Doping im Fußball Offen bleibt, wie viele Sportler die Ausnahmeregeln missbrauchen

Die Gruppe soll den Deutschen Bundestag und die Demokraten vor der jüngsten US-Wahl angegriffen haben, um kompromittierendes Material aufzutreiben. Seitdem sich die Berichte über staatlich abgeschirmtes Doping in Russland häufen, stellte die Gruppe auch immer wieder Daten von Athleten im Internet aus, bevorzugt aus westlichen Nationen. Die, so das Narrativ, würden sich ja ebenfalls mit verbotenen Schnellmachern fitmachen. Dass nun Unterlagen über bekannte westliche Fußballer auftauchen, ergibt vor diesem Hintergrund auch Sinn: Erst kürzlich hatte es weitere Hinweise gegeben, dass auch Russlands Fußball in das staatliche Manipulationssystem dort eingebunden war.

Konkrete Dopingverstöße wurden durch die Hacker aber nicht nachgewiesen. Sie hoben bislang vor allem medizinische Personalakten der olympischen Sportprominenz, darunter der ehemalige Radprofi Bradley Wiggins, Leichtathlet Mo Farah (beide Großbritannien), Turnerin Simone Biles (USA) und Diskus-Olympiasieger Robert Harting. Daraus ging hervor, dass die Sportler verbotene Substanzen nahmen, ebenfalls per TUEs. Diese Prozedur ist zum Beispiel statthaft, wenn Athleten kurzfristig eine Entzündung hemmen müssen, wie Harting, der bei Olympia 2016 einen Hexenschuss erlitt.

Manche Protokolle warfen aber auch die Frage auf, ob diverse Athleten sich auf legalem Weg einen unerlaubten Vorteil verschafften, weil sie etwa Medikamente über Jahre verschrieben bekamen, pauschal - obwohl das Krankheitsbild eine so lange Dosierung nicht hergab. Die Welt-Anti-Doping-Agentur beteuerte, man überwache den Prozess der TUEs streng. Überhaupt hätten die Fancy Bears manche Dokumente gefälscht.

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