Russlands führende Leichtathleten und Funktionäre haben in diesen Tagen viel zu tun. Sie sind ungewohnt auskunftsfreudig, halten Tage der offenen Tür ab, im Moskauer Anti-Doping-Labor etwa. Eine massive Kampagne rollt da durch die Sportwelt, gesteuert von einer amerikanischen PR-Agentur. Seht her, so die Botschaft, wir haben uns gewandelt. Russlands Leichtathletik wurde im vergangenen November von der Welt-Anti-Doping-Agentur ja eine "tiefwurzelnde Kultur des Betrugs" attestiert, orchestriert von Trainern, Funktionären und dem Geheimdienst. Am 17. Juni entscheidet der Leichtathletik-Weltverband IAAF nun, ob der seitdem kollektiv gesperrte russische Verband vor den Sommerspielen in Rio begnadigt wird.
ARD-Dokumentation:Wurde ein Dopingfall im Fußball vertuscht?
Eine neue Dokumentation der ARD belastet nun auch Russlands Regierung. Im Zentrum: Sportminister Witalij Mutko höchstpersönlich.
Von Johannes Knuth


