Eishockey:Tod von Adam Johnson - Festnahme wegen Verdachts des Totschlags

Eishockey: Trauerfeier für Adam Johnson in Nottingham am 4. November.

Trauerfeier für Adam Johnson in Nottingham am 4. November.

(Foto: Isabel Infantes/Reuters)

Der Eishockey-Profi starb vor mehr als zwei Wochen an den Folgen einer Verletzung durch die Kufe eines Gegenspielers. Der Verdächtige kommt nach der Vernehmung durch die Polizei in South Yorkshire auf Kaution vorerst wieder frei.

Siebzehn Tage nach dem Tod des ehemaligen DEL-Profis Adam Johnson bei einem Spiel im britischen Eishockey-Pokal ist am Dienstag ein Mann wegen des Verdachts des Totschlags festgenommen worden. Dies teilte die South Yorkshire Police in einer Stellungnahme mit, die der Zeitung The Yorkshire Post vorliegt. Zur Identität des Mannes machte die Polizei keine Angabe. Damit bleibt offiziell offen, ob es sich bei der festgenommenen Person um den in die Szene involvierten Gegenspieler Johnsons handelt.

"Wir haben unmittelbar nach dieser Tragödie Ermittlungen eingeleitet und seitdem umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, um die Ereignisse zusammenzufassen, die zum Tod von Adam unter diesen beispiellosen Umständen führten", sagte Becs Horsfall, Chief Superintendent der Polizei von South Yorkshire.

Am Mittwoch kam der Verdächtige auf Kaution wieder frei, vorerst bis zum neuen Jahr, wie die Behörde mitteilte. Johnson, der in der vergangenen Saison für die Augsburger Panther in der Deutschen Eishockey Liga gespielt hatte, war Ende Oktober während eines Pokalspiels seiner Nottingham Panthers bei den Sheffield Steelers durch die Schlittschuhkufe seines Gegenspielers Matt Petgrave schwer am Hals getroffen worden. Der 29-Jährige aus dem US-Bundesstaat Minnesota erhielt Erste Hilfe auf dem Eis und wurde dann in ein Krankenhaus gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag. Eine Sprecherin der Polizei sagte der Nachrichtenagentur PA, man arbeite im Rahmen der Untersuchung mit hoch spezialisierten Experten, um zu rekonstruieren, welche Umstände zu Johnsons Tod geführt hätten. Sie bat die Öffentlichkeit darum, von Kommentaren und Spekulationen abzusehen, die die Ermittlungen behindern könnten. In den Sozialen Medien hatte es nach dem Vorfall zum Teil schwere und rassistisch motivierte Angriffe gegen Petgrave gegeben.

Johnsons Tod hatte große Anteilnahme und eine Sicherheitsdebatte ausgelöst. Die Elite Ice Hockey League, der Nottingham und Sheffield angehören, kündigte an, Spieler und Offizielle in Zukunft nachdrücklich zu ermutigen, einen Hals- und Nackenschutz zu tragen. Eine Pflicht dazu ist allerdings nicht geplant. In der English Ice Hockey Association (EIHA) hingegen wird das Tragen eines solchen Schutzes ab 2024 verpflichtend. Die Elite League ist der EIHA jedoch nicht unterstellt. Mehrere andere Profiligen haben das Tragen eines Halsschutzes inzwischen vorgeschrieben. In der DEL wird der Halsschutz zum 1. Januar zur Pflicht.

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