Süddeutsche Zeitung

DFL:Mehr Macht für Christian Seifert

Bei der Deutschen Fußball Liga gibt es künftig keinen Präsidenten mehr - dafür wird Geschäftsführer Seifert auch Sprecher des Präsidiums. In der Formel 1 lässt Ferrari die Vettel-Strafe erneut prüfen.

Fußball, DFL: Bei der Deutschen Fußball Liga wird es keinen Nachfolger für den ausscheidenden DFL-Präsidenten Reinhard Rauball geben. Die 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga einigten sich bei ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag in Neu-Isenburg darauf, dass der ehrenamtliche Posten abgeschafft wird. Stattdessen tritt DFL-Geschäftsführer Christian Seifert künftig auch als Sprecher des Präsidiums auf. Der 50 Jahre alte Topmanager erhält damit weitere Kompetenzen.

"Das Amt des Präsidenten ist künftig nicht mehr vorgesehen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung (Seifert) wird künftig automatisch die Arbeit des Präsidiums koordinieren", sagte Rauball bei einer Pressekonferenz. Der 72-Jährige, zugleich Präsident von Borussia Dortmund, hört wie schon länger angekündigt zur Generalversammlung am 21. August auf. Damit leitete die Dachorganisation wie erwartet ihre Strukturreform ein. Die DFL besteht aus einer zweigliedrigen Organisation mit GmbH und e.V. Der Schritt zu einer eingleisigen Organisation bedürfe noch einer größeren rechtlichen Prüfung, so Rauball.

Formel 1, Vettel: Der Formel-1-Rennstall Ferrari will die umstrittene Fünf-Sekunden-Strafe gegen den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel nicht hinnehmen. Wie die Scuderia am Montagabend bestätigte, wird das Team weiter gegen die Entscheidung der Stewards im Rahmen des Großen Preises von Kanada vorgehen, die Vettel den Sieg gekostet hatte.

Ferrari hatte seinen formellen Protest am vergangenen Donnerstag zurückgezogen, will sich nun aber eines anderen Rechtsmittels bedienen. Artikel 14 des sportlichen Regelwerks des Automobil-Weltverbandes FIA bietet das Right to Review, das Recht auf eine erneute Überprüfung der Entscheidung. Diese Maßnahme kann nur zum Erfolg führen, wenn den Entscheidern neue Beweise vorgelegt werden. Auf welche Details Ferrari sich nun genau berufen möchte, wollte das Team nicht mitteilen. Das Right to Review muss binnen 14 Tage nach Rennende in Anspruch genommen werden, Ferrari hat nun also Zeit bis zum Großen Preis von Frankreich am kommenden Sonntag.

Beim Rennen in Montreal hatte Vettel nach einem Ausflug ins Gras in der 47. Runde nur mit größter Mühe die Führung vor Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien) im Mercedes behalten. Die Rennjury untersuchte den Vorfall und bestrafte den Deutschen, weil dieser auf gefährliche Art und Weise auf die Strecke zurückgefahren sei. Vettel kam dann als Erster ins Ziel, wurde durch die Fünf-Sekunden-Strafe aber auf Platz zwei zurückversetzt.

Fußball, Copa América: Der amtierende Südamerikameister Chile hat bei der Copa América den Grundstein für die Titelverteidigung gelegt. Die Mannschaft von Trainer Reinaldo Rueda schlug das Gäste-Team aus Japan am Montag in São Paulo mit 4:0 (1:0). Erick Pulgar erzielte in der 41. Minute den ersten Treffer für die Chilenen, Eduardo Vargas erhöhte in der 54. Minute. In der 82. Minute traf Alexis Sánchez zum 3:0, nur eine Minute später erhöhte Vargas zum Endstand.

Damit steht Chile in der Gruppe C mit drei Punkten hinter Uruguay auf dem zweiten Platz, Ecuador und Japan folgen mit jeweils null Punkten auf Platz drei und vier. Am kommenden Donnerstag treffen die Japaner in Porto Alegre auf den Rekordmeister Uruguay und am Montag kommender Woche in Belo Horizonte auf Ecuador. Titelverteidiger Chile spielt am Freitag in Salvador gegen Ecuador und am nächsten Montag in Rio de Janeiro gegen Uruguay.

Fußball, Gold Cup: Gastgeber Jamaika ist mit einem hart erkämpften Sieg in den Gold Cup gestartet. Der Finalist von 2015 und 2017 bezwang in der Hauptstadt Kingston in der Nacht zum Dienstag Honduras mit 3:2 (2:0) und setzte sich an die Spitze der Gruppe C. El Salvador besiegte Curacao mit 1:0 (1:0). Der Gold Cup ist die Fußball-Meisterschaft von Nord- und Mittelamerika und der Karibik.

Dever Orgill vom türkischen Erstligisten Ankaragücü war zum Auftakt mit zwei Toren (15./41.) der Held der Jamaikaner, zudem traf Damion Lowe (56.). Honduras hielt mit Treffern von Anthony Lozano (54.) und Rubilio Castillo (90.+2) dagegen. Für El Salvador traf Nelson Bonilla (45.+1). Der Gold Cup findet in den USA, Costa Rica und Jamaika statt und wird erstmals mit 16 Mannschaften gespielt. Titelverteidiger USA greift in der Nacht auf Mittwoch beim Spiel gegen Guyana ins Geschehen ein.

Bestens informiert mit SZ Plus – 14 Tage kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.4491198
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ.de/dpa/sid/ebc
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.