Eishockey:Mit den Enkeln auf dem Arm

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Eishockey: Perfekter Sonntag: Cheftrainer Don Jackson (Mitte) empfing die Ehrung für das 1000. DEL-Spiel von seiner Ehefrau, dem Sohn und den Enkelkindern. Sie waren die Überraschungsgäste bei seinem Jubiläum gegen Mannheim.

Perfekter Sonntag: Cheftrainer Don Jackson (Mitte) empfing die Ehrung für das 1000. DEL-Spiel von seiner Ehefrau, dem Sohn und den Enkelkindern. Sie waren die Überraschungsgäste bei seinem Jubiläum gegen Mannheim.

(Foto: Ulrich Gamel/kolbert-press/Imago)

Don Jackson erlebt gegen Mannheim ein sehr spezielles Match: Seine Familie ist extra aus Nordamerika angereist, um dem Jubilar zum 1000. DEL-Spiel zu gratulieren. Und dann besiegt der EHC München auch noch seinen großen Rivalen mit 5:2.

Von Christian Bernhard

Den Weg über die Eisfläche nahm er so wie immer: mit kleinen Schritten, leicht auf seinen Schuhen rutschend. Aber das, was ihn erwartete, war nicht alltäglich: ein roter Teppich und Gäste, mit denen er nicht gerechnet hatte. Don Jackson bekam für sein Spiel Nummer 1000 als Trainer in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) das volle Programm: Geschenke, eine Umarmung von Ligachef Gernot Tripcke, eine Laudatio von Christian Winkler - und seine extra für diesen speziellen Tag eingeflogene Familie aus Nordamerika. Jackson umarmte Frau, Tochter und Sohn und nahm dann seine zwei Enkelkinder auf den Arm, eines links, eines rechts. Dann gab es ein Küsschen für die Kleinen. Jacksons Jubiläumstag rundete das Ergebnis ab: Der EHC Red Bull München gewann das Spitzenspiel gegen die Adler Mannheim am Sonntagnachmittag mit 5:2.

Auf die Münchner Spieler hatte die Ehrung ihres Trainers direkt vor Spielbeginn zu Beginn keine beflügelnde Wirkung. Minutenlang bestimmte Mannheim das Geschehen, Danny aus den Birken im Münchner Tor, der Nationaltorhüter Mathias Niederberger ersetzte, stand mehrmals im Fokus. Stark war seine Parade gegen Nicolas Krämmer, der in Minute sieben mit Tempo auf das Münchner Tor zustürmte. Münchens erste Torchance gab es erst in Minute zehn, Ben Street scheiterte an Felix Brückmann im Adler-Tor.

Nach so einer emotionalen Zeremonie müsse man "die Haxen schon erst mal wieder unter Kontrolle bekommen", sagte EHC-Verteidiger Konrad Abeltshauser während der ersten Werbe-Unterbrechung im Startdrittel bei Magentasport. Das Ziel war klar: Dieser "ganz besondere Tag für den Don" solle ihm auch in schöner Erinnerung blieben. Seinen Worten ließ Abeltshauser kurz darauf Taten folgen: Der Abwehrspieler zog zielstrebig zum Adler-Tor, wurde von seinem Kapitän Patrick Hager gut in Szene gesetzt und traf mit einem platzierten Abschluss über Brückmanns Fanghand zum 1:0 (14.). Die Münchner waren nun im Spiel und erhöhten dank Street noch vor der ersten Drittelpause auf 2:0 (19.).

"Einer von uns" sei Jackson, "nur besser", hatte EHC-Manager Christian Winkler vor dem Spiel gesagt

Dass die Partie zwischen den Rivalen aus München und Mannheim noch sehr intensiv werden würde, deutete sich schon bei der ersten Drittelsirene an, als Ryan McKiernan und Tim Wohlgemuth noch aneinandergerieten. Im Mitteldrittel nahmen Intensität und Physis noch deutlich zu. Davon profitierten in erster Linie die Mannheimer: Tim Wohlgemuth ließ aus den Birken mit einer schönen Bewegung keine Chance (23.), direkt danach lag der Ausgleich mehrfach in der Luft, der dann im ersten Mannheimer Überzahlspiel auch fiel, da Matthias Plachta traf (33.). Auch danach bestimmte Mannheim die Partie, in der 34. und 35. Minute trafen sie zweimal das Torgebälk.

Und Jackson? Der schimpfte mehrfach auf den Schiedsrichter, erst weil Chris DeSousa nach einem Zweikampf an der Bande schmerzverzerrt liegen blieb, nach einer kurzen Behandlungspause in der Kabine aber weiterspielen konnte. Und dann, weil er ein Foul an Hager sah, das die Unparteiischen nicht als Foul werteten. München wankte, fiel aber nicht - und ging mit einer 3:2-Führung in die letzte Drittelpause, nachdem DeSousa nach schönem Zuspiel von Maximilian Daubner getroffen hatte (38.). "Wir wissen, was wir zu tun haben", betonte EHC-Verteidiger Zach Redmond vor dem Schlussdrittel. Aus den Birken wusste es definitiv, er rettete gegen Jordan Szwarz (43.) und Wolf (46.). So konnte Redmond in Überzahl die Führung auf 4:2 ausbauen (50.) und Yasin Ehliz mit einem Treffer ins leere Tor alles klar machen (58.).

"Einer von uns" sei Jackson, "nur besser", hatte EHC-Manager Christian Winkler vor dem Spiel gesagt. Jackson meinte nach Spielende lächelnd, er fühle sich wie der glücklichste Trainer. Dann schnappte er sich erneut seine Enkel und schunkelte mit ihnen zu den Jubelgesängen im Stadion.

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