Garmisch-Sieger Thomas Dreßen:"Ich habe die Ski brutal laufen lassen"

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Schnellster in Garmisch: Thomas Dreßen (Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Der deutsche Abfahrer Thomas Dreßen gewinnt den Weltcup in Garmisch.
  • Zweiter wird der Norweger Aleksander Aamodt Kilde, er hat 16 Hundertstel Rückstand.
  • Dreßen ist der erste deutsche Sieger auf der Kandahar seit 1992.
  • Zum Ergebnis des Rennens geht es hier.

Skirennfahrer Thomas Dreßen hat als erster Deutscher seit Markus Wasmeier 1992 das Abfahrtsrennen in Garmisch-Partenkirchen gewonnen und der Bewerbung der Ski-Metropole um die WM 2025 einen kräftigen Schub verliehen. In Abwesenheit des erkrankten Kitzbühel-Siegers Matthias Mayer (Österreich) raste der 26 Jahre alte Mittenwalder am Samstag auf der leicht verkürzten Kandahar-Strecke mit der Startnummer eins in 1:39,31 Minuten zur Bestzeit und war nach seinem zweiten Saisonsieg überglücklich.

"Es war schon ein kleiner Junge für mich immer ein Traum, hier in Garmisch-Partenkirchen zu fahren. Es ist meine Hausstrecke, die kenne ich in- und auswendig", sagte der mit insgesamt vier Weltcup-Siegen in der Abfahrt erfolgreichste deutsche Speedfahrer dem ZDF. Mit Startnummer eins musste er lange warten, bis der Sieg feststand. "Nach Kitzbühel war ich extrem sauer auf mich. Da haben wir uns mit den Trainern hingehockt und gesagt: zurück zu den Wurzeln. Die Stimmung hier war mega, ein Wahnsinn."

Auf der Streif war er zwei Jahre nach seinem Sieg dort am vergangenen Samstag nur 26. geworden. Nun sagte er zufrieden: "Die Hölle hab ich nicht so gut erwischt. Danach habe ich die Ski brutal laufen lassen."

"Wir haben gute Werbung für die WM in fünf Jahren betrieben"

Auch der Schweizer Favorit Beat Feuz, der mit 0,35 Sekunden Sechster wurde, konnte den zweiten Weltcup-Saisonerfolg von Dreßen nach dem Sieg Ende November in Lake Louise nicht verhindern. Zweiter wurde der Norweger Aleksander Aamodt Kilde (+0,16 Sekunden) vor dem schon 39 Jahre alten Franzosen Johan Clarey (+0,17). "Ob ich solange fahre wie der Johan, weiß ich nicht. Aber wir haben gute Werbung für die WM in fünf Jahren betrieben", sagte Dreeßen.

Die deutsche Ski-Metropole bewirbt sich um die Ausrichtung der alpinen WM-Wettbewerbe in fünf Jahren. Die Entscheidung fällt im Mai.

Josef Ferstl mit seinem besten Saisonergebnis auf Rang zwölf sowie Andreas Sander (Rang 14), Dominik Schwaiger (17) und Romed Bauman (19) rundeten das gute Mannschaftsresultat der Deutschen Skiverbands (DSV) mit weiteren Top-20-Platzierungen ab.

Letzter deutscher Sieger beim Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen war Olympiasieger Wasmeier im Januar vor 28 Jahren gewesen. Damals war Teamkollege Hansjörg Tauscher als Dritter ebenfalls auf das Podest gefahren.

© SZ.de/sid/dpa - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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