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Doping in der Leichtathletik:Zittern vor Russlands Sponsoren

Nach systematischem Dopingbetrug empfiehlt die Welt-Anti-Doping-Agentur russische Sportler künftig von allen Wettbewerben auszuschließen. Doch traut sich die Sportpolitik wirklich, ein so mächtiges Land rauszuwerfen?

Kommentar von Joachim Mölter

Die Kommission der Welt-Anti- Doping-Agentur (Wada) hat ihre Schuldigkeit getan, sie hat die Vorwürfe gegen den russischen Leichtathletik-Verband überprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es dort "systematischen Dopingbetrug" sowie eine "tief verwurzelte Betrugskultur" gibt.

Nebst persönlichen Strafen für Athleten und Trainer hat Kommissionschef Dick Pound der Wada deshalb vorgeschlagen, Russland aus dem Leichtathletik-Weltverband IAAF auszuschließen. Das bedeutet: keine russischen Leichtathleten mehr bei Weltmeisterschaften und auch nicht bei Olympischen Spielen. So eine drastische Forderung hat es im Weltsport noch nicht gegeben.

Nun darf man gespannt sein, was die betroffenen Dachorganisationen mit dieser Vorgabe anfangen. Die Wada hat ja bloß die Möglichkeit, die Empfehlung ihrer Kommission an die IAAF und das Internationale Olympische Komitee (IOC) weiterzuleiten; nur die können Sanktionen um- und durchsetzen.

Es gibt einen Anti-Doping-Code, dessen Einhaltung sowohl IAAF als auch IOC voraussetzen für eine Teilnahme an ihren Wettbewerben. Wer sich nicht an diesen Code hält, darf nicht mitmachen - so einfach ist das. Auf dem Papier.

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