester Eishockeyspieler, nach dem Finale um den Stanley Cup mit leeren Händen da, erneut heißt der NHL-Champion Florida Panthers. Für den Augsburger Nico Sturm ist es bereits der zweite Titel.

Die Wetterprognosen sind stabil, der deutsche Juni bleibt überwiegend sonnig. Biergartenwirte in und um Augsburg also aufgepasst: Ein Sturm zieht auf. Nico Sturm. Der 30-jährige Augsburger, Stürmer bei den Florida Panthers, hat in der Nacht zu Mittwoch den Stanley Cup gewonnen, den Preis für den Meister der NHL, die begehrteste Trophäe im Eishockey weltweit. Für Sturm war es bereits der zweite Titel nach 2022 mit der Colorado Avalanche, anschließend freute er sich auf „eine Brotzeit und ein deutsches Bier – und Pause für den Körper“. Wobei Sturms Sehnsucht nach einer bayerischen Brozeit tatsächlich noch heißer brennen dürfte als die Muskeln: „Sie können ja mal versuchen, in Amerika einen Presssack oder eine Sulz zu bekommen, das ist ein Ding der Unmöglichkeit“, hatte er der SZ nach seinem ersten Triumph gesagt. Na dann: guten Appetit.

Der Kontrast zwischen Sturm, der sich über verschlungene Pfade in die NHL und zu doppelten Meisterehren gekämpft hat, und Leon Draisaitl auf der anderen Seite hätte nicht schärfer ausfallen können. Hier die Freude eines Profis, der nach drei Jahren Aufbauarbeit beim schlechtesten Team der NHL in San José erst kurz vor den Playoffs nach Florida gewechselt war und nun nach dem entscheidenden 5:1-Sieg den Pokal hochhalten durfte. Und dort Draisaitl, 29, Torschützenkönig der NHL, bester Scorer der Playoffs, mit individuellen Preisen überhäuft und in Sturms Augen „der beste Spieler, den wir in Deutschland haben“, einer der „fünf besten Spieler der Welt“. Aber am Ende eben wieder der Verlierer. Wie im Vorjahr, als die Edmonton Oilers im Finale ebenfalls an dem Team aus Sunrise gescheitert waren.

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Draisaitl blieb im Moment der Niederlage äußerlich gefasst. Im vergangenen Jahr hatten die Oilers die Finalserie nach einem 0:3-Rückstand zum 3:3 ausgeglichen, um im siebten Spiel auf dramatischste Weise 1:2 zu verlieren. Diesmal waren die Panthers das klar überlegene Team, gewannen das fünfte Finalspiel in Edmonton 5:2, das sechste zu Hause 5:1 und entschieden die Serie mit 4:2 Siegen für sich. „Es tut immer weh“, sagte Draisaitl mit leerem Blick: „Da gibt es nicht ‚mehr oder weniger‘. Es fühlt sich genauso an.“

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Draisaitl hatte auch in diesem Spiel alles gegeben, körperlich gespielt und trotzdem versucht, das Spiel seiner Oilers umsichtig zu lenken. Aber spätestens nach einem fatalen Fehler von Torhüter Stuart Skinner vor dem 0:3 dürfte auch Draisaitl gewusst haben, dass an diesem Abend und in dieser Serie nichts mehr zu holen ist. Es gebe „kleine Dinge, die wir auf diesem Niveau lernen müssen“, sagte er, „aber es ist gerade alles sehr frisch“. Zu einer tieferen Analyse war der Kölner zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage: „Die Lehre ist, dass wir nicht gewonnen haben. Das interessiert keinen. Wir müssen es nächstes Jahr wieder versuchen.“

Sturm, 2023 einer der Führungsspieler der Nationalmannschaft auf dem Weg zu WM-Silber, ist überzeugt, dass Draisaitls Stunde noch schlagen wird: „Er ist unser Aushängeschild im deutschen Eishockey, und ich glaube, dass er seinen Stanley Cup noch gewinnen wird. Er hat noch zehn Jahre in der NHL, so wie er das Spiel beeinflusst.“

Für Sturm, der schon vor drei Jahren nach einem Trade von Minnesota nach Colorado den Meistertitel feiern durfte, blieb in diesem Finale zwar nur die Zuschauerrolle, was er von der nervlichen Anspannung her „schlimmer“ fand: „Aber schlussendlich macht’s für mich keinen Unterschied. Es ist eine absolute Ehre und ein Privileg für mich, das Ding wieder anfassen und in die Höhe stemmen zu dürfen. Es ist genauso geil wie beim ersten Mal.“ Ohne jeden Anflug von Häme fügte er an: „Es gibt genügend Leute, die sehr gerne mit mir tauschen würden.“

Korrekturhinweis: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir fälschlicherweise geschrieben, dass Nico Sturm vor drei Jahren von Minnesota nach „Carolina“ getradet wurde. Richtig ist natürlich sein Wechsel nach Colorado zur Avalanche.

© SZ/dpa/sid - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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