Europa League Frankfurt liefert ein letztes großes Drama

  • Die großartige Saison von Eintracht Frankfurt in der Europa League endet im Halbfinale.
  • Gegen Chelsea ist die Eintracht phasenweise besser, doch in der Verlängerung nutzt Stürmer Haller zwei Chancen nicht.
  • Dann folgt der K. o. im Elfmeterschießen.
Von Javier Cáceres, London

Das europäische Abenteuer der Frankfurter Eintracht ist am Donnerstag an der Londoner Stamford Bridge auf tragische Weise zu Ende gegangen. Nach dem 1:1 aus dem Hinspiel des Europa-League-Halbfinales erstritt der DFB-Pokalsieger des vergangenen Jahres am Donnerstag beim FC Chelsea ein 1:1 nach Verlängerung - und unterlag dann 3:4 im Elfmeterschießen. Zu den tragischen Helden der Eintracht wurden Martin Hinteregger und Gonçalo Paciência, die verschossen. Chelsea trifft im Endspiel von Baku Ende Mai auf den FC Arsenal. Damit sind die europäischen Endspiele eine englische Angelegenheit: Im Champions-League-Finale stehen sich Liverpool und Tottenham gegenüber.

Die Frankfurter hatten zu Beginn den Willen erkennen lassen, in London Persönlichkeit zu zeigen. Der Eintracht gehörten die ersten Minuten und auch die erste Chance der Partie: Nach einer Flanke von Luka Jovic von der linken Seite zog Danny Da Costa aus vierzehn Metern volley ab. Doch Kepa, der baskische Torwart Chelseas, antwortete mit einer brillanten Parade. Danach begann Chelsea den Ball zu monopolisieren und zwang die Eintracht zu einer intensiven Laufleistung - immer dem Ball hinterher. Doch erst nach 20 Minuten ließ Chelsea mit Chancen aufhorchen.

Europa League Elfmeterschießen - Frankfurt verpasst Finale
Halbfinale der Europa League

Elfmeterschießen - Frankfurt verpasst Finale

Was für ein Kampf der Eintracht ums Finale der Europa League: Gegen Chelsea hat Frankfurt auch in der Verlängerung beste Chancen, doch es bleibt beim 1:1. Es geht über die volle Distanz.

Erst scheiterte der französische Stürmer Olivier Giroud aus spitzem Winkel an Torwart Kevin Trapp (23.), dann rettete Makoto Hasebe nach einem Kopfball von David Luiz auf der Linie. In der 28. Minute war der Stein gehöhlt: Chelseas belgischer Magier Eden Hazard tanzte mit seinem argentinischen Bewacher David Abraham auf einem Quadratmeter Tango und bediente Ruben Loftus-Cheek, der Trapp mit einem Schuss in die lange Ecke überwand. Doch die Eintracht, die zunächst ausgelaugt wirkte, erwachte nach der Pause - und glich aus. Nach einem Doppelpass mit Mijat Gacinovic stand Luka Jovic allein vor Kepa - und überwand Chelseas Torwart mühelos (49.).

Der zehnte Treffer des Serben im laufenden Wettbewerb beflügelte die Eintracht. Sie tat einen Schritt nach vorn und kam durch einen Volleyschuss von Gacinovic zu einer weiteren Chance, Kepa wehrte ab (59.). Im Lichte der zunehmenden Lethargie seines Teams reagierte Chelseas Trainer Sarri, brachte den Torschützen aus dem Hinspiel, Pedro Rodríguez, für Willian. Bei einem Zweikampf mit Pedro verdrehte sich Sebastian Rode das Knie - und musste unter Tränen ausgewechselt werden.

Erst in Abwesenheit der Seele der Eintracht fand Chelsea wieder ins Spiel - und hatte Glück, dass Kapitän Azpilicueta für einen brutalen Tritt gegen das Knie von Gacinovic nicht die rote Karte sah, die zwingend gewesen wäre (83.). Der Referee zeigte nur Gelb. Einen von Trapp parierten Schuss von Giroud hatte die Partie in der regulären Spielzeit noch zu bieten (87.). Dann ging sie in die Verlängerung - mit dem seit Ende März verletzten Eintracht-Stürmer Sebastien Haller, der zum Ende der regulären Spielzeit eingewechselt wurde.

Der Franzose hätte sein Comeback fast mit einem Tor gefeiert. David Luiz und Zappacosta retteten zweimal auf der Linie (100./105.). Aufregung gab es in der 116. Minute, als Azpilicueta den Ball ins Tor bugsierte, aber ein Stürmerfoul gegen Trapp beging. Dann aber kam es zur Lotterie des Elfmeterschießens - und zum Drama für die Eintracht.

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