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Dopingaffäre im Radsport:Hamilton erwartet Armstrong-Geständnis

Lance Armstrongs früherer Kollege rät seinem Landsmann, Doping zuzugeben, in der Formel 1 gibt es Spekulationen um ein Engagement von Porsche, Englands U21-Spieler werden rassistisch beschimpft, Uli Hoeneß bereut seine jüngsten Kommentare über die Nationalmannschaft und Miroslav Klose nicht - BVB-Boss Watzke ist dagegen verstimmt.

Stimmen zum 4:4

"Ich war so müde!"

Radsport, Dopingaffäre um Armstrong: Der frühere Radprofi Tyler Hamilton erwartet in absehbarer Zukunft ein Geständnis seines des Dopings bezichtigten früheren Teamkollegen Lance Armstrong. "Ich wäre überrascht, wenn er es nicht eines Tages zugeben würde", sagte der Amerikaner, dem wegen Dopings das Olympiagold von 2004 aberkannt worden war: "Es weiterhin zu leugnen, ist eine sehr schwere Last." Die Wahrheit werde zwar Konsequenzen für Armstrong haben, aber langfristig werde er davon profitieren. "Die Menschen werden ihm vergeben", sagte Hamilton. Insgesamt müsse das "Schweigegebot" zum Thema Doping schnellstens gebrochen werden, um den Radsport zu retten. "Ob die Fahrer noch aktiv sind oder als Sportdirektor arbeiten - sie müssen einige Fragen beantworten. Sie sind immer noch Teil des Problems", sagte Hamilton.

Der 41-Jährige fuhr von 1998 bis 2001 mit Armstrong für das US-Postal-Team, gerade in dieser Zeit sei der Radsport von Doping durchsetzt gewesen. "Der Sport war damals so schmutzig, was wir taten, war an der Tagesordnun", sagte Hamilton: "Armstrong entschied sich für Doping, aber es war nicht allein seine Schuld. Eine Menge Leute waren involviert." Hamilton gehört zu den ehemaligen Wegbegleitern, die Armstrong mit ihren Aussagen schwer belastet haben. Die USADA hatte in der vergangenen Woche umfangreiches Beweismaterial und Zeugenaussagen gegen Armstrong vorgelegt, die dessen jahrelanges systematisches Doping belegen sollen. Dem Texaner droht die Aberkennung seiner sieben Tour-Titel durch den Weltverband UCI.

Fußball, Uli Hoeneß: Hans-Joachim Watzke von Meister Borussia Dortmund ist nach wie vor verstimmt über eine Aussage von Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der BVB sei eine "relativ regionale Sache". Watzke sagte im Gespräch mit der Sport Bild: "Wenn er von einer nationalen Marke gesprochen hätte, wäre das in Ordnung gewesen. Aber regional trifft es nicht. Ich habe manchmal das Gefühl, dass Uli Hoeneß nicht das richtige Wort findet." Watzke verwies in diesem Zusammenhang auch auf seine sechs bis sieben Millionen Fans. "Bayern ist national nicht der alles überstrahlende Global Player, und wir sind hierzulande keine Regionalmarke. Das ist Quatsch."

Formel 1, Porsche: Sportwagenhersteller Porsche arbeitet angeblich an einem baldigen Einstieg in die Formel 1. Das berichtet am Mittwoch der Kölner Express. Demnach sollen die Stuttgarter den Start bei der Langstrecken-WM ab 2014 als Vorlauf zur Rückkehr in die Königsklasse nutzen, die dann für 2016 geplant ist. Porsche wollte diese Gerüchte auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (SID) nicht bestätigen. "Das ist reine Spekulation, wir haben derzeit keine Ambitionen bezüglich der Formel 1", sagte Porsche-Sprecher Oliver Hilger: "An unserer Intention, Le Mans und die Sportwagen-WM zu fahren, hat sich nichts geändert. Dafür rüsten wir uns derzeit." Dass Porsche zuletzt Fachkräfte aus der Formel 1 eingestellt hat, sei nicht als Hinweis auf Comeback-Pläne zu werten. "Für unsere sportlichen Pläne brauchen wir neues Personal aus dem Spitzenmotorsport. Wenn man gute Leute braucht, muss man sich da natürlich auch in der Formel 1 umschauen", sagte Hilger.

