DFB:Präsident Keller plant Selbsttests für Zuschauer

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Fritz Keller hat genug von Geisterspielen und gähnender Leere auf der Tribüne: "Es muss einen Weg geben, über Corona-Tests wieder eine gewisse Normalität zu erlangen", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) der Badischen Zeitung, Keller knüpft dies an eine gewagte Idee: Mithilfe von Massen-Präventivtests soll bereits beim Länderspiel der DFB-Elf gegen Spanien am 3. September in Stuttgart "eine bestimmte Anzahl an Zuschauern" im Stadion wieder möglich sein.

"Die Präventivtests kommen nicht dem Fußball zugute, sondern allen", betonte Keller. Die Tests vor Spielen sollten ein "Höchstmaß an Sicherheit" gewährleisten; dabei beruft sich Keller auf Wissenschaftler, die "davon ausgehen, dass man bis 48 Stunden nach einem negativen Test mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit niemanden anstecken kann". Der Pharmakologe Fritz Sörgel gehört mit Sicherheit nicht zu diesen Wissenschaftlern. Er hatte zuvor derselben Zeitung gesagt, dass Tests kurz vor Spielen "keine absolute Sicherheit" gäben, vielmehr könnten sich Stadien zu Hotspots für Infektionen entwickeln. Selbst bei einem negativen Test binnen 24 Stunden vor einer Partie könne es sein, dass die Zuschauer "bis zum Spiel positiv werden, also eine Menge an Virus im Körper haben, die den Test überhaupt erst positiv macht - und dann kann ich ansteckend sein", erklärte Sörgel: "Hinzu kommt die Fehlerquote bei der Gewinnung eines Abstrichs, gerade wenn alles ganz schnell gehen muss. Sie haben also immer das Risiko, dass Superspreader das Spiel besuchen."

Die Ansicht des Nürnberger Mediziners steht im Kontrast zu Kellers Überlegungen. Dessen Konzept sieht vor, dass die rund 25 000 deutschen Fußballvereine die Logistik für Präventivtests übernehmen. Schließlich gebe es in jedem Verein "jemanden, der medizinische Erfahrung hat, und die Selbsttests leiten kann", meinte Keller. Die Proben würden abends weggeschickt, am nächsten Morgen erscheine das Ergebnis auf dem Handy. Keller denkt dabei in großen Sphären. "Wenn von 7,1 Millionen Mitgliedern im Idealfall jedes fünf bis zehn Menschen aus seinem Verein zum Testen bewegt, kann man sich ausrechnen, wie viel wir erreichen könnten", sagte er.

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