Die zweite Halbzeit lief noch nicht lange, als ein kühler Hauch durch das Stadion zu streichen schien, seltsam und beinahe gespenstisch. Und nicht gerade das, was man von einem Fußballspiel an einem sonnigen Samstagnachmittag erhofft. Auf Dortmunds Südtribüne war ein Zuschauer mit einem Infarkt zusammengebrochen. Sanitäter bemühten sich eine Viertelstunde lang auf offener Szene um Reanimation, und die Fanblocks von BVB und Bayer Leverkusen stellten, fast als wäre Telepathie im Spiel, nahezu gleichzeitig sämtliche Anfeuerungsrufe ein. Eine prekäre Zeit, die bis zum Spielende reichte. Und ohne die animierende Fan-Kulisse merkte man dem Spiel der beiden Top-Mannschaften verwundert an, wie wenig fußballerisch geboten wurde.
Schlotterbeck und Borussia DortmundUnechte Liebe
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Die Pfiffe des BVB-Anhangs gegen Nico Schlotterbeck weisen auf ein Missverständnis hin: Während sich Fans nach Identifikationsfiguren sehnen, kalkulieren Spieler nüchtern ihre Karrieren. Aus diesem Konflikt entsteht ein 0:1 gegen Leverkusen.
Von Freddie Röckenhaus, Dortmund
