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Eintracht Frankfurt:Rüffel statt Büffel

Ante Rebic.

(Foto: Uwe Anspach / dpa)

Bei Eintracht Frankfurt gerät nach der Niederlage bei Racing Straßburg im Playoff-Hinspiel der Europa League Stürmer Ante Rebic in die Kritik. Noch ist offen, ob er der Eintracht über die Transferzeit hinaus erhalten bleibt - oder wie seine früheren Sturmpartner noch geht.

Der Angriff, das war im vergangenen Jahr der Mannschaftsteil, der bei Eintracht Frankfurt besonders viel Freude erzeugte. Eine stets gefräßig wirkende Büffelherde war da vorne unterwegs, Luka Jovic (wettbewerbsübergreifend 27 Saisontore), Sébastien Haller (20) und Ante Rebic (10) - und so war dieses Trio mit seinen Treffern und seiner Spielweise ein entscheidender Grund für die überraschend starke Saison, die bis ins Halbfinale der Europa League führte.

Aber in diesen Tagen ist der Angriff ein Mannschaftsteil, der aus anderen Gründen in den Fokus gerät. Jovic und Haller sind bekanntlich für immense Summen gewechselt. Die endgültige Verpflichtung des als Ersatz ausgeguckten Bas Dost (Sporting Lissabon) hakt seit Tagen, was die Vereins-Verantwortlichen zusehends nervt. Beim Kroaten Ante Rebic wiederum ist die Dauerfrage, ob er seine nähere Zukunft eigentlich bei der Eintracht sieht - und am Donnerstagabend zog er nun den Zorn von Trainer Adi Hütter auf sich.

Die Nada stellt die Prüfungen im Fall Hinteregger ein

Mit 0:1 (0:1) verlor die Eintracht das Hinspiel in der finalen Runde der Europa-League-Qualifikation bei Racing Straßburg. Das ist keine ganz schlechte Basis, um sich im Rückspiel am Donnerstag (20.30 Uhr) wieder eine Teilnahme am Europapokal erspielen zu können. Aber über Rebics in der Tat wenig überzeugendes Auftreten war Hütter schwer verärgert, in der Pause wechselte er ihn aus.

"Wir werden uns zusammensetzen und mit ihm Klartext sprechen", sagte Hütter: "Das war keine Leistung, wie wir sie uns von ihm vorstellen." Wenn man für Eintracht Frankfurt spiele, "will ich, dass man sich zerreißt". Und übrigens: "Wenn er hier bleiben möchte, will ich, dass er das auch zeigt. Wenn nicht, müssen wir eine Lösung suchen." Auch von Torhüter Kevin Trapp kamen ein paar kritische Einlassungen, ohne dass er Rebic konkret erwähnte: "In der ersten Halbzeit haben nicht alle voll mitgearbeitet und wir wissen, dass wir dann keine Chance haben."

Anderntags, bei der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen RB Leipzig (Sonntag, 15.30 Uhr), war Hütter schon etwas entspannter. Es habe ein Gespräch mit Rebic gegeben - und ob der Kroate am Sonntag dabei sei, hänge ausschließlich davon ab, ob er nach einem Schlag auf die Wade wieder fit sei. Zugleich sagte der Österreicher, dass er auch mit einer Nacht Abstand noch mal "das Gleiche" sagen würde über seinen Stürmer.

Solch angespannte Töne sind in Frankfurt schon länger nicht mehr zu vernehmen gewesen. In dieser Woche aber war die Stimmung erst gereizt, weil die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) die Behandlung von Abwehrspieler Martin Hinteregger in einer Verletzungspause während des Spiels gegen Hoffenheim prüfte. Laut Eintracht kamen dabei nur eine Akupunktur-Nadel und ein sogenannter Kohlenhydrate-Shot zum Einsatz. Am Freitag teilte die Nada mit, dass sie ihre Untersuchung nach einer Analyse von TV-Bildern sowie von der Eintracht eingereichten Unterlagen eingestellt habe. Es liege kein möglicher Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen vor. Und sportlich wiederum gab es die Hängepartie um Dost, das 0:1 in Straßburg und nun Hütters Rüffel.

Ganz neu ist es für die Eintracht nicht, dass Rebics Zukunft ungewiss ist. Vor einem Jahr wurde schon einmal kräftig spekuliert, dass der Kroate - nicht zuletzt wegen seiner starken WM - das Team verlassen würde. Aber die Klubverantwortlichen schlugen die eingehenden Angebote aus. Stattdessen verlängerte der Stürmer. Am Freitag wollte Trainer Hütter zur Frage, ob Rebic ihm gegenüber Klarheit bezüglich eines Wechselwunsches geschaffen habe, zwar nichts sagen. Aber als er anfügte: "Ich kenne mich aus, der Verein kennt sich auch aus" - da klang das schon so, als müsse die Eintracht sich intensiver mit dem Gedanken befassen, nicht nur zwei ihrer im Vorjahr so starken Stürmer ersetzen zu müssen, sondern noch einen dritten.