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Drittliga-Relegation:Finale auf der Alm

Fußball, Hinspiel um den Aufstieg in die 3. Liga, 1. FC Lokomotive Leipzig gegen SC Verl (25.06.2020). Spielerkreis von

Auswärtsspiel um den Aufstieg - aber nicht in Verl: Lok Leipzigs Mannschaft reist nun nach Bielefeld.

(Foto: opokupix/imago)

Einige Drittligisten erhalten die Lizenz nur mit Ausweichstadien. Das Playoff zwischen Leipzig und Verl wird in Bielefeld stattfinden.

Am Dienstag, 16 Uhr, wird der letzte Aufsteiger in die dritte Liga ermittelt. Der SC Verl, der im Playoff-Hinspiel bei Lok Leipzig ein 2:2 erzielt hat, kann das Rückspiel aber nicht zu Hause bestreiten, weil nach dem Corona-Ausbruch in der wenige Kilometer entfernten Fleischerei Tönnies für den Kreis Gütersloh der Lockdown gilt. So findet das Finale dieser ohnehin kuriosen Relegation, zu der Verl und Leipzig nach dem Abbruch ihrer Regionalligen aus monatelanger Wettkampfpause antraten, nun im Stadion von Bundesliga-Aufsteiger Bielefeld statt - unter Aufsicht eines Polizeiaufgebots mit "szenekundigen Beamten", wie es aus Bielefeld heißt. Denn die Fanszene des Traditionsklubs Lok hat dazu aufgerufen, zum Rückspiel nach Ostwestfalen zu reisen, um das Team rund um das Stadion zu unterstützen.

Verl als Untermieter auf der Bielefelder Alm - das gibt einen Vorgeschmack auf die nächste Saison der dritten Liga. Am Montag hat der Deutsche Fußball-Bund sämtlichen Anwärtern für die Spielklasse die Zulassung erteilt. Auch dank Corona-bedingter Lockerungen im Lizenzverfahren haben nun alle Betroffenen Planungssicherheit. Die drei Regionalliga-Meister, die direkt hoch in die dritte Liga dürfen (Saarbrücken, Lübeck und Türkgücü München), erfüllen ebenso die DFB-Kriterien wie die möglichen Neulinge Verl und Leipzig.

Allerdings müssen mehrere Vereine in fremde Stadien umziehen oder Ausweichspielorte angeben. Verl könnte sich im Falle des Aufstiegs bei Bundesliga-Absteiger SC Paderborn einquartieren. Der 1. FC Saarbrücken, wegen der Renovierung des heimischen Ludwigsparks seit Jahren in Völklingen untergebracht, gibt als neue Heimspiel-Option das Stadion des FSV Frankfurt am Bornheimer Hang an. Besonders komplex ist die Lage bei Türkgücü. Die Münchner haben nach langer Suche das Stadion der Würzburger Kickers, am anderen Ende des Freistaats Bayern, als Ersatzspielort gemeldet. Es sind aber auch Heimspiele in zwei Münchner Stadien geplant: Türkgücü darf teilweise im bereits von den künftigen Drittligarivalen FC Bayern II und TSV 1860 genutzten Grünwalder Stadion antreten. Auch im ehrwürdigen Olympiastadion, das seit 2005 kein Fußballspiel mehr erlebt hat, könnten einzelne Türkgücü-Partien stattfinden. Zudem wird der KFC Uerdingen seine Drittliga-Heimspiele weiterhin in Düsseldorf austragen.

© SZ vom 30.06.2020 / sz
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