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Disput zwischen Doll und Gräfe:"Du sabbelst uns voll!"

FC Augsburg v Hannover 96 - Bundesliga

Thomas Doll lieferte gegen Augsburg den nächsten schrägen Auftritt.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Beim Spiel in Augsburg streitet sich Hannover-Trainer Thomas Doll mit dem Schiedsrichter.
  • Manuel Gräfe meint, Doll habe sich arrogant verhalten.
  • Dass Hannover erneut verliert, hat aber ganz andere Gründe als den Referee.

Der Duden führt eine ganze Reihe von Synonymen für Arroganz auf, und dabei sind so unschöne Charaktereigenschaften zu finden wie Hochmut, Selbstgefälligkeit und Blasiertheit, die die Arroganz noch etwas unschöner erscheinen lassen. Dieser hatte Schiedsrichter Manuel Gräfe Hannovers Trainer Thomas Doll bezichtigt, und zwar in aller Öffentlichkeit des Augsburger Kabinengangs und mit einiger Lautstärke, so dass alle Anwesenden Augen- und Ohrenzeugen eines Disputs wurden, der für Unbeteiligte recht amüsante Züge trug.

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Gräfe siezte, Doll duzte. "Das ist Arroganz", rief Gräfe von der einen Seite der sogenannten Mixed-Zone, was Doll auf dem Weg zur anderen Seite mit den Worten konterte: "Das ist Arroganz? Hey, hör auf, fünf Minuten sabbelst du uns voll. Scheiß auf Arroganz." Dann verschwand er in der Kabine seiner Mannschaft. Als er wieder heraustrat, legte Doll nach, auch noch auf dem Podium in der Pressekonferenz, zu der er erst eine Stunde nach der 1:3 (1:0)-Niederlage beim FC Augsburg erschienen war. Beruhigende Wirkung hatte die recht lange Zeitspanne aber offenbar nicht entfaltet.

Doll sagte, Gräfe habe ihn schon nach dem Schlusspfiff minutenlang "volllabern wollen". Ihm Arroganz vorzuwerfen, sei "schon harter Tobak", und überdies habe sich Gräfe "gockelig" aufgeführt und solle "vom hohen Ross runterkommen". Und dann sagte Doll zumindest noch einen Satz, den Gräfe wohl durchaus teilte, nur eben nicht in Bezug auf sich. "Mittlerweile nimmt sich der ein oder andere ein bisschen größer als er ist", befand Doll.

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Zu der erheblichen Aufregung war es wegen gleich mehrerer Szenen im Spiel gekommen, bei denen Doll sich und seine akut abstiegsgefährdete Mannschaft ungerecht behandelt fühlte. Wie beim Stande von 1:0 für Hannover nach dem frühen Tor von Hendrik Weydandt (8.), als Gräfe zu Beginn der zweiten Halbzeit auf Freistoß für 96 entschied, den Genki Haraguchi an die Latte setzte (52.). Aus Sicht der Gäste hatte er ihnen dabei aber einen Vorteil genommen, da Nicolai Müller kurz nach dem Foulspiel frei vor Augsburgs Torwart Gregor Kobel stand. "Da hatte ich längst gepfiffen, und deshalb sind die Augsburger überhaupt erst stehen geblieben", erklärte Gräfe, was er Doll zuvor schon im persönlichen Gespräch darzulegen versucht hatte.