DFB-Verteidiger Boateng: "Wird knapp mit dem Saisonstart"

Verletzt im EM-Halbfinale: Jérôme Boateng.

(Foto: REUTERS)

Der Abwehrspieler muss wegen seiner Oberschenkelverletzung mehrere Wochen aussetzen. Lukas Podolski will nach der EM "auf jeden Fall" weitermachen.

DFB: Die Oberschenkelverletzung des deutschen Fußball-Weltmeisters Jerome Boateng ist weniger gravierend als befürchtet. "Das erste Gefühl jetzt ist Erleichterung, weil es nicht ganz so schlimm ist", berichtete der Innenverteidiger von Bayern München nach einer Untersuchung in der Praxis von DFB-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt am Freitag bei Sky Sport News HD. Dennoch: Der Bundesliga-Saisonstart mit dem FC Bayern am 26. August könnte gefährdet sein.

"Es könnte knapp werden. Es ist eine Muskelverletzung. Ich muss das mit dem Doktor besprechen", sagte Boateng: "Ich bleibe jetzt hier und mache Behandlung, darf dann aber auch ein paar Tage in den Urlaub." Ihn erwarten mehrere Wochen Pause. Boateng war im EM-Halbfinale am Donnerstag in Marseille gegen Frankreich (0:2) in der 61. Minute ausgewechselt worden. Die Verletzung hatte er ohne Einwirkung eines Gegenspielers bei einem Passversuch erlitten.

DFB: Ein Rücktritt von Kapitän Bastian Schweinsteiger aus der Fußball-Nationalmannschaft erscheint wahrscheinlich, Lukas Podolski will dagegen weitermachen. Nach dem 0:2 im EM-Halbfinale gegen Frankreich atmete Schweinsteiger auf die Frage, ob er weitermache, tief durch und antwortete dann: "Ich muss erst einmal Abstand gewinnen und darüber nachdenken." Podolski antwortete dagegen mit den Worten: "Auf jeden Fall." "Ich habe noch nicht darüber nachgedacht", beteuerte Schweinsteiger: "Ich habe versucht, meine ganze Energie in dieses Turnier reinzulegen. Das war nach den zwei Verletzungen nicht so einfach. Das Ausscheiden ist natürlich sehr enttäuschend. Aber der Weg der Mannschaft geht weiter." Podolski erklärte: "Ich stehe voll im Saft, auch wenn ich eine 3 vorne habe. Ich muss mich vor keinem verstecken. Das habe ich bei dieser EM wieder gesehen. Und der Trainer kann das bestätigen."

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Schweinsteiger trübt seinen starken Auftritt

Podolski spielte bei dieser EM nur 18 Minuten, als er im bereits entschiedenen Achtelfinale gegen die Slowakei beim Stande von 3:0 eingewechselt wurde. Schweinsteiger traf beim 2:0 gegen die Ukraine im ersten Gruppenspiel, wurde insgesamt viermal eingewechselt und stand gegen Frankreich in der Startelf. Podolski und Schweinsteiger, heute beide 31, eroberten 2004 als 18-Jährige die Nationalelf. Als "Poldi" und "Schweini" waren sie die Stars beim "Sommermärchen" 2006. Mit 129 Länderspielen (Podolski) und 120 (Schweinsteiger) belegen sie hinter Lothar Matthäus (150) und Miroslav Klose (137) die Plätze drei und vier in der ewigen Länderspielliste.

Prämie: Den deutschen Fußball-Nationalspielern bleibt nach dem Halbfinal-Aus jeweils ein Trostpflaster von 100.000 Euro. Diese Prämie hatten sich Kapitän Bastian Schweinsteiger und Co. bereits durch den Einzug in die Vorschlussrunde gesichert. Durch die 0:2 (0:2)-Niederlage in Marseille gegen die Equipe tricolore blieben die deutschen Stars bei dieser Summe stehen. Bei einem Sieg gegen den EM-Gastgeber hätte sich die Prämie auf 150.000 Euro erhöht, der Titelgewinn hätte den Spielern jeweils 300.000 Euro auf das Konto gespült. Die Franzosen, die im Endspiel am Sonntag im Stade de France von den Toren von Paris (21 Uhr/ARD) auf Portugal treffen, würden bei einem EM-Triumph im eigenen Land ebenfalls 300.000 Euro pro Spieler kassieren.

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