Doping:Narrenfreiheit

Der russische Staatsdoping-Skandal ist wohl längst nicht ausgestanden: Die Welt-Anti-Doping-Agentur bestätigt, dass die Auswertung der Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor etwa 9000 auffällige Proben ergeben hat, die geschätzt 4500 russische Athleten betreffen.

Der russische Staatsdoping-Skandal ist offenbar noch längst nicht ausgestanden. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) bestätigte der ARD-Dopingredaktion, dass die Auswertung der Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor 9000 auffällige Proben ergeben hat, die geschätzt 4500 russische Athleten betreffen. Die Agentur hat mittlerweile 60 Sportverbände informiert, die unter Anleitung der Wada-Spezialisten die Verdachtsfälle untersuchen sollen. Im vergangenen November war die oberste Anti-Doping-Behörde durch einen Whistleblower an das Material gelangt.

Im Blickpunkt der Dopingfahnder steht weiterhin der Biathlon-Weltverband IBU. Der Wada-Report legt nahe, dass Russland mit Hilfe von Bestechung seit mehr als einem Jahrzehnt im Weltverband IBU quasi Narrenfreiheit genoss. Dessen deutsche Generalsekretärin Nicole Resch, so erklärt die Wada, habe im Verband praktisch die alleinige Hoheit über das Doping-Verwaltungsprogramm innegehabt und anderen IBU-Mitarbeitern den Zugang verwehrt. Das soll dazu beigetragen haben, dass in der vergangenen Saison im Welt- und im zweitklassigen IBU-Cup 17 von 22 russische Biathleten gedopt ins Rennen gegangen waren - und unbehelligt blieben. Seit 2011 soll die IBU 65 Dopingfälle russischer Biathleten vertuscht haben.

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