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Eishockey:Deutsche Frauen verpassen Sensation

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Später Jubel: Russlands Eishockey-Frauen besiegen Deutschland

(Foto: AFP)

Die deutschen Eishockey-Frauen führen lange gegen Russland, dann dreht der Favorit binnen fünf Minuten das Spiel. Die deutschen Biathleten verpassen auch im Sprint der Frauen das Podest. Claudia Pechstein wird Vierte über 3000 Meter, die Niederländerin Ireen Wüst gewinnt Gold.

Eishockey, Vorrunde: Die deutschen Eishockey-Frauen haben bei den Winterspielen in Sotschi eine Überraschung zum Turnierstart verpasst. Das Team von Bundestrainer Peter Kathan unterlag am Sonntag den Russinnen trotz Führung mit 1:4 (0:0, 1:0, 0:4). Stürmerin Franziska Busch war in der "Schajba"-Arena vor 5048 Zuschauern das 1:0 gelungen (28. Minute), doch Lija Gawrilowa (45.), Olga Sossina mit einem Doppelpack (49./53.) und Jekaterina Smolenzewa (50.) drehten innerhalb von fünf Minuten die Partie.

Biathlon, Sprint der Frauen: Die deutschen Biathleten haben zum ersten Mal seit der Sprint-Premiere in Lake Placid 1980 eine Medaille in ihrer Spezialdisziplin verpasst. Nach dem desaströsen Auftritt der Männer am Samstag verpassten auch die Biathletinnen um Debütantin Evi Sachenbacher-Stehle und Andrea Henkel bei den Winterspielen in Sotschi das Podest. Zumindest Sachenbacher-Stehles Leistung weckte allerdings Hoffnung für die Verfolgung am Dienstag (19 Uhr MESZ). Wie schon vor vier Jahren in Vancouver gewann die Slowakin Anastasiya Kuzmina olympisches Gold über 7,5 km. Damit ist die 29-Jährige die erste Frau, der das gelang. Silber ging an Olga Wiluchina (+19,9 Sekunden), die für die zweite russische Medaille in Sotschi sorgte. Bronze sicherte sich Wita Semerenko (Ukraine/+21,7).

Eisschnelllauf, 3000 Meter: Claudia Pechstein hat ihre zehnte Olympia-Medaille verpasst. Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin belegte am Sonntag bei den Winterspielen in Sotschi beim Rennen über 3000 Meter in 4:05,26 Minuten nur den vierten Platz. Gold ging an die Niederländerin Ireen Wüst (4:00,34), die damit bereits den dritten Olymiasieg ihrer Karriere feierte. Silber holte Vancouver-Olympiasiegerin Martina Sablikova (Tschechien/4:01,95). Die Russin Olga Graf wurde Dritte (4:03,47). Die Berlinerin Bente Kraus kam auf Platz zwölf.

Ski alpin, Abfahrt: Maria Höfl-Riesch hat im Kampf um Gold bei der Olympia-Abfahrt möglicherweise eine Konkurrentin weniger. Tina Weirather aus Liechtenstein hat sich beim Training am Sonntag einer ersten Diagnose zufolge eine Schienbeinkopfprellung am rechten Bein zugezogen. Ihr Start im Rennen am Mittwoch (8.00/11.00 Uhr MEZ/OZ) sei fraglich, hieß es aus dem Lager ihres Teams. Die 24-Jährige hat in ihrer Karriere bereits vier Kreuzbandrisse erlitten. Ob sie in der Abfahrt und am Samstag im Super-G starten kann, darüber sollen Untersuchungen in den nächsten Tagen Aufschluss geben. Weirather stand in diesem Winter bei sieben der zwölf Speed-Rennen (Abfahrt/Super-G) im Weltcup auf dem Podest. Sie gewann je einen Super-G und einen Riesenslalom. Im Gesamtweltcup liegt sie hinter Höfl-Riesch auf Platz zwei.

