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DFB-Team vor der WM:Sie müssen bis zur WM zueinander finden

Ohne zu zögern konnte Löw am Mittwochabend zahlreiche Verfehlungen aufzählen. Von Anfängerfehlern, Pässen in den Rücken bis zu mangelhaftem Pressing. Von den Löchern zwischen Innenverteidigung und Sechsern sprach Löw nur kurz, auch sie hätten Stoff für ein ganzes Referat gegeben.

Die defensive Balance ist seiner Mannschaft im Verlauf der letzten zwölf Monate abhanden gekommen. Das mögliche Personal für die Innenverteidigung ist überschaubar: Hummels, Mertesacker, Boateng und mit Abstrichen Höwedes bleiben vorerst die einzigen Kandidaten. Sie müssen bis zur WM zueinander finden.

Seine herausragende offensive Balance wird das deutsche Team indes so schnell kaum verlieren, die Angriffsabteilung kann jederzeit jede x-beliebige Abwehrreihe der Welt auseinander dividieren. Nur konnte die Offensive die vielen Abwehrfehler gegen Paraguay nicht wett machen. So kann es immer wieder passieren, auch bei der WM. Die Abstimmung in der Abwehr muss in den kommenden Monaten eine erhöhte Dringlichkeit erfahren, soll es mit einer erfolgreichen Weltmeisterschaft etwas werden.

Der WM-Titel ging zuletzt immer an Mannschaften mit starken Defensivreihen. 1998 an die Franzosen um Laurent Blanc, 2002 an Brasilien um Lúcio und Cafu. 2006 an Italien, als das deutsche Team im Halbfinale keine Mittel fand. 2010 an Spanien, das ab dem Achtelfinale keinen Gegentreffer mehr zuließ. Es wäre verwunderlich, würde die WM 2014 diesbezüglich eine Ausnahme machen.

© Süddeutsche.de/sonn
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