Drittliga-RelegationWürzburg steigt auf – Lok Leipzig scheitert erneut

Lesezeit: 2 Min.

Die Würzburger feiern den Drittligaaufstieg.
Die Würzburger feiern den Drittligaaufstieg. Karl-Josef Hildenbrand/Karl-Josef Hildenbrand/dpa

In der Relegation um den Drittliga-Aufstieg setzt sich Würzburg durch – ohne selbst Meister geworden zu sein. Lok Leipzig macht ein unrühmliches Triple perfekt.

SZ bei Google bevorzugen

Die Würzburger Kickers haben nach vier Jahren die Rückkehr in den deutschen Profifußball geschafft und die Relegation gegen Lok Leipzig gewonnen. Die Franken von Trainer Michael Schiele gewannen am Abend vor heimischem Publikum mit 2:1 (1:0) und schafften nach dem 1:0-Sieg in Leipzig in der Vorwoche den Aufstieg in die dritte Liga.

„Super, überragend, wir haben es super gezogen und absolut verdient. Ganz bitter für Leipzig, es tut mir leid. Ich hoffe, dass sie nächstes Jahr direkt hochgehen“, meinte Kickers-Trainer Michael Schiele und fügte bei MagentaSport an: „Ich mache den Party-Befehl, die Jungs wollen feiern, die Stadt abreißen, die ganze Woche, solange es geht.“

Für die Sachsen ist das Scheitern besonders bitter, denn es ist nicht das erste Mal. Bereits 2020 und vor einem Jahr war der legitime Nachfolger des ersten deutschen Fußball-Meisters VfB Leipzig in seiner Regionalliga-Staffel Meister geworden, um im Anschluss die Relegation gegen Verl und Havelse zu verlieren. Das Modell mit nur vier Aufsteigern aus fünf Regionalligen ist in höchstem Maße umstritten.

„Die Würfel längst gefallen – doch kämpft bis zum Schluss“, steht auf dem Plakat der Leipzig-Fans

Würzburg hingegen darf sich nach den Toren von Top-Stürmer Jermain Nischalke (30. Minute) und Cherif Cisse (72.) auf eine Rückkehr in Liga drei und attraktive Gegner wie Hansa Rostock oder Fortuna Düsseldorf freuen. Die Kickers hatten die Regionalliga Bayern zwar nur auf Platz zwei beendet, profitierten aber von einem Aufstiegsverzicht des 1. FC Nürnberg II. Der zwischenzeitliche Ausgleich von Leipzigs Djamal Ziane (71.) verpuffte quasi mit dem Gegenangriff, der Würzburg vor 10 717 Zuschauern erneut die Führung brachte.

Leipzig war mit rund 2000 Fans angereist und brachte damit mehr Anhänger nach Würzburg als alle bayerischen Regionalligisten in der abgelaufenen Saison gemeinsam. Mit Blick auf die dritte Regionalliga-Meisterschaft ohne automatischen Aufstieg entrollten die Lok-Fans schon vor dem Anpfiff ein Transparent, auf dem geschrieben stand: „Die Würfel längst gefallen – doch kämpft bis zum Schluss“.

Leipzig hielt im Rückspiel ordentlich mit und erspielte sich vereinzelt Chancen, doch zur großen Wende kam es nicht mehr. In der Verlängerung ging ein Ball von der Lattenunterkante noch fast über die Torlinie. Der Schiedsrichter ließ jedoch weiterspielen. „Der Ball ist ein halber Meter hinter der Linie, das Schicksal trifft uns brutal, mir tut es unendlich leid für den Verein“, sagte Lok-Trainer Jochen Seitz. Zu den mitgereisten Fans meinte er: „Wir haben alles in die Waagschale geworfen. Riesenkompliment an die Fans, sie haben uns unglaublich unterstützt und gesehen, dass wir alles auf dem Platz gelassen haben.“

© SZ/dpa - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

MeinungAufstiegsspiele aus der Regionalliga
:Das absurde Endspiel, das der DFB abschaffen will – aber es dauert noch

SZ PlusKommentar von Sebastian Fischer

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: