Dominanz in der Bundesliga:FC Bayern feiert die Wiesn-Meisterschaft

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27 Spieltage verbleiben, doch eigentlich kann der Bundesliga-Rest aufgeben: Der FC Bayern hält selbst die stärkste Konkurrenz auf Fernglas-Distanz - trotz Verletzungssorgen und mit Weltmeistern auf der Bank.

Aus dem Stadion von Thomas Hummel

Er war gar nicht so gemeint, doch die 17 anderen Klubs können den Satz nur als Drohung verstehen: "Es sind nur sieben Spiele gespielt und noch ein langer Weg zu gehen." Arjen Robben sagte ihn. Er trug eine Tüte aus dem FC-Bayern-Fanshop über der Schulter, hatte seine Jacke um die Hüfte gebunden, trug bunte Turnschuhe und wirkte sportlich entspannt. Die Bundesliga hat wirklich noch einen langen Weg zu gehen. Einen 27 Spieltage langen Weg, der nur begrenzte Spannung verspricht, dafür umso mehr Demutsbekundungen Richtung München.

Platz eins ist wohl vergeben. Im Grunde feiert der FC Bayern am Sonntag bei seinem Ausflug auf das Oktoberfest die erste Wiesn-Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

Den Tabellen-Sechsten Hannover 96 beim 4:0 vorgeführt und überrannt. Die nominell stärkste Konkurrenz schwächelt und ist schon auf Fernglas-Distanz: Leverkusen fünf Punkte, Schalke neun Punkte, Dortmund sagenhafte zehn Punkte. Während dort viel schief läuft, erklärte der entspannte Bayern-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge im Trachtenjanker: "Wir haben eine gute Mannschaft, wir haben einen sehr, sehr guten Trainer, alles ist wunderbar."

Schwergewichtsboxer gegen Fliegengewicht

Die Münchner Fußballwelt ist so wunderbar, dass Trainer Pep Guardiola trotz der Verletzungen von Thiago, Holger Badstuber, Javi Martínez, Bastian Schweinsteiger und Franck Ribéry die drei Weltmeister Jérôme Boateng, Thomas Müller und Mario Götze zwecks Schonung auf die Bank setzte. Trotz dieser Absenzen schickte Guardiola eine Elf auf den Platz, die der Bundesliga-Mittelklassemannschaft aus Hannover so überlegen war wie ein Schwergewichtsboxer einem Fliegengewichtler.

Der dortige Trainer Tayfun Korkut versuchte es wie zuletzt Paderborn, Köln und Moskau mit einer Fünfer-Abwehrkette, um die Münchner Angriffswellen zu stoppen. Davor sollten drei Mittelfeldrenner zusätzlich ihre Beine in den Weg stellen. Später sollte Korkut sagen, seine Mannschaft hätte eigentlich vorgehabt, schnelle Kontergegenstöße zu fahren. Doch in der Realität wirkte die Formation der Gäste wie eine vorauseilende Kapitulationserklärung. Wir tun euch nichts, wir stellen uns alle hinten rein, dafür - bitte, bitte - verschont uns ein wenig!

Weil sich acht Hannoveraner hinten postierten und die Stürmer Joselu und Artur Sobiech nicht die eifrigsten waren im attackieren, durften sich die Münchner im Mittelfeld ungestört die Bälle zuschieben. Sie taten das gewohnt präzise und schnell, sodass nicht einmal eine 10-0-0-Aufstellung Durchbrüche verhindert hätte. Xabi Alonso etwa hatte so ungeheuerlich viel Platz im Mittelfeld, dass er vor lauter Langeweile einmal den Ball aus 60 Metern Richtung Tor drosch und Torwart Ron-Robert Zieler zu einer Glanztat zwang.

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