U21, Rassismus: Der englische Fußball-Verband FA hat nach den Attacken und rassistischen Beleidigungen gegen das eigene U-21-Team in Serbien die Vorfälle der Uefa gemeldet. Das teilte die FA nach dem 1:0-Sieg im EM-Qualifikationsspiel in Belgrad auf ihrer Internetseite mit. Die Spieler und Teammitglieder seien extrem provoziert worden. "Es gab viele rassistische Beschimpfungen von den Zuschauern und es ist einiges nach dem Spiel vorgefallen", berichtete Kapitän Jordan Henderson. "Es wurden auch Steine und Stühle nach uns geworfen." Unmittelbar nach dem Siegtreffer durch Connor Wickham in der Nachspielzeit wurden die englischen Nachwuchsfußballer zudem sogar von den serbischen Spielern angegriffen. Von den Rängen waren am Dienstagabend darüber hinaus Affenlaute in Richtung des Gästeteams zu hören. Auf dem Weg in die Kabine kam es zu Handgemengen zwischen den Offiziellen beider Teams. England qualifizierte sich wie auch Deutschland für die EM-Endrunde im kommenden Jahr in Israel.

Real Madrid, Verletzungen: Die Personalsorgen von Real Madrid werden eine Woche vor dem Champions-League-Gruppenspiel gegen Borussia Dortmund größer. Der spanische Verteidiger Alvaro Arbeloa zog sich beim 1:1 des Welt- und Europameisters in der Qualifikation zur Fußball-WM 2014 gegen Frankreich am Dienstagabend einen Muskelriss im rechten Oberschenkel zu und fällt rund drei Wochen aus. Reals französischer Stürmer Karim Benzema verletzte sich in Madrid am rechten Knie und wird zumindest beim Ligaspiel gegen Celta Vigo am Samstag mit hoher Wahrscheinlichkeit fehlen. Zuvor hatten sich bereits die beiden Madrider Linksverteidiger Marcelo und Fabio Coentrao verletzt und stehen im Königsklassenspiel beim deutschen Meister am kommenden Mittwoch nicht zur Verfügung. Arbeloa galt als möglicher Ersatz für das Duo.

Zehn Zylinder in der Formel 1

Ententanz in Südkorea

Uli Hoeneß, DFB-Elf: Der Bayern-Präsident hat seine jüngste Kritik an Bundestrainer Joachim Löw und Miroslav Klose verteidigt. "Wenn Jogi Löw ehrlich ist, müsste er mir längst eine Flasche Champagner geschickt haben. Denn was ich gesagt habe, ist ja für ihn eine Hilfe", sagte Hoeneß am Dienstag im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Münchner Abendzeitung: "Ich habe nur das gesagt, was er eigentlich denken müsste. Ich denke, dass er intern sicherlich sagt: 'Recht hat er schon, nur er hätte er es nicht sagen dürfen.'" Er habe sich sein umstrittenes Interview mit dem Nachrichtenmagazin Spiegel mehrmals durchgelesen und könne nach wie vor "nichts besonders Kritisches" erkennen, so der 60-Jährige weiter. Heutzutage werde man als Nestbeschmutzer bezeichnet, wenn man eine klare Aussage zu einem Thema mache. So sei auch der Vorwurf der Verweichlichung der Nationalspieler keine Attacke gegen Löw gewesen, sondern "ein Hinweis, vielleicht auch ein Wunsch". Viele Dinge, die in der Nationalmannschaft zu weit getrieben worden seien, "sind auch beim FC Bayern - auch durch mich - zu weit getrieben worden", meinte Hoeneß: "Manchmal muss man dann gewisse Dinge auch wieder reduzieren. Aber das ist keine brutale Kritik." Mit seinen Aussagen über die Trefferquote von Klose im DFB-Team habe er einfach nur seine Wertschätzung für Gerd Müller zum Ausdruck bringen wollen. Der "Bomber der Nation" sei der bessere Mittelstürmer als Klose. "Wenn es irgendeinen auf der Welt gibt, der anderer Meinung ist, verstehe ich die Fußballwelt nicht mehr. Das war nicht despektierlich," sagte Hoeneß.

