Im Umfeld des Zweitligaspiels zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden sind bei Ausschreitungen laut Angaben des Landesinnenministeriums mindestens 64 Polizisten verletzt worden. Die Polizisten seien mit Pyrotechnik beschossen, mit Absperrgittern und Steinen beworfen sowie mit einem Gullydeckel und Gehwegplatten angegriffen worden, teilte die Behörde in Magdeburg mit.
Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) verurteile die Ausschreitungen. „Mit einem Gullydeckel und Gehwegplatten auf Polizisten einzuschlagen, ist nichts anderes als brutale Gewalt“, erklärte sie. „Den verletzten Kolleginnen und Kollegen wünsche ich baldige Genesung.“
Laut Polizei hatten FCM-Anhänger kurz vor Ende der ersten Halbzeit versucht, im Außenbereich des Stadions in Richtung des Gästeblocks vorzudringen. Das konnte durch die Polizeikräfte verhindert werden. Dabei kam es zu den körperlichen Angriffen, etwa mit Steinwürfen und Beschuss mit Pyrotechnik. Am Samstag waren mehrere hundert Beamtinnen und Beamte aus verschiedenen Bundesländern sowie Kräfte der Bundespolizei in Magdeburg im Einsatz gewesen. Dresden hatte das Spiel der 2. Fußball-Bundesliga mit 2:1 gewonnen. Eine Stellungnahme des Klubs oder der Fanhilfe Magdeburg, die sich in der Vergangenheit kritisch zu Polizeieinsätzen geäußert hatte, lag zunächst nicht vor. Ebenso ist unklar, ob und wie viele Fans verletzt wurden.
Das Innenministerium in Magdeburg teilte mit, von den mindestens 64 leicht bis schwer verletzten Beamten der Landespolizei seien einige ambulant in Krankenhäusern behandelt worden. „Kräfte anderer Länderpolizeien oder der Bundespolizei wurden nach derzeitigem Stand nicht verletzt.“ 17 Einsatzkräfte hätten „wegen erheblichen Verletzungen“ in Krankenhäusern behandelt werden müssen, teilte die Polizei mit. Die Ermittlungen werden nun in einer eigens hierfür gegründeten Ermittlungsgruppe geführt.
Während des Spiels war zudem mehrfach Pyrotechnik durch beide Fanlager abgebrannt worden. Die Gewerkschaft der Polizei in Sachsen-Anhalt verurteilte die Ausschreitungen. „Fußball soll Menschen zusammenbringen – nicht Einsatzkräfte, Fans oder Unbeteiligte in Gefahr bringen“, hieß es in einer Erklärung. „Wer Pyrotechnik in dicht gefüllten Blöcken zündet, Raketen und Böller in Menschenmengen wirft oder Polizeikräfte angreift, hat jedes Recht verwirkt, sich Fan zu nennen. Hier reden wir über Straftäter.“

