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Doping bei Olympia:Deutsche Biathleten könnten nachträglich Gold kriegen

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Können sich Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp (v. l.) sechs Jahre später über nachträgliches Gold freuen?

(Foto: imago/Sven Simon)

2014 belegte Jewgeni Ustjugow mit der russischen Staffel Platz eins - doch der Cas sieht es als erwiesen an, dass der Russe gedopt war. Zwei deutsche Fußballer verhelfen Benfica zum besten Start seit 38 Jahren.

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Olympia, Biathlon: Der deutschen Biathlon-Männerstaffel dürfte nachträglich der Olympiasieg 2014 in Sotschi zugesprochen werden. Der Internationale Sportgerichtshof CAS sah als erwiesen an, dass der Russe Jewgeni Ustjugow eines Dopingvergehens schuldig ist und bestätigte damit eine Entscheidung des Biathlon-Weltverbandes IBU.

Die IBU hatte den heute 35-Jährigen im Februar aufgrund von Auffälligkeiten in seinem biologischen Blutpass für sämtliche Rennen zwischen 2010 und 2014 disqualifiziert. Darunter fallen auch die Olympischen Spiele 2010, bei denen Ustjugow Gold im Massenstart und Bronze mit der Staffel gewann, sowie 2014, als er mit dem russischen Quartett siegte.

Für die Neuvergabe der Olympia-Medaillen ist das Internationale Olympische Komitee (IOC) zuständig. Die deutsche Staffel mit Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp war in Sotschi Zweiter. Die gleichsam gegen Ustjugow verhängte Vier-Jahres-Sperre fällt nicht sonderlich ins Gewicht, bereits 2014 hatte er seine Karriere beendet.

Ustjugows Anwälte hatten vor dem CAS argumentiert, dass die zu hohen Hämoglobinwerte bei Ustjugow auf eine genetische Anomalie zurückzuführen seien, die schon dessen Eltern besaßen. Der CAS folgte dem nicht. Die IBU begrüßte am Dienstag die Entscheidung der Richter in Lausanne: "Sie unterstreicht unser Bemühen sicherzustellen, dass Biathlon ein sauberer und glaubwürdiger Sport ist."

Fußball, Portugal: Nationalspieler Luca Waldschmidt und der frühere Dortmunder Julian Weigl haben mit Benfica Lissabon auch das fünfte Saisonspiel in der Primeira Division gewonnen und Portugals Fußball-Rekordmeister zum besten Start seit 38 Jahren verholfen. Benfica gewann das kleine Hauptstadtderby gegen Belenenses 2:0 (1:0) und festigte mit 15 Punkten die Tabellenführung vor Meister FC Porto (10). Zuletzt hatte Benfica in der Saison 1982/83 die ersten fünf Gegner besiegt, damals sogar elf Spiele vom Start weg gewonnen.

Gegen Belenenses trafen der frühere Frankfurter Haris Seferovic (6.) und Darwin Nunez (75.) für Benfica. Der fünfmalige Nationalspieler Weigl stand erstmals in dieser Saison in der Startelf. Der aus Freiburg gekommene Waldschmidt, der in den ersten vier Spielen viermal getroffen hatte, kam erstmals als Joker.

DFB-Pokal, Streit: Der Pokalstreit zwischen dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) und Drittligist Türkgücü München um die Teilnahme am Erstrundenduell gegen Schalke 04 wird vor dem Nürnberger Schiedsgericht fallen. Das bestätigte der Zivilsenat des Bayerischen Obersten Landesgerichts (BayObLG), der damit einen Antrag von Türkgücü auf die Feststellung der Unzulässigkeit dieses Verfahrens zurückwies. Der BFV darf nun wieder hoffen, dass seine Nominierung von Viertligist Schweinfurt 05 als Gegner von Schalke 04 Bestand haben wird. Der Verband hatte in der Sache Anfang Oktober sein beim Oberlandesgericht in Nürnberg angesiedeltes Schiedsgericht angerufen.

Das BayObLG kam zu dem Schluss, dass die im Zulassungsvertrag für die Regionalliga-Saison 2019/20 enthaltene und damit von Türkgücü mit unterschriebene Schiedsklausel wirksam sei. Der Streit sei trotz des in der Zwischenzeit erfolgten Aufstiegs des Klubs "von der Schiedsvereinbarung umfasst", weil er "während der Teilnahme von Türkgücü München an der Regionalliga Bayern im Spieljahr 2019/2020 entstanden" sei. Auch verstoße die Schiedsabrede nicht gegen das kartellrechtliche Missbrauchsverbot. Damit sei das Verlangen des BFV "nach einer Schiedsvereinbarung (...) durch sachliche Gründe gerechtfertigt".

Das Pokalspiel soll am 3. oder 4. November (16.30 Uhr/Sky) ausgetragen werden. Türkgücü fordert den Platz als bayerischer Vertreter und damit S04-Gegner für sich ein. Der BFV hatte nach der Saison-Unterbrechung wegen der Corona-Pandemie aber den Regionalligisten Schweinfurt 05 nominiert - und will bei dieser Entscheidung bleiben.

© SZ.de/sid/dpa/tbr
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