Tennis, WTA: Fed-Cup-Spielerin Julia Görges und Qualifikantin Annika Beck haben am Dienstag das Achtelfinale des Turniers in Luxemburg erreicht. Eine erneute Enttäuschung erlebte dagegen Sabine Lisicki. Die Berlinerin unterlag der Belgierin Kirsten Flipkens nach 1:50 Stunden mit 6:3, 3:6, 1:6. Lisicki ist in ihren letzten sechs Turnieren nie über die zweite Runde hinausgekommen, viermal scheiterte sie in ihrem Auftaktmatch. Die an Nummer zwei gesetzte Julia Görges gewann dagegen in der ersten Runde der mit 220.000 Dollar dotierten Hartplatzveranstaltung mit 6:2, 6:1 gegen Silvia Soler-Espinosa (Spanien). In der Runde der letzten 16 trifft die 23-Jährige, die in der Vorwoche in Linz erst im Finale gescheitert war, nun auf die Rumänin Monica Niculescu. Annika Beck (Bonn) zog nach einem Kraftakt ins Achtelfinale ein. Die 18-Jährige rang nach 2:45 Stunden die Tschechin Barbora Zahlavova Strycova mit 5:7, 7:6 (7:2), 6:2 nieder und trifft nun auf Lucie Hradecka, eine weitere Tschechin. Mona Barthel hatte bereits am Montag das Achtelfinale erreicht. Für Qualifikantin Tatjana Malek war das Turnier dagegen bereits nach dem Auftaktmatch beendet. Die 25-Jährige scheiterte mit 6:7 (3:7), 1:6 an der Spanierin Lourdes Dominguez Lino.

Fußball, U21: Spanien, England, Italien und Niederlande sowie Russland und Norwegen komplettieren neben Gastgeber Israel und Deutschland das Starterfeld der U21-EM 2013 in Israel, der Nachwuchs aus Frankreich hat sich dagegen bis auf die Knochen blamiert. Die Franzosen verloren nach einem 1:0-Hinspielsieg mit 3:5 (1:3) in Norwegen, ein Tor steuerte der Mönchengladbacher Havard Nordtveit bei. Der Nachwuchs von Welt- und Europameister Spanien setzte sich dem 5:0 im Hinspiel auch in Dänemark mit 3:1 (1:0) durch. England siegte nach dem 1:0 im ersten Spiel gegen Serbien auch auswärts mit 1:0 (0:0), Italien gewann nach dem 1:0 gegen Schweden auch die Partie in Skandinavien mit 3:2 (0:0). Russland reichte nach dem 2:0 im Hinspiel ein 2:2 (1:1) gegen Tschechien, die Niederlande gewann gegen die Slowakei beide Spiele jeweils mit 2:0.

DFB-Elf in der Einzelkritik

Schockstarre nach der Gemütlichkeit

Radsport, Dopingfall Armstrong: Wegen der Dopingaffäre um Lance Armstrong hat das Team Omega Pharma-Quickstep dessen ehemaligen Helfer Levi Leipheimer vor die Tür gesetzt. Wie der Rennstall am Dienstag bekanntgab, werde der Vertrag des Routiniers "mit sofortiger Wirkung beendet". Leipheimer hatte bei der Befragung durch die US-Anti-Doping-Agentur USADA zugegeben, im Team US Postal neben Armstrong gedopt zu haben. Zudem belastete er seinen ehemaligen Kapitän schwer. Armstrong, der Doping bestreitet, droht die Aberkennung aller seiner Siege. Leipheimer - bis dato Teamkollege von Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin - war als Kronzeuge für ein halbes Jahr gesperrt worden.

Schalke 04, Clemens Tönnies: Steuerfahnder haben am Dienstag Büros von Schalkes Boss Clemens Tönnies wegen des Verdachtes der Steuerhinterziehung durchsucht. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte einen Bericht der Wirtschaftswoche, dass gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden des Fußball-Bundesligisten ermittelt werde und dessen Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück durchsucht worden sei. Weitere Einzelheiten wollte der Sprecher mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht bekannt geben. Tönnies' Unternehmen, das unter anderem auch die Wurstfabrik von Bayern-Präsident Uli Hoeneß beliefert, ist der größte Fleischlieferant Deutschlands.

