Dunkle Stunden bei Olympia – Montreal 1976 - Boykott von 22 Staaten

Montreal 1976 - Boykott von 22 Staaten

Boykottandrohungen, Streik der Arbeiter auf den Baustellen, Angst vor Terrorattacken wie 1972, ein Großaufgebot an Polizisten - die Spiele in Montreal waren schon lange vor der Eröffnungsfeier weit davon entfernt, unbeschwert zu sein. Zu traurigen Spielen wurden sie endgültig, als sich die sich immer stärker organisierenden afrikanischen Staaten für den Ausschluss Neuseelands aussprechen, da dessen Rugby-Mannschaft für ein Spiel in den Apartheidstaat Südafrika gereist war.

Das IOC gab nicht nach, 22 hauptsächlich afrikanische Staaten ebenso wenig - sie boykottierten die Spiele. Zumindest die Leichtathletik-Konkurrenz war daraufhin in vielen Disziplinen nicht mehr Olympia-würdig. Doch mit der Schlussfeier endeten die unglückliche Beziehung der kanadischen Stadt mit den Olympischen Ringen nicht. 20 Jahre lang mussten Kanadas Einwohner per Sondersteuer eine Milliarde Dollar Schulden für die Spiele abbezahlen. Auch der sportliche Ertrag war mager: Das kanadische Team holte keine einzige Goldmedaille.

Bild: picture-alliance / dpa 27. Juli 2012, 15:172012-07-27 15:17:13 © Süddeutsche.de/sonn/lala