Doping in Russland:Die Russland-Affäre wird immer absurder

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Zugleich setzten bedeutende Instanzen auf die Kollektivstrafe, vom Leichtathletik- und Behinderten-Weltverband bis zur Welt-Anti-Doping-Agentur und den führenden nationalen Agenturen. Allein das bewies, dass die Regeln andere Lösungen hergeben als die von Bach verfochtene. Mit der, erklärt Prokop nun, stelle sich Bach "in Widerspruch zu Regel 59 der IOC-Charta, wonach nachdrücklich Nationale Olympische Komitees suspendiert werden können".

So steht's in der Charta; die Suspendierung eines NOK stellt zugleich eine Kollektivstrafe für die betroffenen Sportler dar. Kollektivsperren könnten also "nicht ernsthaft" bezweifelt werden; zumal das IOC diese Sanktion ja gern selbst anwendet - nur eben nicht, wenn es um 1000 über Jahre gedopte Athleten geht, und um NOKs unter Kuratel so großmächtiger Fürsten wie Wladimir Putin.

Prokop pocht überdies auf Regel 27, die den NOKs die Dopingbekämpfung überträgt: Gar keine Frage, Russlands ROK hat diese Kernaufgabe nicht erfüllt. Bach aber sieht es lieber so, dass letzte Beweise für die Dopingteilhabe des ROK so wenig vorlägen wie dafür, dass Sportminister Mutko gewusst habe, was sein Ministerium trieb. Das sei kaum vorstellbar, sagt Prokop und stellt die Vernunftsfrage: Wie realitätsfern müssen Funktionäre sein, die "eine institutionell strukturierte Dopingpraxis in diesem unglaublichen Ausmaß nicht wahrnehmen?"

Die Russland-Affäre wird immer absurder. Dass Moskau dazu kräftig beiträgt, liegt in der Natur der Sache. Dass das IOC zum Flankenschutz billige Spielchen spielt, bringt immer mehr Berufene auf die Palme. Gerade hat Thomas de Maizière "klare und harte Konsequenzen" von Bach gefordert. Was der Innenminister meinte, legt jetzt Prokop dar.

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