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Drogenproblem im englischen Fußball:Kontrollen sind teilweise nicht möglich

Da die britischen Fußballer aber nicht bei einem Spiel, sondern im Training oder wie O'Connor während einer Verletzung aufflogen, wurde es auch vom britischen Verband nicht als Doping eingestuft, sondern als Drogenmissbrauch.

In Deutschland übernimmt die Nada im Fußball die Trainingskontrollen, die Wettkampfkontrollen der Deutsche Fußball-Bund (DFB). "Wenn es einen positiven Fall gibt, erfahren wir in Deutschland davon auf jeden Fall", sagte Mertes. Aber erst, wenn leistungssteigerndes Doping und kein Drogenverstoß festgestellt wird, zieht das nach einer Prüfung der Umstände eine Sperre nach sich. Wichtig ist dabei auch die Sportart. Während beispielsweise bei Fußballern ein leicht erhöhter Alkoholwert nicht als Doping geführt wird, zählt er bei Sportschützen wegen der beruhigenden Wirkung als leistungssteigernd und ist daher verboten.

Für den Konsum der Party-Drogen verhängt der englische Verband interne Strafen von bis zu sechs Monaten. Das Problem ist jedoch, dass er die Spieler oftmals gar nicht kontrollieren konnte: Bei Manchester City, Liverpool, Fulham, Everton, Newcastle und anderen Klubs mussten nach dem Bericht von Channel 4 geplante Drogentests abgesagt werden - weil die Spieler nicht anzutreffen waren. Da die Tests aber nicht angekündigt waren, blieben sie folgenlos.

In Deutschland sind alle Trainingskontrollen unangekündigt, "sonst würden sie ja keinen Sinn machen", sagte Mertes. Die Fußballspieler müssen immer angeben, wo sie sich aufhalten. Werden sie dreimal nicht angetroffen und haben dafür keine Erklärung, folgt eine Sperre.

Die Verstöße in Großbritannien werden zwar nicht als Dopingvergehen eingestuft, werfen aber erneut ein schlechtes Licht auf den Fußball auf der Insel. Denn seit der Veröffentlichung der geheimen Kontrollen, die in den vergangenen acht Jahren 43 Mal positiv ausfielen, ist klar: Der englische Fußball hat nicht nur ein Alkohol-, sondern auch ein Drogenproblem.

© sueddeutsche.de/hum/lala

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