DFB-Team in der Einzelkritik:Timo Werner freundet sich mit dem Ball an

Lesezeit: 3 min

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(Foto: Bernd Thissen/dpa)

Der zuletzt glücklose Stürmer erzielt zwei Tore, Joshua Kimmich genießt sehr viel Vertrauen - und Manuel Neuer wird fast umgegrätscht. Die Nationalmannschaft in der Einzelkritik.

Von Sebastian Fischer

Manuel Neuer

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(Foto: Thilo Schmuelgen/Reuters)

Selbst wenn man die Nations League für so etwas wie die moderne Version eines Intertoto Cups für Nationalmannschaften hält, könnte das Neuer niemals überzeugen, sich einmal freiwillig auf die Bank zu setzen. Und weil Hansi Flick genauso denkt, stand er natürlich auch im vierten Länderspiel dieses Sommers zwischen den Pfosten. Zum vierten Mal ohne Makel, aber zum vierten Mal trotz einiger Paraden der Güteklasse "Manuel Neuer" nicht zu null. Und kurz vor Schluss, als das Spiel längst einem Kick im Freibad glich, stand er plötzlich im Mittelpunkt einer gefährlichen Szene: Ein Flitzer grätschte ihn beinahe um.

Lukas Klostermann

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(Foto: Federico Gambarini/dpa)

Ohne ihm zu nahe zu treten: Klostermann ist der unscheinbarere von zwei aktuell formstarken deutschen Außenverteidigern. Ist zum Beispiel anders als der linke Abwehrspieler David Raum nicht am Hals tätowiert. Sorgte mit seiner Schnelligkeit aber trotzdem für Sicherheit hinten und eine zusätzliche Option vorne.

Niklas Süle

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(Foto: Heiko Becker/Reuters)

Eine gewisse Behäbigkeit im Spiel, wie sie noch gegen Ungarn zu beobachten war, beginnt ja oft schon im Aufbau. Das liegt aber gar nicht immer nur an denen, die aufbauen. Diesmal hatte Niklas Süle für seine langen Pässe mehr Optionen, weil sich vorne mehr Spieler anboten. Zum Mann muss man sie dann natürlich trotzdem erst mal so hochwertig bringen wie vor dem 1:0. Nach vorne mit viel Klasse. Nach hinten einmal mit einem Risikopass, der folgenlos blieb.

Antonio Rüdiger

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(Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)

Der mutmaßliche Abwehrchef unter Flick erkennbar weniger offensiv auffällig als Süle, aber das war kein Problem. Seine Kernkompetenz ist die Sicherheit, die er gegen weitestgehend harmlose Italiener fast immer gewährleistete. Sah wegen zu eifrigem Diskutieren kurz vor dem Sommerurlaub noch Gelb.

David Raum

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(Foto: Ralf Poller/Imago/Avanti)

Einer der Gewinner dieser Länderspiel-Kampagne, dieser Eindruck setzte sich beim Spiel in Mönchengladbach fort. Profitierte bei seiner Vorlage zum 1:0 zwar von viel Platz, aber das wird in keiner Statistik auftauchen. Leitete auch das dritte Tor mit ein. Macht gerade in Ansätzen wohl schon das, was er sich mit viel Optimismus auf die Brust tätowiert hat ("Living the dream").

Ilkay Gündogan

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(Foto: Revierfoto/Imago)

Mutlose Pässe in aussichtsreichen Momenten, das war eines der identifizierten Probleme beim 1:1 gegen Ungarn - aber da spielte Gündogan auch nicht von Anfang an mit, der Experte für die richtigen Pässe zur richtigen Zeit. Initiierte zahlreiche Angriffe, mal mit Direktpässen, mal im Dribbling - und traf per Elfmeter zum 2:0.

Joshua Kimmich

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(Foto: Marc Schueler/Imago)

Falls noch jemand Zweifel an Kimmichs Chefrolle unter Hansi Flick gehabt haben sollte: Als einziger Spieler neben Neuer stand er in allen vier Spielen dieses Sommers in der Startelf. Wie bei der ersten Partie gegen Italien schoss er ein Tor, das Leroy Sané schon feierte, da hatte der Ball Kimmichs Fuß noch gar nicht verlassen. Genießt also ganz offensichtlich sehr viel Vertrauen.

Jonas Hofmann

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(Foto: Federico Gambarini/dpa)

Der unumstrittene Hauptgewinner der Vier-Länderspiele-Serie. Durfte deshalb auch vor heimischem Publikum in Mönchengladbach anstelle von Serge Gnabry im deutschen Angriff von Beginn an auflaufen. Ein Laufweg von ihm führte zum Elfmeter vor dem 2:0 - wenngleich das eher am selten ungeschickten Foul seines Gegenspielers Bastoni lag.

Thomas Müller

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(Foto: Heiko Becker/Reuters)

Gehört ebenfalls zur Flick-Achse, auch aufgrund seiner Gabe, eine Mannschaft zu führen. Rein fußballerisch macht ihm Jamal Musiala die Position in der offensiven Zentrale längst streitig. Aber so lange er so spielt wie gegen Italien, mit über die Außenmikrofone hörbar lauten Ansagen, mit einem müllerhaft erzielten und bejubelten Tor (zum 3:0) und gar mit Außenristpässen (wie vor dem 4:0), wird er wohl gesetzt sein.

Leroy Sané

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(Foto: Martin Rose/Getty Images)

Hatte einmal Pech, dass die Italiener den Ball ohne Not ins Aus spielten - so ging ein erstaunlicher Sprint Sanés zurück in die eigene Hälfte Mitte der ersten Halbzeit leider unter. Er wollte seinen zahlreichen Kritikern erkennbar zeigen, wie motiviert er Fußball spielen kann (wenn er motiviert ist). Bot sich an, machte viel richtig, war bloß im Abschluss glücklos.

Timo Werner

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(Foto: Heiko Becker/Reuters)

Wenn Hansi Flick Werner gegen Kritik verteidigt, lobt der Trainer auffällig oft dessen Spiel ohne Ball. Mit Ball fiel Werner schon nach wenigen Sekunden in aussichtsreicher Position mit technisch unsauberer Annahme auf. Ohne Ball mit eifrigen Sprints in freie Räume. Ihm gelang in der Folge dann aber auch mit Ball etwas: zwei deutsche Stürmertore nach zwei Vorlagen von Serge Gnabry, allerdings gegen am Ende völlig überforderte Italiener.

Einwechselspieler:

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(Foto: John MacDougall/AFP)

Serge Gnabry war wohl der prominenteste Fußballer auf der deutschen Bank und brachte sich mit zwei Vorlagen nach seiner Einwechslung dann auch am prominentesten ein. Jamal Musiala und Lukas Nmecha blieben unauffälliger, Anton Stach und Jonathan Tah durften auch noch mitmachen.

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