Eishockey Helmut de Raaf wird neuer Chefcoach in Mannheim

Der langjährige deutsche Nationaltorhüter übernimmt das Traineramt bei Adler Mannheim. Der 42-Jährige tritt damit die Nachfolge von Bill Stewart an.

De Raaf, der bislang die Nachwuchsmannschaft trainiert hatte, soll Mannheim in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) wieder auf Titelkurs bringen. Der Rekordmeister ist in der Tabelle auf Platz sechs abgerutscht. Seinen Einstand wird de Raaf bereits am Sonntag in der Partie gegen die Iserlohn Roosters geben.

"Ich übernehme in Mannheim ein Top-Team. Ich habe eine Intention: Ich will, dass die Leute Spaß am Eishockey haben und etwas für ihr Geld geboten bekommen", meinte de Raaf bei seiner Präsentation in Mannheim. Der 42-Jährige erhält zunächst einen Vertrag bis zum Saisonende plus Option auf eine Verlängerung.

Manager Marcus Kuhl glaubt, die richtige Wahl getroffen zu haben: "Helmut arbeitet seit dreieinhalb Jahren erfolgreich im Jungadler-Konzept. Er hat unser vollstes Vertrauen. Auch wenn die DEL für ihn Neuland ist, sind wir von seinen Fähigkeiten überzeugt." Kuhl entschied sich damit gegen die nordamerikanische Variante, im Gesprächen waren auch der Krefelder Meistercoach Butch Goring oder Ex-Bundestrainer George Kingston.

De Raaf will zukünftig eine härtere Gangart anschlagen: "Ich bin kein Kumpeltyp. Ich habe eine genaue Vorstellung, und wenn die Dinge davon nur einen Millimeter abweichen, werde ich sie ändern." So lässt der neue Coach in seiner ersten Amtshandlung nun zweimal statt einmal täglich trainieren. Auch das Spielsystem soll sich ändern. "Wir werden ein komplett anderes Eishockey spielen. Ich verlange offensives und körperlich aggressives Spiel von meiner Mannschaft", sagte der neue Coach und erteilte dem Defensivsystem a la Stewart eine Absage.

Elf Titel und 726 Erstliga-Spiele

Ursprünglich sollte der gebürtige Neusser erst am Saisonende auf den Chefposten rücken. Nachdem der Klub allerdings bekannt gab, dass der Vertrag mit Stewart nicht verlängert wurde, bat der Kanadier um eine vorzeitige Auflösung seines Vertrages.

Unter dem Coach aus Toronto hatten die Adler 2001 den Meistertitel geholt und ein Jahr später das Finale erreicht. Im vergangenen Jahr deutete sich der Abwärtstrend an, als die Mannheimer im Halbfinale an den Kölner Haien scheiterten. Unruhige Zeiten folgten in dieser Spielzeit mit der Suspendierung von Kapitän Stefan Ustorf und dessen Assistenten Yves Racine.

Oberstes Ziel für de Raaf wird nun sein, sich mit dem Team noch eine gute Ausgangsposition für die Playoffs zu erarbeiten. Im günstigste Fall soll am Saisonende der sechste Meistertitel herausspringen.

Als Spieler war de Raaf jedenfalls auf Erfolg programmiert. In seiner aktiven Karriere gewann de Raaf mit der Düsseldorfer EG (5) und den Kölner Haien (4) insgesamt neunmal die deutsche Meisterschaft, als Aushilfstorwart bei den Mannheimern kamen weitere zwei Titel hinzu, ehe er im Jahr 2001 nach 726 Erstliga-Spielen seine Schlittschuhe an den Nagel hängte.