Diskussionen beim Hamburger SV:"Lieber Herr Magath, geben Sie sich einen Ruck!"

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Felix Magath: vom Hamburger SV umworben (Archivbild)

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Während Bert van Marwijk die Mannschaft des HSV auf das Pokalspiel gegen den FC Bayern vorbereitet, plant der Aufsichtsrat mit Geldgeber Kühne weiter dessen Ablösung. In einer E-Mail spricht sich der Milliardär offen für Felix Magath aus.

Von Jörg Marwedel, Hamburg

Der Hamburger SV wird in das Viertelfinalspiel im DFB-Pokal an diesem Mittwoch um 20.30 Uhr gegen den FC Bayern München aller Voraussicht nach mit Trainer Bert van Marwijk gehen. Aller Voraussicht nach - denn sicher wird es bis zum Anpfiff kaum sein.

Schließlich steht Felix Magath vor den Toren der Hansestadt, und ob, und wenn ja, wann er den HSV übernimmt, ist weiterhin offen. Die Übernahme kann plötzlich, schleichend oder nie passieren. Beim HSV ist man seit mehr als einem Jahrzehnt vage Personalien gewohnt, aber diese Personalie toppt alles. Beste Voraussetzungen also, um gegen die Bayern anzutreten und sich dann umgehend auf den Abstiegs-Gipfel am Samstag in Braunschweig einzustellen.

Auch bis zum Dienstagabend hatte es der für den Wechsel werbende Aufsichtsratschef Jens Meier offenbar nicht geschafft, einen Magath-Gegner in seinem elfköpfigen Gremium umzudrehen - und damit die notwendigen acht Stimmen für die HSV-Revolution zusammenzubekommen. Der Umsturz würde auch bedeuten, dass der Vorstandschef Carl Edgar Jarchow und Sportchef Oliver Kreuzer gehen müssten. Ein interimsmäßiger Vorstand könnte van Marwijk entlassen und Magath als Trainer und Sportchef installieren. Bei einer ersten Abstimmung auf der Marathon-Sitzung am Sonntag hatte diese eine Stimme für den Wechsel und ein notwendiges 8:3-Votum offenbar noch gefehlt.

Die Situation ist einmalig, kein Bundesligist ist so kompliziert wie der HSV. Denn eigentlich darf der Aufsichtsrat nicht ins operative Geschäft eingreifen. Trotzdem wurden Verhandlungen mit Magath geführt, obwohl der Vorstand einstweilen mit van Marwijk weitermachen will. Um Magath wirklich einzustellen, müssten also die Vorstandsmitglieder abgelöst werden.

Im Gespräch für ein Vorstandsamt ist der Kontrolleur Christian Strauß, Geschäftsführer einer großen Klinik. Und natürlich könnte Magath schon jetzt in die Chefetage aufrücken, um sich dann selbst bis Saisonende als Trainer und Sportchef einzustellen. Danach will er ohnehin Vorstandsvorsitzender werden. Am Dienstag, versicherte Magaths Management, habe er aber nicht mit dem HSV verhandelt. Er hatte einen Termin.

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