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DFB-Team:"Wir sind unsere schärfsten Kritiker"

Germany v Mexico: Group F - 2018 FIFA World Cup Russia

Energisch: DFB-Kapitän Manuel Neuer.

(Foto: Getty Images)
  • DFB-Kapitän Manuel Neuer berichtet von der Krisensitzung nach dem Mexiko-Spiel - sie dauerte so lange, dass der Torwart eine Stunde zu spät zur Pressekonferenz erschien.
  • Eine angebliche Spaltung im Team zwischen Weltmeistern und Confed-Cup-Siegern verneint Neuer: "Wir sind eine Mannschaft, und es gibt auch keine Spaltung."

Kapitän Manuel Neuer hat vor dem K.o.-Spiel gegen Schweden alle deutschen Nationalspieler zu einer gemeinsamen Linie und zum bedingungslosen Einsatz bei der Fußball-Weltmeisterschaft aufgefordert. "Wir haben ab jetzt nur noch Finals. Jetzt muss von uns Spielern was kommen. Wir müssen das zeigen, was uns in der Vergangenheit so stark gemacht hat", sagte der 32 Jahre alte Münchner am Dienstagmittag in Watutinki.

Er sehe alle, aber vor allem die erfahrenen Spieler in der Verantwortung, betonte Neuer: "Wichtig ist, das wir alle an einem Strang ziehen und nach einem Muster spielen und zu 100 Prozent die Vorgaben umsetzen." Die Mannschaft hatte sich zuvor in einer langen Teamsitzung über die Defizite beim misslungenen WM-Start gegen Mexiko (0:1) und mögliche Lösungen für das nächste Gruppenspiel gegen die Skandinavier ausgetauscht.

"Wir nehmen kein Blatt vor den Mund", erklärt Neuer

"Wir sind unsere schärfsten Kritiker", sagte Neuer. Wegen der langen Sitzung erschien der Welttorhüter fast eine Stunde verspätet zur Pressekonferenz. "Wir haben viel geredet, was wir machen müssen", sagte Neuer und verneinte die Frage nach einer Spaltung im Team zwischen Weltmeistern und Confed-Cup-Siegern. "Die Zweiteilung gibt es nicht. Wir sind eine Mannschaft, und es gibt auch keine Spaltung", sagte der Bayern-Kapitän. Nach langer Verletzungspause war er rechtzeitig zum WM-Start wieder fit geworden und zeigte gegen Mexiko eine tadellose Leistung.

Eine Trainingseinheit auf dem Platz hatte Bundestrainer Joachim Löw am Dienstag nicht angesetzt. Es war Regenerationstraining im Teamquartier angesagt. Dafür wurde umso mehr gesprochen. Das sei ein "sehr befreiendes Gefühl", sagte Neuer: "Wir nehmen kein Blatt vor den Mund, arbeiten daran, dass es besser wird. So stark war unsere Kommunikation noch nie wie nach dem Mexiko-Spiel." Neuer warnte allerdings vor dem Glauben, dass man mal ebenso den Hebel umlegen könne. "Das ist nicht so einfach, wir müssen daran arbeiten und uns auch außerhalb des Platzes damit auseinandersetzen und uns auch Sachen ehrlich ins Gesicht sagen."

Ob der Bundestrainer personelle Veränderungen vornehmen werde, sei für ihn nicht entscheidend. "Für mich geht es eher darum: Habe ich die Bereitschaft, das Turnier hundertprozentig anzugehen?", sagte Neuer. "Diese Bereitschaft war beim ersten Gruppenspiel nicht so 100 Prozent da, wie man es aus den anderen Turnieren kannte." Den Umzug von Watutinki nach Sotschi am Dienstag begrüßte der Torwart: "Ich freue mich auf den Tapetenwechsel." Im warmen Klima am Schwarzen Meer stimmt sich der Weltmeister auf die Aufgabe am Samstag (20 Uhr) gegen Schweden ein. Eine Niederlage gegen die Skandinavier könnte den ersten Vorrunden-K.o. einer deutschen Mannschaft bei einer WM bedeuten.

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© SZ.de/dpa/ebc/fued

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