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Eintracht Frankfurt:"Nur ich wurde ans Kreuz genagelt"

Fußball DFB Pokal Viertelfinale Eintracht Frankfurt Arminia Bielefeld am 28 02 2017 in der Commerz

Suspendiert: Frankfurt Guillermo Varela darf nicht im Pokalfinale mitspielen.

(Foto: imago/Revierfoto)
  • Guillermo Varela ist vor dem Pokalfinale von Eintracht Frankfurt suspendiert worden, weil er sich ein Tattoo hat stechen lassen.
  • Nun fühlt er sich zu Unrecht an den Pranger gestellt.
  • "Ich kann mir nicht erklären, warum man mich so hart bestraft", sagt Varela gegenüber der SZ.

Guillermo Varela weiß noch immer nicht so recht, wohin mit seinen Gefühlen. Eigentlich hätte er an diesem Samstag in Berlin sein wollen, um zusammen mit seinen Mannschaftskameraden von Eintracht Frankfurt um den DFB-Pokal zu kämpfen, im Finale gegen Borussia Dortmund. Doch nun sitzt der 24-Jährige daheim. Am Mittwoch hatte er ein Schreiben erhalten, schwungvoll unterschrieben von Fredi Bobic, dem Vorstand Sport, und Bruno Hübner, dem Sportdirektor der Eintracht, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass er mit sofortiger Wirkung und bis Ende Mai suspendiert sei.

Überdies habe er eine Vertragsstrafe zu leisten: 70 000 Euro, die ihm von den nächsten Gehaltsabrechnungen abgezogen werden sollen, der Betrag liegt im Bereich eines Monatsgehalts. Der Grund: Er hatte er sich am Montag ein Tattoo stechen lassen. Nun fühlt er sich in jeder Hinsicht schlecht behandelt. "Mein Name wird besudelt", sagte Varela der Süddeutschen Zeitung. Er prüft rechtliche Schritte.

Varela

Das Corpus delicti: La Catrina heißt das Motiv, das sich Varela hat stechen lassen. Es ist ein geschminktes Frauengesicht aus der mexikanischen Tradition des Totentages.

(Foto: oh)

Das Tattoo sei nicht sonderlich groß, sagte er, und dass er es sich stechen ließ, sei "aus Aberglauben" passiert. Die Vorgeschichte hat mit seinem eigentlichen Arbeitgeber zu tun: Manchester United, der ihn im vergangenen Sommer an die Eintracht auslieh. "Vor dem FA-Cup-Finale 2016 sind wir mit mehreren Spielern losgezogen und haben uns ein Tattoo stechen lassen, und dann haben wir den FA Cup gewonnen", erzählt Varela. "Nun habe ich das wiederholen wollen, weil es uns mit Manchester so viel Glück gebracht hatte".

Damals war es ein Engel, den er sich in die Haut stechen ließ; diesmal fiel die Wahl auf La Catrina, ein geschminktes Frauengesicht, ein Motiv aus der mexikanischen Tradition des Totentages. Anderntags sei die Stelle ein wenig gerötet gewesen. Varela fragte den Mannschaftsarzt nach einer Salbe, und löste damit eine Affäre aus, die ihn das Pokalfinale kostete. Die Klubführung wertete das Verhalten als "grob fahrlässig". Bobic sagte am Freitag in Berlin, die tätowierte Stelle sei nicht nur rot gewesen, es hätten sich auch Blasen gebildet - ein Grund dafür, dass er nicht trainingsfähig gewesen sei. "Er hat der Mannschaft geschadet", sagte Bobic, von den Zeitungen mit den großen Buchstaben wurde Varela als "Tattoo-Depp" tituliert, der Fall machte weltweit Schlagzeilen, in Medien wurde spekuliert, er habe sich womöglich verfassungsfeindliche Symbole stechen lassen.