Fußball, U19: Trotz eines enttäuschenden 2:2 (2:0) im letzten Gruppenspiel gegen Irland am Dienstag hat die deutsche U19-Nationalmannschaft die nächste Qualifikationsrunde zur Europameisterschaft 2013 erreicht. Nach Toren von Sebastian Kerk (10., SC Freiburg) und Samed Yesil (28., FC Liverpool) lag die Mannschaft von Trainer Christian Ziege in Grevenmacher (Luxemburg) bereits komfortabel in Führung. Sam Byrne (58.) und Ryan Coombes (60.) sorgten im zweiten Abschnitt jedoch noch für den Ausgleich. Mit dem Remis kommen beide Teams eine Runde weiter.

Fußball, WM-Qualifikation: Die australische Fußball-Nationalmannschaft hat unter ihrem deutschen Trainer Holger Osieck den ersten Sieg in der Asien-Qualifikationsgruppe zur WM 2014 gefeiert. In Doha schlugen die "Socceroos" Irak durch zwei späte Tore mit 2:1 (0:0) und kletterten nach vier von acht Spielen mit nun fünf Punkten auf den zweiten Platz in Gruppe 2. Japan führt die Gruppe souverän mit 10 Punkten an, punktgleich mit Australien belegt Oman, das sich mit 2:1 (0:0) gegen Jordanien durchsetzte, den dritten Platz. Die Ränge eins und zwei berechtigen zur Teilnahme an der WM in Brasilien, der Gruppendritte kann sich über ein weiteres Entscheidungsspiel für ein interkontinentales Play-off-Duell qualifizieren. Alaa Abdul-Zahra (72.) hatte die Iraker in der zweiten Hälfte in Führung gebracht, Tim Cahill (80.) und Archie Thompson (84.) drehten das Spiel für Osiecks Team.

Fußball, Länderspiel: Rekordweltmeister Brasilien hat die japanische Nationalmannschaft mit sechs Bundesliga-Profis in einem Testspiel vorgeführt. Die Südamerikaner feierten am Dienstag im polnischen Breslau ein 4:0 (2:0), zu dem Offensivkünstler Neymar mit einem Doppelpack (25./47. Minute), Routinier Kaka (75.) und Paulinho (11.) die Tore besteuerten. Bei den Japanern standen der Schalker Atsuto Uchida, der Nürnberger Hiroshi Kiyotake und der Wolfsburger Makoto Hasebe in der Startelf. Hiroki Sakai aus Hannover, der Frankfurter Takashi Inui und Hajime Hosogai aus Leverkusen wurden eingewechselt.

Basketball, Dirk Nowitzki: Der angeschlagene Superstar Dirk Nowitzki hat auch auf den Einsatz beim ersten Testspiel in den USA verzichtet, hofft aber weiter ohne Knie-Operation in die Saison zu starten. Ohne ihren Basketball-Superstar gewannen die Dallas Mavericks am Montagabend (Ortszeit) gegen die Houston Rockets mit 123:104. Nowitzki setzte wie bereits bei der Niederlage beim FC Barcelona sechs Tage zuvor wegen einer Schwellung im rechten Knie aus. "Ich mache alles, was ich kann, konservativ, um keine Operation zu haben. Es ist offensichtlich, dass ich das gerade nicht tun will. Wenn ich es machen will, dann nach der Saison", sagte der 34-Jährige. Die Schwellung sei mehrere Male zurückgekommen. "Das sind keine guten Nachrichten. Es macht derzeit keinen Sinn, mit einem geschwollen Knie in der Preseason zu spielen", meinte Nowitzki zwei Wochen vor dem Start in die neue Saison. Beste Werfer für die Mavs im Texas-Duell waren Neuzugang OJ Mayo und Rookie Jae Crowder mit jeweils 20 Punkten.

Wutreden im Fußball

"Scheißstimmung" im Land der "Mülleimer"

Ärger gibt es im Team interdessen um Flügelspieler Delonte West. Der 29-Jährige war am Montagabend in der Umkleidekabine offenbar ausgerastet. Dies teilte Dallas-Coach Rick Carlisle mit. Für Guard West ist es ein weiteres unrühmliches Kapitel in seiner achtjährigen Profi-Karriere. Im Sommer 2010 war er wegen unerlaubten Schusswaffenbesitzes von der NBA für zehn Spiele gesperrt worden. Sein damaliger Verein Cleveland Cavaliers hatte ihn daraufhin sofort entlassen.