Slopestyle der Frauen, Snowboard: Einen Tag nach Premierensieger Sage Kotsenburg bei den Männern hat Snowboarderin Jamie Anderson auch bei den Frauen den USA die erste olympische Goldmedaille im Slopestyle beschert. Die 23 Jahre alte ehemalige WM-Zweite setzte sich in Sotschi mit 95,25 Punkten für den besseren ihrer beiden Läufe vor der Finnin Enni Rukajarvi (92,50) durch. Bronze holte sich die Britin Jenny Jones (87,25). Deutsche Slopestylerinnen waren bei der ersten Austragung auf der olympischen Bühne nicht am Start.

Sotschi 2014
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Skilanglauf, Skiathlon: Wie schon vor vier Jahren in Vancouver hat der Schweizer Skilangläufer Dario Cologna das erste Skilanglaufrennen der Männer bei Olympia gewonnen. Der 27-Jährige setzte sich bei den Winterspielen in Sotschi im Skiathlon über jeweils 15 Kilometer im klassischen und freien Stil nach einem packenden Finish mit 0,4 Sekunden Vorsprung vor Vancouver-Triumphator Marcus Hellner aus Schweden durch. Bronze ging an Vizeweltmeister Martin Johnsrud Sundby aus Norwegen, der einen Rückstand von 1,4 Sekunden aufwies. Cologna hatte 2010 das Auftaktrennen über 15 km für sich entschieden. Achtbar schlug sich ein deutsches Duo, das bis zwei Kilometer vor dem Ende zur Spitzengruppe gehörte. Hannes Dotzler aus Sonthofen kam als 13. ins Ziel (29,4 Sekunden zurück). Der 36 Jahre alte Tobias Angerer aus Vachendorf, der vor vier Jahren in Vancouver Silber gewonnen und sich erst in letzter Sekunde für Sotschi qualifiziert hatte, belegte den 15 Platz (34,3). Keine Rolle spielten Axel Teichmann (Lobenstein) und Thomas Bing (Dermbach).

Eishockey, Frauen: Die Schwedinnen sind mit einem mühsamen Sieg in das olympische Turnier gestartet. Der zweite Gruppengegner der deutschen Mannschaft setzte sich in einer umkämpften Partie gegen Japan mit 1:0 (1:0, 0:0, 0:0) durch. Den Siegtreffer für den Olympiazweiten von 2006 erzielte Jenni Asserholt (13.). Im nächsten Spiel am Dienstag (11.00/14.00 Uhr MEZ/OZ) treffen die Schweden auf die Deutschen, die am späteren Sonntag (14.00/17.00 Uhr MEZ/OZ) ihr Auftaktmatch gegen Gastgeber Russland bestritten. Am Vortag hatten sich die beiden Top-Favoriten USA und Kanada keine Blöße gegeben. Zunächst gewann der Weltmeister und Weltranglistenerste USA gegen Finnland mit 3:1 (1:0, 2:0, 0:1), danach behielt Olympiasieger Kanada gegen die Schweiz mit 5:0 (2:0, 3:0, 0:0) die Oberhand.

Langlauf, Frauen: Norwegens Skilanglauf-Königin Marit Björgen wird ihre Karriere womöglich langfristig fortsetzen und noch bei den Spielen 2018 sowie 2022 an den Start gehen. "Physisch ist das möglich. Ich möchte dabei bleiben, solange die Motivation da ist. Wie lange das sein wird, ist schwer zu sagen", sagte die 33-Jährige dem Nachrichtenportal adressa.no nach ihrem Erfolg im Skiathlon von Sotschi, ihrem insgesamt vierten Olympiasieg. Björgen, die in Sotschi sechsmal Gold holen und zur erfolgreichsten Athletin Olympischer Spiele aufsteigen kann, hatte bislang ein Karriereende nach der WM 2015 in Falun ins Auge gefasst. "Mein Trainer Egil Kristiansen hat mir aber gesagt: Du wirst schon noch die beiden nächsten Spiele machen", sagte Björgen, die am Dienstag im Sprint nach Gold greift. Das Kraftpaket aus Trondheim gehört schon jetzt zu den erfolgreichsten Wintersportlern der Geschichte. Neben ihren vier Olympiasiegen hat Björgen zwölf Weltmeistertitel gewonnen, mehr hat im nordischen Skisport nur die russische Langläuferin Jelena Wälbe (14) erreicht.

© sz.de/SID/dpa/schma

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