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DFB-Stürmer:Beim Müller scheppert's nimmer

Fussball EURO 2016/ Achtelfinale/ Deutschland - Slowakei 3:0

Latte, Pfosten oder irgendwas daneben oder darüber: Trotz seiner bisherigen Trefferquote bei der EM lässt sich Thomas Müller nicht die Laune verderben.

(Foto: Anke Waelischmiller/SvenSimon)

"Alles gut", beteuert der Stürmer des FC Bayern, der bei der EM noch immer sein erstes Tor sucht. Wirklich alles gut?

Stürmer sind nicht wählerisch, sie nehmen alles. Sie lieben kleine Tore, große Tore, schöne Tore, hässliche Tore, sie lieben entscheidende Tore, aber sie lieben auch den Schuss zum 5:0. An Tagen, an denen sie nicht treffen, nehmen sie als Ersatz auch einmal den sogenannten Assist, der früher Torvorlage hieß.

Fast hätte es für Thomas Müller in der Nachspielzeit zur Torvorlage gereicht, aber Toni Kroos scheiterte in der 91. Minute am slowakischen Torwart.

Plötzlich macht Müller andere Gesichter

"Alles gut", sagte Thomas Müller nach dem 3:0, zu dem er kein Tor beisteuerte. "Alles gut" ist eine etwas verdächtige Phrase, beim Trainer Jürgen Klopp hat man sich zum Beispiel immer darauf verlassen können, dass gar nichts gut war, wenn er "alles gut" sagte.

Vielleicht ist das auch bei Müller so, man weiß das ja nie so genau bei diesem Burschen, der sich in der Öffentlichkeit auf lustige Gesichter und lässige Sätze spezialisiert hat. Auf dem Rasen ertappt man ihn manchmal bei anderen Müller-Gesichtern, man sieht ihn nicht selten auf Schiedsrichter, Gegen- oder Mitspieler einreden, und nicht immer macht er dabei einen Witz. Aber auch nach diesem Achtelfinale hat er wieder seine professionelle Lockerheit aktiviert, "ich bin bisher mit meinem Turnier und dem Turnier der Mannschaft zufriedener, als ihr vielleicht denkt", sagte er.

Es werde ihm "anscheinend nicht geglaubt, aber ich mache meinen Zustand nicht an meinen Toren fest". Es gehe mehr darum, dass die Mannschaft "ihre Top-Performance" auf den Platz bringe, da versuche er, seinen Beitrag zu leisten, und "dementsprechend bin ich sehr zufrieden". Aber natürlich, sagte Thomas Müller, arbeite er daran, "dass es auch bei mir selber wieder scheppert".