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Düsseldorf:Leipziger Mühsal

1:1 am Sonntag: Leipzigs Bruma (links) gegen den Düsseldorfer Morales.

(Foto: Robert Michael/AFP)

Beim 1:1 geht die Underdog-Taktik des Aufsteigers auf. In der Schlussphase wurde es nur hektisch. Es kam zu Rudelbildungen - und zu Chancen auf beiden Seiten.

Die neue Bundesligasaison lässt sich für RB Leipzig weiterhin beschwerlich an. Eine Woche nach der 1:4-Auftaktpleite bei Borussia Dortmund und drei Tage nach der dramatischen Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League gegen Luhansk (Ukraine) kam Leipzig gegen den Aufsteiger Fortuna Düsseldorf nur mit Mühe zu einem 1:1-Unentschieden.

RB kam mit der klassischen Underdog-Strategie der Düsseldorfer zu nahezu keinem Zeitpunkt der Partie zurecht. Teilweise begünstigt durch Schiedsrichter Marco Fritz, der die bemerkenswert vielen taktischen Fouls der Düsseldorfer im Mittelfeld nicht mit der gebotenen Strenge unterband, war die Fortuna mit ihrer Fünfer-Abwehrkette voll in ihrem Element. Und es spielte ihr auch in die Hände, dass RB-Trainer Ralf Rangnick gleich acht Veränderungen in der Startelf vornahm, die für Leipziger Orientierungsprobleme sorgten.

Augustin gleich Fortunas Führung durch Zimmermann aus

Der Beginn gehörte Düsseldorf. Nach zwei spektakulären Flankenwechseln kamen die Gäste zu einer formidablen Chance, Leipzigs Torwart Peter Gulacsi aber parierte eine Direktabnahme von Marvin Duksch aus kurzer Distanz mit Bravour (6.). Danach riss Leipzig zwar den Ball an sich, entwickelte Druck, kombinierte mit einigem Tempo; Fissuren im Abwehrbeton der Düsseldorfer entdeckte RB aber nicht.

Aus dieser beruhigenden Konstellation heraus kam Fortuna zu zwei guten Konterchancen, Duksch (27.) und Niko Gießelmann (36.) vergaben aber. Dann erst waren die Leipziger am Zug. In der 39. Minute scheiterte Timo Werner nach einem wunderbar mit der Hacke weitergeleiteten Lupfer von Diego Demme; und Düsseldorfs Torwart Michael Rensing hatte keine Probleme, einen 14-Meter-Flachschuss von Emil Forsberg zu deaktivieren. Ein Tor von Jean-Kévin Augustin (41.) fand wegen Abseits zurecht keine Anerkennung.

Nach der Pause schockte die Fortuna die Leipziger. Rouwen Hennings tunnelte auf der rechten Seite Dayot Upamecano, Duksch passte in die Mitte, wo Alfredo Morales umsichtig die Beine öffnete, auf dass der Ball bei Niko Gießelmann landete. Gießelmann legte am Strafraum quer auf Matthias Zimmermann, der abzog und zur Führung traf (47.). Es folgten wütende, aber überhastete Angriffe der Leipziger, bis eine Flanke von Nordi Mukene vor den Füßen von Augustin landete: Der Franzose lupfte den Ball über den herausstürzenden Rensing hinweg und erzielte das 1:1.

In der Schlussphase wurde es hektisch. Es kam zu Rudelbildungen - und zu Chancen auf beiden Seiten. Benito Raman (76.) scheiterte wie Timo Werner (77.) aus kurzer Distanz, Leipzigs Cunha setzte einen Fallrückzieher neben das Tor. Gulcasi lenkte einen Duksch-Drehschuss auf die Querlatte (85.) - und verhinderte den ersten Bundesligasieg der Fortuna seit Mai 1997. Doch ein verdienter Erfolg war das Remis für die Fortuna allemal.