E-Sport:Spielstätte für EA Sports FC: BVB in der Virtual Bundesliga

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Die Bühne für die BVB-E-Sport-Profis in der Heimspielstätte von Borussia Dortmund. Foto: Niklas Graeber/dpa (Foto: dpa)

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Dortmund (dpa) - Eine eigene Heimspielstätte für den E-Sport: Damit will Borussia Dortmund seinen Einstieg in den FIFA-Nachfolger EA Sports FC unterfüttern. In seiner ersten Saison der Virtual Bundesliga Club Championship eröffnete der BVB seinen eigenen Bereich, den "Signal Iduna Gaming Park" in der Gaming-Bar Basestack mitten in Dortmund.

Wer im Eingangsbereich rechts abbiegt, kommt in die E-Sport-Arena, wo am 5. Dezember das erste EA-FC-Derby gegen den FC Schalke 04 stattfand. Neben den Türen stehen zweistöckige Holzbänke, ihnen gegenüber die schwarz-gelbe Bühne mit Konsolen, Gaming-PCs, Bildschirmen und einem Kommentatorenplatz. Bis zu 150 Zuschauer können hier Platz nehmen, sagen die Verantwortlichen.

EA-Sports-FC-Team spielt in neuer Gaming-Bar

"Wir sind proaktiv angesprochen worden von Basestack", sagt Alexander Mühl, Direktor Marketing und Digitalisierung beim BVB, im Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Hier passt es einfach perfekt. Du hast Laufkundschaft, du bist mitten im Herzen der Stadt. Das war schon echt ein Glücksfall."

Einige Fans kommen und gehen spontan während der Spiele, der Eintritt ist frei. Wer noch nicht genau weiß, was der BVB hier macht, soll durch einen nach außen zeigenden Bildschirm angelockt werden. Das Derby verfolgen knapp 25 Leute live in der Arena.

BVB peilt junge Zielgruppe an

Am ersten Spieltag in Dortmund seien es noch bis zu 70 gewesen, sagt Jannis Jersch, Teamlead Digital Products und Innovation beim BVB. "Als sie den entscheidenden Siegtreffer in der 93. Minute gemacht haben, hat es diese Emotionen gezeigt, die dann möglich sind", sagt er im Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist ein anderes Fußballgucken als im Stadion, aber es ist möglich, mit diesem Thema eine junge Zielgruppe anzuzünden."

Wie im Stadion laufen hier vor dem Spiel die Fanhymnen "You'll Never Walk Alone" und "Heja BVB", durchgehend mitgesungen wird aber noch nicht. Auch während der Duelle bleibt es eher leise, was auch am Ergebnis liegt. Die Borussen liegen gegen den Erzrivalen früh zurück.

Laufkundschaft und Breitensportler im Publikum

Auf den kleinen Tribünen fällt das junge Alter vieler Gäste auf. Mit einer dreiköpfigen Gruppe im Alter von 12 bis 14 Jahren ist Dennis Kazakis als erwachsene Begleitperson aus dem nahen Herne angereist.

"Es ist eine Art Ausflug oder teambildende Maßnahme, wo wir uns außerhalb des Trainingsalltags die Zeit genommen haben, um die Jungs vom BVB anzufeuern", sagt der Trainer der EA-FC-Jugendmannschaft des DSC Wanne-Eickel. "Wir wissen, dass das Anfeuern eine psychologische Wirkung haben kann und vielleicht den einen oder anderen Reserve-Akku aktiviert."

Spieler hoffen auf Heimvorteil

Mit Alihan Kösecik ist auch der aktuelle Dortmunder Stadtmeister neu beim BVB. Auf sein VBL-Debüt wartet der 20-Jährige noch.

"Die Atmosphäre ist der Hammer. Ich kenne keinen Club, der das auch so organisiert", sagt er im dpa-Gespräch. "Natürlich ist es als Spieler auch schwierig, mit Publikum zu spielen. Aber wenn wir einen Verein einladen, ist es für uns ein Heimvorteil."

BVB will Auswärtsfahren in VBL

Echte Heim- und Auswärtsspiele gibt es trotz der Spielstätte nicht, denn die VBL CC wird online ausgespielt. Mittelfristig hofft Jersch darauf, dass sich die Gegner gegenseitig einladen, und die Rivalitäten auch näher erlebbar machen.

Damit wolle man am Ende auch die VBL voranbringen. "Selbst, wenn hier nur ein paar Bochumer oder Kölner wären. Das ist immerhin mehr, als es sonst ist", sagt Jersch. "Wir sind auch bereit, zu Auswärtsspielen wegzufahren und woanders zu spielen, weil es schon geil ist, da Communities zusammenzubringen und Events draus zu machen."

© dpa-infocom, dpa:231225-99-405765/2

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