Doping Russische 4x400-Meter-Staffel verliert Silbermedaille

Doping bei Olympia 2012: Wieder wurde eine Medaille aberkannt.

(Foto: dpa)

Ein nachgewiesenes Steroid wird einer Läuferin von Olympia 2012 zum Verhängnis. Deutschlands-Quali-Gegner Norwegen wechselt den Nationaltrainer. Mirko Slomka erzählt, dass er "ausgesaugt" war.

Doping, entzogene Silbermedaille: Zum zweiten Mal innerhalb von fünf Monaten verliert eine russische 4x400-Meter-Frauenstaffel wegen Dopings ihre olympischen Silbermedaillen. Die Leichtathletin Antonia Kriwoschapka wurde bei Nachkontrollen von Proben der Olympischen Spiele 2012 positiv getestet, wie das IOC am Mittwoch mitteilte. Bei der verbotenen Substanz handelt es sich um das anabole Steroid Dehydrochlormethyltestosteron (Turinabol).

Alle russischen Staffelläuferinnen müssen ihre Medaillen nun zurückgeben, Jamaika rückt auf den Silberrang vor. Auch das russische Frauen-Quartett bei Olympia 2008 in Peking verlor Silber wegen Dopings. Tatjana Firowa gehörte beiden nunmehr disqualifizierten Staffeln an.Wegen Dopings wurden zwei weitere Athleten vom IOC bestraft. Die russische Diskuswerferin Vera Ganejewa hatte in London Rang 23 belegt. Der türkische Boxer Adem Kilicci war in London bis ins Viertelfinale gekommen.Das IOC reanalysiert derzeit mehr als 1000 Dopingproben von den Sommerspielen 2008 und 2012 mit neuen, verfeinerten Methoden.

Norwegen, neuer Nationaltrainer: Der Schwede Lars Lagerbäck wird neuer Trainer von Norwegens Fußballnationalmannschaft. Der 68-Jährige starte sofort und habe einen Dreijahresvertrag unterschrieben, teilte der norwegische Fußballverband am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit. Die Norweger hatten sich nach einem schlechten Start der Nationalelf in der WM-Qualifikation im November von ihrem bisherigen Cheftrainer Per-Mathias Høgmo getrennt. Die Mannschaft hatte in vier Spielen der Gruppe C, in der Deutschland die Spitze innehat, nur gegen San Marino einen Sieg geholt. Jetzt soll Lagerbäck die WM-Teilnahme doch noch möglich machen.

"Das ist eine Herausforderung, die mich wirklich gereizt hat", erklärte Lagerbäck. "Es ist sehr spannend, mit dem norwegischen Nationalteam arbeiten zu dürfen."Lagerbäck hatte zuletzt als Trainer der isländischen Nationalmannschaft einen sensationellen Erfolg gelandet. Mit den Wikingern war er bei der EM in Frankreich im Sommer 2016 bis ins Viertelfinale gekommen und hatte England aus dem Turnier geworfen. Im August war er vorübergehend als Berater für die Qualifikation für die WM 2018 zur schwedischen Nationalmannschaft zurückgekehrt, die er fast ein Jahrzehnt bis 2009 lang trainiert hatte. Für den Job in Norwegen kündigte er seinen Vertrag in seiner Heimat vorzeitig.

FC Bayern München Bayern ist zu einer Momente-Mannschaft geworden Bilder

FC Bayern München

Bayern ist zu einer Momente-Mannschaft geworden

Das holprige 2:1 gegen Bremen zeigt: Carlo Ancelotti setzt auf einen Rhythmus von Entspannung und Anspannung. Überzeugt scheinen von dieser Strategie nicht alle zu sein.   Von Christof Kneer

Mirko Slomka, Vergangenheit: Der Trainer hat die lange Pause vor seinem Einstieg beim Zweitligisten Karlsruher SC auch mit seiner persönlichen Verfassung begründet. Der Bundesligist Hamburger SV habe ihn vor seiner Beurlaubung im September 2014 "ausgesaugt", sagte der 49-Jährige dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. In den mehr als zwei Jahren bis zur Unterschrift beim abstiegsbedrohten KSC kurz vor Weihnachten hatte er keinen Trainerjob mehr. Unmittelbar nach der Trennung von Hamburg nach nur sieben Monaten habe er zwar einem ausländischen Club bereits zugesagt, das Angebot aber dann abgelehnt. "Die Beurlaubung kam für mich überraschend.

Deswegen brauchte ich Zeit, um alles zu verarbeiten", sagte der frühere Coach von FC Schalke 04 und Hannover 96. Dass er mit Karlsruhe nur in der 2. Bundesliga arbeite, mache ihm nichts aus, erklärte Slomka. "Die Liga-Zugehörigkeit war mir völlig egal." Slomka kritisierte, dass es in der laufenden Bundesliga-Saison bereits sieben Trainer-Entlassungen gab. "Alle Kollegen haben ihre Idee vom Fußball, eine Philosophie, die sie auf ihre Mannschaften übertragen wollen. Da ist die Zeit, die einigen Kollegen dafür eingeräumt wird, manchmal wirklich sehr knapp", sagte er. "Wie bei mir in Hamburg. Sieben Monate. Da frage ich mich dann schon: Ist das jetzt der richtige Weg für einen Verein?"