Der Mann, der erst gar nicht Bundestrainer sein wollte und dann umso mehr, bleibt auch nach diesem Abend der wohl ungewöhnlichste Bundestrainer der DFB-Geschichte (okay, abgesehen vielleicht von Erich Ribbeck). Als Julian Nagelsmann vor zwei Jahren die Anfrage des DFB ereilte, war er geschmeichelt, aber auch skeptisch. Ob er den Innovationsdrang eines akademiesozialisierten Klubtrainers wohl mit dem Amtsverständnis eines Nationaltrainers in ein gesundes Verhältnis würde bringen können? Er hat dann beschlossen, das Wagnis einzugehen. Und als er nach der EM im eigenen Land eine Ruckrede hielt und dem Volk den gemeinsamen Heckenbeschnitt empfahl, hatte ihn die Würde des Amtes derart ergriffen, dass er trotz unzureichenden Alters fast als Bundespräsident durchging.
MeinungDer Weg zur WM 2026Jetzt muss Nagelsmann zum besonnenen Baumeister werden
Kommentar von Christof Kneer, Leipzig
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Der Bundestrainer hat die Stabilität seiner Nationalelf immer wieder überschätzt und ihr deshalb zu viel zugemutet. Mit Blick auf die WM muss er eine entscheidende Lehre ziehen.
