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Dritte Liga:Uerdingen droht Abstieg in die Regionalliga

Michail Ponomarew

Will nicht mehr Investor sein: Michail Ponomarew.

(Foto: Roland Weihrauch/dpa)

Nach dem angekündigten Rückzug von Investor Ponomarew ist die Lizenz des KFC in Gefahr. Dynamo Dresden muss in Arbeitsquarantäne. Der DFB-Manager Oliver Bierhoff würde sich über ein Treffen mit Mesut Özil freuen.

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Dritte Liga: Fußball-Drittligist KFC Uerdingen ist nach dem angekündigten Rückzug von Präsident Michail Ponomarew auf der Suche nach einem neuen Investor noch nicht fündig geworden. Auf einer Informationsveranstaltung für die Mitglieder am Dienstagabend zeichneten die Club-Verantwortlichen ein düsteres Bild für den Fall, dass kein neuer Geldgeber gefunden wird. "Dann wird der KFC in der kommenden Saison nicht mehr in der 3. Liga spielen, sondern in der Regionalliga", sagte Ponomarew.

Eine Mannschaft, die um den Klassenerhalt kämpfe, kostet laut Ponomarew vier bis fünf Millionen Euro pro Saison. "Wenn man aufsteigen will, werden acht bis neun Millionen Euro benötigt. Vom Fernsehen gibt es eine Million, den Rest zahle derzeit ich. Ich bin aber nur noch bis zum Sommer dabei", erläuterte der 46-Jährige. "Wer will das zahlen? Niemand." Deshalb müsse der KFC in Betracht ziehen, in der Regionalliga zu spielen und dort gesunde Strukturen zu schaffen.

Bis zum 1. März muss die Lizenz für die 3. Liga beantragt werden. Sollte bis dahin kein Investor gefunden worden sein, werden die Uerdinger wohl eine Klasse tiefer antreten müssen. Sogar eine mögliche Insolvenz des früheren Bundesligisten steht im Raum. "Die Situation hat sich in den vergangenen Wochen erheblich verschlechtert", klagte Aufsichtsratschef Andreas Galland.

Dynamo Dresden: Trainer Markus Kauczinski vom Fußball-Drittligisten Dynamo Dresden ist am Dienstag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab der Verein am Mittwoch bekannt. Neben Kauczinski wurde demnach eine weitere Person des Drittliga-Teams positiv getestet. Beide seien symptomfrei und hätten sich in eine zehntägige häusliche Quarantäne begeben. Da nach Absprache mit dem Gesundheitsamt Dresden auch die gesamte Mannschaft vorsorglich in eine fünftägige sogenannte Arbeitsquarantäne gehen musste, beantragte der Verein beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Verlegung des für Samstag geplanten Spiels gegen den SV Wehen-Wiesbaden.

Die Arbeitsquarantäne sieht vor, dass die Spieler weiter in Kleinstgruppen unter freiem Himmel trainieren dürfen, um den Fitnesszustand erhalten zu können. Fallen die Corona-Tests danach negativ aus, können die Spieler die häusliche Isolation wieder verlassen und ins Mannschaftstraining zurückkehren.

Internationaler Fußball: DFB-Direktor Oliver Bierhoff wäre nach der jüngsten Annäherung zwischen dem Verband und Rio-Weltmeister Mesut Özil zu einem gemeinsamen Treffen bereit. "Wir waren informiert, dass unser Präsident Kontakt zu Mesut aufgenommen hat. Wenn ein Treffen daraus entsteht und sich alle an einen Tisch setzen, würden wir uns freuen", sagte Bierhoff der Bild-Zeitung: "Ich hatte auch schon mit Mesut zu seinem Geburtstag über WhatsApp Kontakt, und er hat sehr nett geantwortet."

Özil selbst hatte am Montagabend in einer Fragerunde auf Twitter mitgeteilt, dass er "einen schönen persönlichen Brief des DFB-Präsidenten Fritz Keller" erhalten habe. Dieser habe auch Özils geräuschvollen Rückzug aus dem DFB-Team im Zuge des historischen WM-Desasters 2018 mit der unrühmlichen Erdogan-Affäre aufgegriffen. Nach Informationen des Sportinformationsdienstes hatte Keller den Brief im vergangenen Oktober im zeitlichen Umfeld des Länderspiels gegen die Türkei (3:3) in der Hoffnung auf Wiederannäherung geschrieben. Keller selbst war bei den Vorfällen damals noch nicht im Amt gewesen.

Im Rahmen der Fragerunde hatte Özil von seinen "vielen fantastischen Erinnerungen" an die Zeit im deutschen Trikot, vom WM-Triumph 2014 und "einer großen Ära des deutschen Fußballs" geschwärmt. Er würde nie sagen, dass er "es bereut habe, für Deutschland zu spielen", so der 32-Jährige. Özil steht derzeit noch beim FC Arsenal in England unter Vertrag, der Kontrakt läuft aber im Sommer aus. Der Spielmacher wird unter anderem mit einem Winter-Wechsel zu Fenerbahce Istanbul in Verbindung gebracht.

Bundesliga: Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen hat den dreimaligen niederländischen Nationalspieler Timothy Fosu-Mensah vom englischen Tabellenführer Manchester United verpflichtet. Der Rechtsverteidiger unterschrieb einen Vertrag bis 2024. Da sein Vertrag in Manchester zum Saisonende ausgelaufen wäre, ist die Ablösesumme überschaubar. Nach Medienberichten soll sie bei unter zwei Millionen liegen. Fosu-Mensah soll die Probleme Bayers auf der rechten Abwehrseite lösen. Der im Sommer von Atlético Madrid für ein Jahr ausgeliehene Santiago Arias zog sich nach einem Einsatz für Bayer einen Wadenbeinbruch zu, Mitchell Weiser spielt in den Überlegungen von Trainer Peter Bosz nur als Notnagel eine Rolle, Ex-Kapitän Lars Bender ist häufig verletzt und wird am Saisonende seine Karriere beenden. Fosu-Mensah war in Manchester zuletzt auch nur Ersatz. In der Premier League wurde er nur am ersten Spieltag eingesetzt, in der Champions League kam er zu zwei Kurzeinsätzen.

© SZ.de/dpa/sid/schm
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