Deutsche Fußball Liga:Hellmann und Leki übernehmen interimsweise DFL-Führung

Lesezeit: 2 min

Deutsche Fußball Liga: Die DFL wird bis zur neuen Saison von der Doppelspitze Axel Hellmann (im Bild) und Oliver Leki angeführt.

Die DFL wird bis zur neuen Saison von der Doppelspitze Axel Hellmann (im Bild) und Oliver Leki angeführt.

(Foto: Arne Dedert/dpa)

Die Doppelspitze kümmert sich bis zur neuen Saison um die Aufgaben der bisherigen Geschäftsführerin Donata Hopfen. Aki Watzke berichtet derweil von den Debatten um Bundestrainer Flick - und wünscht sich schnell einen Bierhoff-Nachfolger.

Die Deutsche Fußball Liga wird interimsweise von Axel Hellmann und Oliver Leki angeführt. Der Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt und der Finanzvorstand des SC Freiburg übernehmen bis zum 30. Juni 2023 die Aufgaben der bisherigen Geschäftsführerin Donata Hopfen, deren Vertrag am Mittwoch aufgelöst worden war. "Wir haben ein paar Prozesse laufen, die relativ schnell umgesetzt werden. Da müssen wir sofort handlungsfähig sein", sagte Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke am Donnerstag.

Der 51 Jahre alte Hellmann war im August erstmals ins DFL-Präsidium gewählt worden. Der 49 Jahre alte Leki sitzt seit 2019 im Aufsichtsrat der DFL. Beide haben sich durch eine erfolgreiche Arbeit in ihren Vereinen für die vakante Führungsposition empfohlen. "Beide haben aus meiner Sicht die absolute Fähigkeit, das hinzubekommen. Wenn man sieht, wie sich die Klubs der beiden entwickelt haben, spricht das auch für die Arbeit dieser beiden", sagte Watzke.

Gleichzeitig wehrte sich Watzke angesichts seiner Ämter im deutschen Fußball gegen den Begriff "Machtfülle". "Ich habe sehr viel gelesen von der Machtfülle, die ich nun innehabe. Das ist ein Wort, mit dem ich persönlich überhaupt nichts anfangen kann, Macht ist für mich kein Kriterium", sagt er. Er wolle hervorheben, dass er zwar mehrere Ämter habe, aber davon nur eines angestrebt habe: "Das des Aufsichtsratsvorsitzenden der DFL." Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Borussia Dortmund ist aufgrund seines Postens in der DFL gleichzeitig auch 1. Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes. Nach der Trennung von der bisherigen DFL-Geschäftsführerin Donata Hopfen übernehme er nun interimsweise die Position des Sprechers des DFL-Präsidiums, sagte Watzke.

Eine Übergangslösung aus den eigenen Reihen gibt der DFL die benötigte Zeit bei der Suche nach einer neuen starken Führungsfigur, die eine Reihe von Problemen zu lösen hat. Hopfen konnte diese Rolle nicht ausfüllen - auch, weil ihr nach eigener Aussage die nötige Rückendeckung aus den Vereinen fehlte. "Ich wünsche den verantwortlichen Herren den nötigen Mut und Willen zur Veränderung, um auf die wachsenden Herausforderungen nicht nur reagieren zu können, sondern sie auch aktiv zu gestalten", empfahl die 46-Jährige zum Abschied.

Die DFL hatte die vorzeitige Auflösung des ursprünglich bis Ende 2024 gültigen Vertrages damit begründet, dass es "unterschiedliche Vorstellungen über die weitere strategische Ausrichtung der Gesellschaft" gegeben habe.

Watzke sprach derweil auch zum Thema Hansi Flick - und es wurde deutlich, dass trotz des Vorrunden-Aus bei der WM keine Zweifel am Bundestrainer bestehen. "Es stand überhaupt nicht zur Diskussion, dass eine Trennung von Hansi Flick auf der Tagesordnung stand, daran haben wir nicht eine Sekunde gedacht", so der Dortmunder. Bei dem gemeinsamen Termin "ging es darum, intern zu analysieren, was war gut und was war schlecht". Er betonte auch: "Es war nicht alles schlecht, wenn du die ganzen Daten mal auswertest, aber am Ende war es auch nicht gut genug." Das Gespräch sei "sehr konstruktiv" und "immer mit sehr viel Vertrauen unterlegt" gewesen, die Atmosphäre "wirklich gut. Am Ende haben wir ganz klar festgelegt, dass wir an einem Strang ziehen. Das hat mir auch Hoffnung und Kraft gegeben."

Die Auswahl des Kaders und der Taktik ist und bleibe "ganz alleine" Flicks Bereich. "Aber ein paar Dinge abseits, keine wesentlichen, wo wir vielleicht unterschiedlicher Meinung waren", könnten geändert werden. Bezüglich der Nachfolge für Geschäftsführer Oliver Bierhoff sieht Watzke den DFB und Neuendorf am Zug. Eine Lösung vor Weihnachten wäre wünschenswert, "aber ich weiß nicht, ob das realistisch ist und sein muss. Wir haben keinen Zeitdruck. Genauigkeit geht vor Schnelligkeit." Für Watzke wäre es "ehrlich gesagt der falsche Ansatz", wenn hier zuerst Flick seine Vorstellungen äußern dürfe. Das Thema sei am Mittwoch "nur am Rande gestreift worden".

Zur SZ-Startseite

DFL in der Krise
:Viele Probleme, wenige überzeugende Antworten

DFL-Geschäftsführerin Donata Hopfen droht offenbar das Aus. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten überzeugen ihre Pläne viele Klubs nicht - einige Probleme hat sie aber von Vorgänger Christian Seifert geerbt.

Lesen Sie mehr zum Thema