Doppelsieg im Biathlon "Wir haben die Sache ganz schön gerockt"

Siegerin in Soldier Hollow: Denise Herrmann (Archivbild).

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Denise Herrmann gewinnt die Verfolgung in Soldier Hollow, Franziska Hildebrand wird Zweite. Skispringer Karl Geiger siegt in Willingen, Mikaela Shiffrin holt WM-Gold im Slalom.

Meldungen im Überblick

Biathlon, Weltcup: Denise Herrmann und Franziska Hildebrand haben den deutschen Biathletinnen nach zwei Jahren wieder einen Doppelsieg beschert. Im US-amerikanischen Soldier Hollow feierte Herrmann in der Verfolgung über 10 km ihren dritten Karrieresieg, sie lag im Ziel 4,2 Sekunden vor Hildebrand. Drei Wochen vor der WM meldete das in dieser Saison zuvor schwächelnde DSV-Duo, das sich vor der Finnin Kaisa Mäkäräinen (+16,5) durchsetzte, plötzlich Medaillenansprüche an.

"Wir haben die Sache ganz schön gerockt. Zusammen mit Hildi auf dem Podest zu stehen und für Deutschland den Doppelsieg zu holen, ist eine coole Sache", sagte Herrmann im ZDF. Hildebrand meinte: "Da hat sich der Ausflug nach Übersee doch gelohnt." In Abwesenheit der Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier, die sich mit Blick auf die WM in Östersund (7. bis 17. März) in der Heimat vorbereitet, profitierten Hildebrand und Herrmann am Samstag zu Beginn vom guten Schießen. Während die Rivalinnen patzten, blieb das deutsche Duo zweimal fehlerfrei - Platz eins für Hildebrand und drei für Herrmann waren zur Halbzeit die Folge.

Im Rennen der Männer lief Erik Lesser als bester Deutscher in der Weltcup-Verfolgung von Soldier Hollow auf Platz fünf. Der Sprint-Vierte leistete sich am Samtag auf der Olympia-Strecke von 2002 vier Fehler und hatte nach 12,5 Kilometern 1:55,1 Minuten Rückstand auf den siegreichen Quentin Fillon Maillet. Der fehlerfrei gebliebene Franzose verwies mit 25,9 Sekunden Vorsprung Sprintsieger Vetle Sjastad Christiansen aus Norwegen und seinen Teamkollegen Simon Desthieux (3 Fehler/+ 47,3 Sekunden) auf die Plätze.

Ohne den erkrankt fehlenden Olympiasieger Arnd Peiffer und Simon Schempp (Formschwäche) leisteten sich die Deutschen auf der schweren Olympia-Strecke von 2002 zu viele Fehler. Benedikt Doll kam drei Wochen vor der WM nach fünf Strafrunden als Neunter ins Ziel, der Sprint-Dritte Roman Rees (5 Fehler) wurde 18., Philipp Nawrath (4) verpasste als 22. die WM-Norm. Johannes Kühn musste gar neun Strafrunden drehen und kam als 33. ins Ziel. Die WM-Generalprobe wird am Sonntag mit der Single-Mixed und der Mixed-Staffel abgeschlossen.

Skispringen, Willingen: Skispringer Karl Geiger hat den Weltcup in Willingen gewonnen und damit seinen zweiten Karrieresieg gefeiert. Der 26 Jahre alte Allgäuer setzte sich am Samstag bei der WM-Generalprobe mit Sprüngen auf 142,0 und 150,5 Meter von der Mühlenkopfschanze mit 311,1 Punkten vor dem Polen Kamil Stoch (307,1) und dem Japaner Ryoyu Kobayashi (304,7) durch. "Super, Karl war heute absolut klar im Kopf", sagte Bundestrainer Werner Schuster im ZDF. Geiger, der seinen ersten Sieg im Dezember in Engelberg gefeiert hatte, war nach dem ersten Durchgang noch Dritter und zeigte dann den weitesten Flug des Tages.

Seine bestes Saisonergebnis verbuchte der in Willingen deutlich verbesserte Richard Freitag (Aue) als Sechster. Der Sachse, der schon beim zweiten Platz der DSV-Adler im Teamwettbewerb am Freitag geglänzt hatte, flog auf 144,0 und 140,0 Meter.

Ski-WM, Slalom: Mikaela Shiffrin schreibt weiter Ski-Geschichte und ist zum vierten Mal in Serie Weltmeisterin im Slalom. Wie beim Super-G-Gold zum Auftakt in Are war die 23-Jährige aus den USA am Samstag nicht zu schlagen. Vier WM-Titel in Serie in einer Disziplin sind ein Rekord. Mit zweimal Gold und einmal Bronze in Are ist Shiffrin zudem die erfolgreichste Skirennfahrerin dieser Titelkämpfe. Silber mit 0,58 Sekunden Rückstand holte sich Anna Swenn Larsson aus Schweden. Bronze ging an Riesenslalom-Weltmeisterin Petra Vlhova aus der Slowakei. Beste Deutsche wurde Lena Dürr als Elfte, Christina Geiger schied im Finale aus.

Leichtathletik, 1500 Meter: Der Äthiopier Samuel Tefera hat beim Leichtathletik-Hallenmeeting in Birmingham den 22 Jahre alten Weltrekord über 1500 m gebrochen. Der 19-Jährige, Hallen-Weltmeister von 2018, blieb am Samstag in 3:31,04 Minuten 14 Hundertstel unter der bisherigen Bestmarke, die der Marokkaner Hicham El Guerrouj 1997 in Stuttgart erzielt hatte. Zweiter in Birmingham wurde in ebenfalls exquisiten 3:31,58 Minuten Teferas Landsmann Yomif Kejelcha, der in der Vorwoche in New York nur um eine Hundertstel an El Guerroujs Meilenweltrekord vorbeigelaufen war.

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