Frankfurter Sieg in Mailand Eintracht-Fans schießen Raketen auf den Platz

Nach dem Pokalsieg vergangenen Sommer unter Coach Niko Kovac (heute beim FC Bayern) ist die Eintracht auch mit Adi Hütter bestens unterwegs. Dabei durfte der Trainer in Mailand nicht an der Seitenlinie coachen. Die Uefa hatte den Österreicher wegen eines Tritts gegen eine Wasserflasche im Hinspiel für die Partie in der Lombardei gesperrt. Hütter lag sich nach dem Abpfiff in Mailand mit Sportvorstand Fredi Bobic auf der Tribüne in den Armen. Am Sonntag in der Liga gegen Nürnberg wird Hütter wieder am Spielfeldrand stehen. In Mailand coachten die Assistenten Christian Peintinger und Armin Reutershahn. Der Österreicher Peintinger, den sie "Peinti" nennen, machte im feinen Anzug an der Seitenlinie eine gute Figur und hätte hinterher auf der Pressekonferenz ja auch sagen können: "Da schaut's her, ich kann's ja auch." Hat er aber natürlich nicht gesagt, sondern: "Ich bin stolz auf die Mannschaft."

Das kann die Eintracht auch auf die Mehrheit ihrer Fans sein. Offiziell 13 500 waren nach Italien gereist. Bei ihrem Zug durch die Mailänder Innenstadt am Nachmittag sangen sie sich schon friedlich warm und machten dann die Atmosphäre im Stadion "zu einem Heimspiel", wie Kapitän Hasebe fand. Und dennoch liegt ein Schatten auf diesem für den Verein so tollen Abend. Das mehrfache Zünden von Pyrotechnik in einer der Frankfurter Kurven und das Abschießen von Raketen auf den Platz von einigen Unbelehrbaren könnte für ein bitteres Nachspiel sorgen.

Raketen fliegen auf den Platz in Mailand - den Frankfurter Fans droht nun ein Aussschluss.

(Foto: REUTERS)

Droht den Fans nun sogar der Ausschluss?

Die Eintracht wurde nach ähnlichen Vorfällen im Gruppenspiel bei Lazio Rom von der Uefa zu einer Geldstrafe von 80 000 Euro verdonnert und spielt zwei Jahre auf Bewährung. Sollte es in dieser Zeit erneut Ärger geben, könnten die Hessen, so drohte der Kontinentalverband im damaligen Urteil, mit einer Ausschlussstrafe für die Eintracht-Fans für das nächste Auswärtsspiel belegt werden. Das wusste die Mehrheit und schrie den Zündlern ihre Ablehnung entgegen: "Ihr wollt Eintracht Frankfurt sein?" Und: "Ihr seid Scheiße wie der OFC!" Der OFC, das ist Erzfeind Offenbacher Kickers.

Sollte es tatsächlich zum Ausschluss kommen, müsste eine Mehrheit für die Dummheit einer Minderheit bezahlen. Torwart Kevin Trapp äußerte klar sein Unverständnis für den Pyro-Wahnsinn, er sagte: "Es ist ein No-go. Wir wissen, dass wir vorbestraft sind. Wenn 15 000 hierher mitreisen und sich auf ein Spiel freuen und Einzelne es kaputt machen, dann ist das einfach Schwachsinn. Dafür habe ich kein Verständnis."

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